22.09.2021 Mit Dieter Hallervorden

"Mein Freund, das Ekel" kommt jetzt als Serie

von Marcus Italiani
Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) mit Anhang.
Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) mit Anhang.  Fotoquelle: ZDF / Conny Klein

Mit der Komödie "Mein Freund, das Ekel" landete das ZDF 2019 einen Überraschungserfolg. Dem Pilotfilm über eine anfangs eher unfreiwillige und im weiteren Verlauf zumindest schwierige Wohngemeinschaft des überzeugten Misanthropen Olaf Hintz (Dieter Hallervorden) und der chaotischen Familie der alleinerziehenden Trixie (Alwara Höfels) folgen nun weitere, mitunter katastrophale, aber auch rührende Momente als Mini-Serie.

Olaf Hintz wird dabei kongenial von Dieter Hallervorden verkörpert, der in seiner Schrulligkeit oft zum Schmunzeln, aber auch zum Nachdenken anregt. Den mürrischen, manchmal biestigen alten Mann mimt er so gekonnt, dass sich der Verdacht einschleicht, es müsse wohl ein reales Vorbild in Hallervordens persönlichem Umfeld geben. Doch der winkt ab: "Nein. Ich habe kein Original, das ich hätte imitieren können. Die Gestaltung musste ich mir schon selbst ausdenken."

Ausdenken ist eine Sache, Verkörpern eine andere. Wie bekommt man so etwas glaubhaft hin? Hallervorden: "Erstens, indem man seinen Beruf von der Pike auf lernt. Zweitens, indem man sich voll und ganz in diese Figur hineindenkt, und drittens, indem man sich hütet, daraus durch Übertreibung eine Knallcharge zu machen." An diese Prinzipien hält sich der Altmeister akribisch.

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Die Abenteuer des Rentners und seiner unfreiwilligen "Familienbande" schaffen es auch in der sechsteiligen Mini-Serie, bis zum Schluss zu fesseln und dabei auch gesellschaftskritische Statements zu berücksichtigen. Das funktioniert immer dann gut, wenn Olaf Hintz durchscheinen lässt, dass er das Herz dann schon auf dem richtigen Fleck hat, gegen Ungerechtigkeiten kämpft und sich mit den lebensfrohen Mitbewohnern letztlich eben doch freuen kann. Dann verschmelzen Hintz und Hallervorden für einen Moment, und an die Stelle von bleierner Trübe tritt echte Lebenslust. Etwas, das Dieter Hallervorden für sich klar definieren kann: "Lebenslust ist überschäumende Lebensfreude, die Fähigkeit, sich über die alltäglichen Erlebnisse zu freuen, das Bewusstsein, dass das Leben ein Geschenk ist, das man – so glaube ich – nur einmal bekommt."

Die Mini-Serie umfasst sechs Folgen, die an drei Donnerstagen jeweils in Doppelfolgen ausgestrahlt werden.

TV-TIPP

  • "Mein Freund, das Ekel"
  • ab Donnerstag, 30. September, 20.15 Uhr
  • ZDF

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