Hugh Hudson

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Drehte einen der besten "Tarzan"-Filme: Hugh Hudson
Hugh Hudson
Geboren: 25.08.1936 in London, Großbritannien

Geboren in England und aufgewachsen in London, Shropshire und Schottiand, fand Hugh Hudson bereits 1962, nachdem er seinen Wehrdienst abgeleistet hatte, seinen Einstieg ins Filmgeschäft. Er war nach Paris gezogen, wo er zunächst als Cutter bei einer französischen Herstellungsfirma von Dokumentarfilmen arbeitete.

Nach einer zweijährigen Schaffenszeit kehrte er zurück nach London und gründete dort die Cammel-Hudson Film Company, die in den kreativ ohnehin enorm fruchtbaren 60ern eine der erfolgreichsten englischen Produktionsfirmen wurde. Die Cammel-Hudson-Doku "A Is For Apple" wurde mit einem Screenwriters Guild Award ausgezeichnet, und "Tortoise and Hare" landete eine Nominierung für den BAFTA und den ersten Preis beim Dokumentarfilmfestival in Venedig.

1970 schloss sich Hudon mit Ridley Scott zu einer kreativen Partnerschaft zusammen, und in den kommenden fünf Jahren setzten die beiden mit ihren phantasievollen, visuell bahnbrechenden und eleganten Werbeclips neue Standards und gewannen praktisch alle wichtigen internationalen Auszeichnungen der Werbeindustrie.

Mit der Gründung von Hudson Film ging er 1975 schließlich eigene Wege, teilte sich ein Büro mit Alan Parker und produzierte und inszenierte in den folgenden zwanzig Jahren zahlreiche Werbeclips, Filme und Wahispots für die New British Labour Party. 1976 führte er nach eigenem Buch Regie bei der abendfüllenden Filmbiografie Fangio (1977), einem Film über den fünfmaligen argentinischen Weltmeister im Autorennen Juan Manuel Fangio, der in Europa und Südafrika mit. großem Erfolg aufgenommen wurde.

Immer wieder lehnte Hubson in dieser Zeit Angebote ab, einen Kinofilm zu drehen, denn, wie er sagte, wolle er noch auf ein "Projekt, an das ich glaube" warten. 1978 arbeitet Hugh Hudson erneut als Second Unit für Alan Parker. "Hugh hat eigentlich in Action gar keine besondere Erfahrung, doch er ist einer, der mit dem Kopf durch die Wand will. Wenn etwas 'nicht möglich' ist, dann beweist Hugh das Gegenteil" sagt Alan Parker anlässlich der Promotion für seinen Gefängnis- Thriller "Midnight Express" und er meinte schmunzelnd: "Dieser Mann wird uns noch alle in den Schatten stellen."

Nun, soweit ist es nicht gekommen. Doch 1981 erklang das Leitmotiv von "Die Stunde des Siegers" viermal bei der Oscar-Verleihung: Bester Film, bestes Drehbuch, beste Kostöme, beste Musik (Vangelis). Es war die Stunde des Siegers. Ein Jahr später, Vorbereitungen und Dreharbeiten zu "Greystoke - Die Legende von Tarzan". Hugh Hudson hat das Ganze zu seinem Thema gemacht.

Jahrzehntelang hatte der greise Autor Edgar Rice Burroughs sich über die Verfälschungen seiner Tarzan-Figur geärgert. Jetzt kam ein junger Mann aus Großbritannien, der zeigte, was in dieser Figur steckt. Anders als Johnny Weissmüller und Lex Barker ist Christopher Lambert nicht der hirn- und sprachlose Dschungeldjango, sondern ein feinnerviger, intelligenter junger Mann, der durchschaut, was die sogenannte Zivilisation mit ihm und seinesgleichen vorhat.

Hugh Hudson ist auch Produzent und so kann er sich gegen die Einwände der Produzenten durchsetzen: der "teuerste Tarzan- Film in der Geschichte des Kinos" erstickt nicht im Aufwand, im Bombastischen, er ist auch Kammerspiel, ein Gesellschaftsstück. Sein Charme, seine Eloquenz, seine Phantasie haben Hudson geholfen, den Marquis von Salisbury dazu zu bringen, das altehrwürdige Hatfield House für den Film zur Verfügung zu stellen, das einst Heinrich VIII. der Kirche abgeknöpft hatte. Hier hatte einst Elizabeth I. auf ihre Thronbesteigung gewartet. Das Ergebnis der umsichtigen Planung und Durchführung der Dreharbeiten hat sich gelohnt: "Greystoke" ist einer der schönsten unter den modernen Abenteuermärchen.

Hugh Hudson hat so etwas nicht mehr geschafft: "Revolution", das aufwendige Ausstattungsstück über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg im 18. Jahrhundert ist reines Austattungskino ohne Figuren mit Profil - trotz Al Pacino und Donald Sutherland.

Und "Road Home", die Geschichte eines schwererziehbaren Jungen, der von den Eltern in psychatrische Behandlung gesteckt wird, anstatt ihm lievevolle Zuwendung zu geben, lässt Überzeugungskraft in Thema und Gestaltung vermissen. Nimmt man dann hinzu, dass der hochgelobte Debütfilm "Die Stunde des Siegers" ein pathetisches Hohelied auf Sieg und Sieger ist - es geht um Goldmedaillen - so bleibt "Greystoke" der einzige bedeutende Film des Regisseurs.

Denn auch sein bislang letztes Werk "Ich träumte von Afrika" (2000) hat eher bescheidene Ausmaße.


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