Neue Krimi-Hoffnung aus dem Saarland: Eine Kritik zu "Bruder, Liebe, Tod" in der ARD
Na, der hat uns gerade noch gefehlt, dürften sich manch krimi-müde Zuschauerinnen und -zuschauer denken, wenn "Der Saarland-Krimi: Bruder, Liebe, Tod" am Donnerstagabend im Ersten auf Sendung geht. Doch ihnen sei gesagt: Der 90-Minüter (Buch: Mathias Schnelting, Regie: Janis Rebecca Rattenni) kommt unerwartet frisch und vielversprechend daher, was neben dem guten Drehbuch und der geglückten Dramaturgie vor allem der interessanten Konstellation der Protagonisten und den Darstellern zu verdanken ist.
Davon handelt der ARD-Krimi "Bruder, Liebe, Tod"
Tayfun Can (Aram Arami, "Drei von der Müllabfuhr") und Elisa Santori (Olga von Luckwald, "Chabos") waren ein großartiges Ermittlerteam, das spürt man schnell, wenn man sie zusammen erlebt. Waren – denn nach einem Einsatz, bei dem ein Jugendlicher beim Festnahmeversuch zu Tode kam, quittierte Tayfun den Dienst. Er arbeitet heute als Sozialarbeiter und Bewährungshelfer und betreut in einem Restaurant-Projekt straffällig gewordene Jugendliche: "Als Polizist bin ich immer gekommen, wenn's schon zu spät war. Ich wollte das für mich ändern, ich wollte helfen, bevor es wieder zu spät ist." Elisa hingegen blieb der Polizei treu, obwohl auch sie immer wieder von Albträumen heimgesucht wird.
Ein Mordfall führt das ehemalige Team nun wieder zusammen, denn der Tatverdächtige ist ausgerechnet Tayfuns kleiner Bruder Momo (Doguhan Kabadayi). Er hatte den Italiener Enzo (Amedeo Gonnella) niedergeschlagen, weil er seine Freundin Ruby (Sarah Mahita) bedrängt haben soll. Wie sich herausstellt, starb der Drogendealer jedoch an einer Überdosis Ecstasy, die ihm erst später verabreicht worden sein muss.
Dummerweise findet sich Momos DNS an Enzos Leiche, daher versteckt Tayfun ihn bei sich und beginnt, auf eigene Faust zu ermitteln. Als er dabei zwangsläufig auf Elisa trifft, gibt sie, die sich von ihm in Stich gelassen fühlte, zunächst abweisend, allerdings wenig überzeugend. Und so arbeitet das Duo inoffiziell wieder zusammen: Elisa hat Polizeiwissen, etwa, dass Enzo unter falscher Identität im Saarland lebte, Tayfun bringt dafür Leute zum Sprechen, die sich der Polizei gegenüber wortkarg geben. Den Fischhändler Massimo (Claudio Caiolo) etwa oder den türkischen Gangster Murat (Cem Öztabakci).
Bei Erfolg wird "Bruder, Liebe, Tod" eine Reihe
"Der Saarland-Krimi" soll bei Erfolg zur Reihe werden, und das kann man sich und den Beteiligten nur wünschen. "Bruder, Liebe, Tod" ist ein spannender Kriminalfall mit interessanten, sympathischen Charakteren, über die man gern mehr erfahren würde. Dem Szenenbildner Andreas C. Schmid gelangen zudem bemerkenswerte Impressionen der saarländischen Hauptstadt Saarbrücken.
Hier wurde der neue ARD-Krimi gedreht
Doch da ist ein Drehort, der ganz besonders beeindruckt und von Kameramann Victor Voß bildgewaltig in Szene gesetzt wurde: das Bergbaumuseum "Musée Les Mineurs Wendel" und das Schaubergwerk im "Parc Explor Wendel" im französischen Petite Rosselle. Hier befindet sich das fiktive Restaurant "Kleine Freiheit", das einen zentralen Dreh- und Angelpunkt des Films darstellt.
"Der Saarland-Krimi: Bruder, Liebe Tod" – Do. 30.04. – ARD: 20.15 Uhr
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Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH