Experte spricht sich im ZDF für deutsche Beteiligung im Iran-Krieg aus
Donald Trump hält es für "einen sehr dummen Fehler", dass Deutschland und andere Nato-Länder einen Militäreinsatz in der Straße von Hormus ablehnen. Im "Morgenmagazin" des ZDF fand Sicherheitsexperte Nico Lange zwar diplomatischere Worte, schloss sich der Ansicht des US-Präsidenten aber weitestgehend an.
Das "reflexhafte Nein" habe "stark innenpolitische Gründe", vermutet Lange und verweist etwa auf die bevorstehende Landtagswahl in Rheinland-Pfalz. Dass man Trumps Forderung in einem derart "scharfen Ton" ausschließe, widerspreche dem bisherigen Umgang mit ihm: "Wir haben doch bisher immer 'Ja, aber' gesagt zu allem, was Trump vorschlägt – weil wir ein Interesse daran haben, mit den Vereinigten Staaten von Amerika zusammenzuarbeiten, und weil wir ihn auch brauchen."
"Es gibt schon Dinge, die wir tun können"
Zudem sei auch Deutschland vom Iran-Konflikt "stark betroffen", argumentiert der Experte. "Der freie Handel durch die Straße von Hormus betrifft uns, betrifft andere Europäer, betrifft die Energiepreise – und wir können uns doch für unsere eigenen Interessen einsetzen." Dies wäre "ein gutes Zeichen", zumal es "auch unterhalb der Schwelle von Mandatspflichtigkeit und Kriegsbeteiligung" Möglichkeiten gebe, sich einzubringen.
Ungeachtet der Frage, ob der Krieg völkerrechtlich zu legitimieren sei, bleibe "das Interesse an der Straße von Hormus, an freier Schifffahrt, an Handel" bestehen. "Und sich da zu engagieren, wäre aus deutscher Position richtig", findet Lange. So könne sich Deutschland etwa "in Bezug auf Minenjagd, Minenabwehr und Hochleistungs-Sonare" beteiligen. Der Politikwissenschaftler betont: "Es gibt schon Dinge, die wir tun können. Wir sind nur in eine Diskussion gekommen, als ginge es um eine Kriegsbeteiligung – und die ist dann reflexhaft ausgeschlossen worden."
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH