ARD-Komödie

"Sportabzeichen für Anfänger": Lockere Comedy am Freitagabend

von Maximilian Haase

Andrea Sawatzki und Christian Berkel spielen in der Komödie "Sportabzeichen für Anfänger" zwei Alleinerziehende voller sportlichem Ehrgeiz. Harmlose Freitagabend-Unterhaltung.

ARD
Sportabzeichen für Anfänger
Komödie • 08.01.2021 • 20:15 Uhr

Sie gehören zu den beliebtesten Schauspielern des Landes, sind zudem erfolgreiche Buchautoren – und privat seit Jahren ein Paar. Doch auch vor der Kamera scheinen Andrea Sawatzki und Christian Berkel eindrücklich zu harmonieren. Das könnte zur Freude der Fans bald schöne Regelmäßigkeit werden: Nach "Scheidung für Anfänger" (2018) sind die beiden Darsteller nun in der ARD-Komödie "Sportabzeichen für Anfänger" zu sehen – und mit etwas Glück in den kommenden Jahren in weiteren Filmen einer angedachten "Für Anfänger"-Reihe, die sich natürlich erst einmal etablieren und beweisen muss.

Der Clou einer solchen Filmreihe: Berkel und Sawatzki spielen immer die Hauptrollen – jedoch jeweils völlig andere Figuren. Verkörperten sie in der ersten Komödie noch ein in Scheidung begriffenes Ehepaar, übernehmen sie im aktuellen Film die Rollen zweier Alleinerziehender, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Keksfabrikbesitzer Bertram Dinkler (Berkel) zofft sich beim Elternabend mit Stefanie Eckhoff (Sawatzki), es geht um die sportliche Erziehung der pubertierenden Kinder. Der selbst recht unfitte Bertram will vorschreiben, wie viel Sport die Freundinnen seiner Tochter Charlotte (Maja Meinhardt) zu treiben haben.

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Die Besserwisserei fordert Stefanie heraus: Wenn er es denn wirklich so viel besser könne, solle der arrogante Unternehmer das doch bitte beweisen – und selbst das Sportabzeichen machen. Nicht nur das: Er müsse dabei auch bessere Ergebnisse erzielen als Stefanie. Prompt finden sich beide Eltern in einem sportlichen Wettstreit wieder, der sie umfassend fordert. Vom 100-Meter-Lauf über Weit- und Hochsprung bis zum Kugelstoßen trainieren die zickigen Erwachsenen verbissen mit- und gegeneinander – zum Leidwesen ihrer peinlich berührten Kids natürlich.

Regisseur Thomas Roth inszeniert die lockere Sportcomedy mit jeder Menge Slapstick und Situationskomik. Hinzu kommt ein bisweilen kluger Dialog- und Wortwitz, der sich vor allem um die Dauerthemen Sportversagen und Erwachsenwerden dreht: "Ich glaube nicht, dass meine Großmutter eine Pubertät hatte", heißt es etwa an einer Stelle – ein Satz, über den man ganze Bücher schreiben könnte. Neben der von Ehrgeiz überlagerten Ungeschicktheit beider Hauptfiguren ist auch der unterschiedliche Umgang alleinerziehender Mütter und Väter mit dem Nachwuchs Thema – wodurch die Komödie nach einem Drehbuch von Nina Bohlmann auch zum kleinen Coming-Of-Age- plus Midlifecrisis-Drama gerät.

Berkel und Sawatzki gelingt es, die im Grunde nicht gerade sympathischen Charaktere derart zu überzeichnen, dass man sich schon wieder mit ihnen identifiziert – selbst wenn sie auf jede Menge unfaire Praktiken zurückgreifen. Spätestens als Bertrams Marketingleiterin Franziska Stich (Franziska Weisz) das Sportprogramm ihres Chefs als PR-Aktion öffentlich machen möchte und die Teenager gar Facebook-Fangruppen gründen, können sich beide einen Rückzieher schließlich nicht mehr erlauben. "Sportabzeichen für Anfänger" entpuppt sich letzlich dank seiner beiden Hauptdarsteller als harmlose, doch ebenso unterhaltsame deutsche Komödie. Berkel und Sawatzki sähe man jedenfalls gern öfter gemeinsam.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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