Aus aller Welt auf die Inseln - Vom Saisonarbeiter zum Insulaner
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Info, Gesellschaft + Soziales
Aus aller Welt auf die Inseln
Obwohl die sieben bewohnten Ostfriesischen Inseln winzig sind, bilden sie eine Art Melting Pot internationaler Kulturen. Denn aus der ganzen Welt kommen Menschen zum Arbeiten dorthin. Ohne die Mitarbeitenden aus dem Ausland könnten die Hotels und Restaurants dichtmachen. Denn deutsches Personal ist in der Branche extrem knapp. Viele kommen nur für eine Saison. Andere ziehen samt ihren Familien an die Nordsee und werden Teil der Inselgesellschaft. "die nordstory" trifft Menschen aus aller Welt, die auf den Ostfriesischen Inseln eine neue Heimat gefunden haben. Eine Rumänin geht auf Borkum ihren Weg Auf der größten Ostfriesischen Insel Borkum haben mehr als 500 Rumänen ihren festen Wohnsitz. Bei insgesamt etwa 5200 Einwohnerinnen und Einwohnern sind das etwa zehn Prozent. Ana-Maria Andrei lebt seit 2013 auf Borkum. Eigentlich wollte sie nur für eine Saison bleiben, aber mittlerweile ist für Ana-Maria klar: Borkum ist ihre Heimat, sie leitet das Housekeeping eines Hotelbetriebs. Neben ihrem Fulltimejob versorgt sie drei Kinder. Und sie ist ein Bindeglied zwischen Deutschen und Rumänen und hilft ihren Landsleuten als Übersetzerin bei Arztbesuchen und Behördengängen. "Ohne Ana-Maria wären wir oft aufgeschmissen", sagt die Ärztin Monika Harms. Eine Polin schmeißt auf Baltrum zwei Betriebe Bozena Possekel ist ohne Frage eine "Powerfrau". In ihrer Heimat hat sie Hotelfachfrau gelernt und wurde 2003 für ein Praktikum nach Baltrum vermittelt. Mittlerweile führt sie die einzige Pizzeria der Insel und hat obendrein einen Imbiss eröffnet. "Mich selbstständig zu machen war immer mein Traum!". Tochter Laura und Sohn Jakub gehen in die Inselschule, Bozena selbst wurde zur Elternvertreterin gewählt. Das Jahr 2021 ist für Bozena Possekel besonders spannend: Nach dem langen Corona-Lockdown muss sie mit ihren Betrieben dringend wieder Geld verdienen. Und sich außerdem um ihr kleines Baby kümmern: Sohn Philip ist zu dem Zeitpunkt erst wenige Monate alt. Ein Senegalese bringt auf Spiekeroog Chinesen Deutsch bei Bara Sarr stammt aus dem Senegal und ist ältester Lehrer am Hermann Lietz-Internat auf Spiekeroog. Er hat in Leipzig Deutsch studiert. Und weil das Internat Schülerinnen und Schüler aus China aufgenommen hat, bringt er ihnen Deutsch als Fremdsprache bei. "Ich kann mich in ihre Lage versetzen", sagt Bara Sarr. "Die Sprache ist der Schlüssel. Wenn man in einem fremden Land klarkommen will, muss man die Sprache lernen!" Der Anfang 60-Jährige lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in einer kleinen Wohnung im Internat und verbringt auch jenseits des Unterrichts viel Zeit mit den Schülerinnen und Schülern. "Das gehört zum Lietz-Konzept. Wir sind alle eine große Familie. Und weil wir in meiner Heimat auch in großen Gemeinschaften leben, fühle ich mich hier zu Hause", sagt er. Eine Dänin als "Eisfee" auf Norderney Henriette Vaupel stammt aus Viborg (Dänemark) und wollte in ihrer Jugend Profifußballerin werden. "Hat nicht ganz geklappt. Aber O-Beine hab' ich trotzdem gekriegt!", sagt Henni. Der Liebe wegen kam sie nach Ostfriesland und bekam irgendwann ein Jobangebot auf Norderney: als Eisverkäuferin. "Das ist mein Traumjob", sagt Henni. Und dass die Deutschen sich bei den Dänen ganz schön viel abgucken können in Sachen Glücklichsein. "Die Deutschen machen sich oft Sorgen. Wir Dänen leben unbekümmerter!" Norderney wird für Henni zum Sprungbrett: Ihr Chef macht einen großen Eissalon in Norddeich auf und Henriette soll den neuen Laden leiten. "die nordstory" begleitet Menschen, die beispielhaft zeigen, wie Integration funktionieren kann. Sie alle haben auf den kleinen Ostfriesischen Inseln ihre neue Heimat gefunden. Gefördert mit Mitteln der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH.
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