Die "ZDF.reportage" will herausfinden, woher die Angst vieler Menschen vor Kriminalität rührt, auch wenn die Zahlen das Gefühl der Unsicherheit eigentlich nicht untermauern.

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hatte erst kürzlich Gutes zu vermelden. Die Zahl der angezeigten Straftaten sei in Deutschland erneut gesunken. Die Polizei erfasste 2018 laut aktueller Kriminalstatistik 5,55 Millionen Straftaten – immerhin 3,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Tatverdächtigen verringerte sich um 2,9 Prozent auf 2,05 Millionen. Deutschland so sicher wie selten zuvor? Verwunderlich ist, dass viele Bundesbürger eben nicht so empfinden. Ganz im Gegenteil! Um diesen Widerspruch zu ergründen, sind ZDF-Reporter in drei Städte gereist. Ihre Erkenntnisse aus Freiburg, Görlitz und Köln sind nun im Film von Jan Gall zu sehen.

Spektakuläre Fälle wie der Mord des Flüchtlings Hussein K. an der Medizinstudentin Maria Ladenburger sowie die Gruppenvergewaltigung an einer 18-Jährigen im Oktober vergangenen Jahres veränderten beispielsweise die Stimmung in Freiburg. Lange galt das Städtchen am Rande des Schwarzwaldes mit seinen vielen Studenten als beschaulich und weltoffen. Erst die abscheulichen Verbrechen haben freigelegt, dass es in der Stadt offenbar schon seit Jahren auch kriminalitätsbelastete Zonen gab.

Diese Informationen über lange womöglich verschwiegene Zustände hätten manche Bewohner verunsichert, sagt Professor Dietrich Oberwittler. Der Experte vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht in Freiburg allerdings beruhigt mit Erkenntnissen aus der Wissenschaft. Er sagt: "Wir wissen aus der Forschung, dass die Unsicherheitsgefühle relativ schwach verbunden sind mit den tatsächlichen Kriminalitätsgefahren."


Quelle: teleschau – der Mediendienst