Leonardo, Donatello, Michelangelo, Raphael – sie sind wieder da, die Teenage Mutant Ninja Turtles. Michael Bay belebte die vier Schildkröten 2014 als Produzent wieder in einem dieser Filme, wie Michael Bay sie zuletzt eben machte. Action bis zum Anschlag, viel CGI, teenageraffine Albernheiten. Trotz aller Kritik: Es war schon irgendwie schön, die Turtles wiederzusehen. Mit dem Comeback-Bonus kann die Fortsetzung nicht mehr punkten. Im Grunde kann "Teenage Mutant Ninja Turtles: Out of the Shadows" (2016) mit gar nichts punkten. Die Free-TV-Premiere wird nun auf ProSieben ausgestrahlt.

Leonardo, Donatello, Michelangelo, Raphael – was haben sie mit euch gemacht? Sie haben euch verkocht in einer ganz und gar ungenießbaren Schildkrötensuppe! Doch von vorne: Der Shredder (Brian Tee) kehrt zurück. Und Krang, das unter anderem aus der 90er-Trickserie bekannte Superhirn (Krang ist tatsächlich ein Gehirn), taucht auf. Gemeinsam möchten sie das Technodrom – so etwas wie das Turtles-Pendant zum Todesstern – nach New York teleportieren und dann alles kaputtmachen. Was die Turtles, die sich bisher in der Kanalisation versteckten, natürlich verhindern wollen.

Die Geschichte des Films mag man als solche gar nicht bezeichnen. Das Drehbuch ergänzt den bereits vorhandenen Figurenstamm einfach um weitere Charaktere, die man aus früheren "TMNT"-Filmen oder -Serien kennt. Dr. Baxter Stockman (Tyler Perry), das mutierte Nashorn Rocksteady und dessen Warzenschwein-Kumpel Bebop, dazu der Cop Casey Jones (Stephen Amell). Dieser Ansatz ist prinzipiell ein guter und ein richtiger. Nur: Zu der ohnehin lieblos zusammengeschusterten Story trägt keine der neuen Figuren wirklich etwas bei.

Regisseur Dave Green macht sich derweil komplett zum Sklaven der längst ausgelutschten Michael-Bay-Filmästhetik. Keine Vision, nicht eine wirklich originelle Idee, nur Effekte. Natürlich sieht der Film super aus. Tatsächlich könnten jedoch fast alle Action-Szenen, wenn man die animierten Schildkröten nur gegen Roboter austauscht, auch aus einem "Transformers"-Film stammen. Leonardo, Donatello, Michelangelo, Raphael – hier stehen diese vier Namen nur noch für die vielbeschworene kreative Krise, die in kaum einem Hollywood-Film der letzten Jahre so ungeschminkt zutage trat wie in diesem Wegwerf-Blockbuster.


Quelle: teleschau – der Mediendienst