"Friends"-Alumnus David Schwimmer überrascht mit einem verstörenden Missbrauchsdrama. Dass er sich dem schwierigen Thema annahm, hat auch persönliche Gründe.

Als die 14-jährige Annie (Liana Liberato) über einen Teenie-Chat einen Jungen kennenlernt, denken auch ihre Eltern (Catherine Keener, Clive Owen) an nichts Böses. Doch bei einem heimlichen Treffen mit "Charlie" (Chris Henry Coffey) entpuppt dieser sich nicht wie behauptet als junger Student, sondern als fast 40-jähriger Mann. Trotzdem glaubt Annie ihm, als er von Seelenverwandtschaft spricht und ihr Komplimente macht. Oder will ihm glauben. Völlig verunsichert folgt sie ihm in sein Hotel – und wird dort von ihm vergewaltigt.

Einen solchen Film hätte man ihm nicht unbedingt zugetraut: David Schwimmer spielte jahrelang eine der Hauptrollen in der Sitcom "Friends" (1994-2004). Auch seine erste Regiearbeit "Run, Fatboy, Run" (2007) war eine Komödie. Und dann inszeniert er plötzlich ein Vergewaltigungsdrama.

"Blindes Vertrauen" (2011, im Original: "Trust") war für Schwimmer auch eine Herzensangelegenheit, weil er sich schon seit Jahren für Missbrauchsopfer einsetzt. Sein Film, den 3sat nun erneut zeigt, ist ein eindringliches Drama um eine Familie, die an der Vergewaltigung der jungen Tochter fast zerbricht.


Quelle: teleschau – der Mediendienst