Der Island-Krimi "Der Tote im Westfjord" zeigt schöne Landschaften und hat mit Franka Potente eine charmante Darstellerin – mehr kann der Film allerdings nicht bieten.

Solveig Karlsdóttir (Franka Potente) ist Kriminalschriftstellerin, Uni-Dozentin und Single-Frau aus Reykjavik, wo ein Leseabend unter Freunden feuchtfröhlich mit einem ihrer Studenten im Bett endet. Natürlich wird der junge Mann am Morgen ohne Kaffee aus der Wohnung geschmissen. Ganz schön unkonventionell und auch "tough", diese Frau. Doch es gibt auch düstere Geheimnisse in ihr. Zum Vorschein kommen sie, als in Solveigs Heimatdorf ein Jugendfreund tot im Hafenbecken liegt. War es ein Unfall, wie die Polizei vermutet – oder etwa Mord?

"Der Tote im Westfjord" (2016), der erste von zwei Filmen der kurzlebigen "Island-Krimi"-Reihe ("Tod der Elfenfrau" wird in einer Woche wiederholt, weitere Filme wird es laut ARD nicht geben) interessiert sich allerdings kaum für den Kriminalfall. Er will vielmehr die Hauptfigur und ihre Beziehungen in Szene setzen. Doch abseits der sympathisch-authentischen Ausstrahlung Franka Potentes und schönen Island-Kulissen hat dieser Krimi (Regie: Till Endemann, Buch: Don Bohlinger) wenig zu bieten. Alles plätschert, nichts verfängt. Trotz vieler isländischer Schauspieler zeichnet der Film weder ein stimmungsvolles Bild des Landes, noch erzählt er eine gut gebaute Geschichte.


Quelle: teleschau – der Mediendienst