Blumen gegen Müll und Hundekot
27.07.2026 • 18:15 - 18:45 Uhr
Natur + Reisen, Natur + Umwelt
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Originaltitel
Blumen gegen Müll und Hundekot - Die Straßengärtner von Hamburg
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Natur + Reisen, Natur + Umwelt

Blumen gegen Müll und Hundekot

Lissi lässt 1000 Blumen blühen am Straßenrand vor dem Mietshaus, in dem sie wohnt. Jedes Jahr schafft die ältere Dame aus Hamburg-Eimsbüttel den Blütenzauber und bekommt dafür viel Beifall von Nachbarn und Passanten. Autofahrer trauen sich nicht mehr, die Randstreifen an den Straßenbäumen plattzufahren. Und Hundebesitzer zerren ihre Lieblinge vom Blütenidyll weg, bevor sie jemand darin erwischt. Seit Lissi Tisch und Stühle an den blühenden Straßenrand gestellt hat, ist dort fröhliches Beisammensein von Menschen, die sich vorher nicht kannten, aber alle für Blumen und Natur interessieren. Und das sind in der Großstadt viele. Im Hamburger Großstadtverkehr verwandeln immer mehr Straßengärtnerinnen und -gärtner schmuddelige Bordsteinkanten und Verkehrsinseln in blühende Beete. In Hamburg-Eimsbüttel, einem der am dichtesten besiedelten Stadtteile Deutschlands, ist Urban Gardening im "Straßenbegleitgrün", wie es im Amtsdeutsch heißt, voll im Trend. Es wird teilweise sogar amtlich unterstützt. Die Grünämter schätzen neben dem ökologischen auch den ökonomischen Wert dieser ehrenamtlichen Gartenarbeiter, da die Stadt für die Pflege der grünen Straßenränder dadurch Geld spart. Die Ämter vergeben Patenschaften für sogenannte Baumscheiben. Es sind die wenigen Quadratmeter offenen Bodens, die nicht zubetoniert oder -asphaltiert werden dürfen, damit die Bäume nicht verdursten. Kleine, aber wertvolle Inseln von Naturboden in einer Stadt, die weiterhin großflächig ihr Erdreich für Wohnungsbau und Industrie versiegelt. In Eimsbüttel gärtnern offiziell schon 300 Baumscheiben-Paten. Inoffiziell sind es aber viel mehr Straßengärtnerinnen und -gärtner, zählt man die dazu, die - ohne das Amt zu fragen - rund um die Straßenbäume ihre Sehnsucht nach Natur ausleben. Viele stören die amtlichen Regeln: Pflanzen über 60 Zentimeter Höhe und Zäune sind verboten. Da es ohne Einzäunung aber kaum möglich ist, rücksichtlos parkende Autos oder kackende Hunde vom hart erarbeiteten, blühenden Beet fernzuhalten, ist die Dunkelziffer der Bordsteingärtner groß, die einfach ohne Patenschaft drauflos pflanzen. Und das meist ohne Konflikte, denn der Hamburger Amtsschimmel drückt zum Glück fast überall ein Auge zu. Wir dulden es, heißt es amtlich. Meistens zumindest. Verständlich, denn überall, wo es sprießt und blüht, brauchen sich die amtlichen Grünpfleger um nichts mehr kümmern, solange die Bepflanzung keine Gefahr ist und sich niemand beschwert. Obendrein hilft das ehrenamtlich geschaffene Grün auch, den zunehmenden Klimastress der sommerlich überhitzten Großstadt etwas zu lindern. Und dem Insektensterben leisten viele Straßengärtner auch noch Widerstand, indem sie Baumscheiben und Verkehrsinseln in Wildblumenwiesen verwandeln. Und zu guter Letzt fördert die Straßengärtnerei auch das soziale Miteinander: Lissi und ihre Mitstreiter vernetzen sich. Und sie werden beim Pflanzen und Gießen ständig freundlich angesprochen. So kommen fremde Menschen ins Gespräch. Und das ist wichtig in der Großstadt, sagt Lissi. "Die Nordreportage" begleitet die Straßengärtnerinnen und -gärtner, die aus öden Flächen am Fahrbahnrand blühende Landschaften machen. XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX Stadtmenschen machen aus schmuddeligen Bordsteinecken und Verkehrsinseln blühende Gärten. Urban Gardening ist in Hamburg-Eimsbüttel, einen der am dichtesten besiedelten Stadtteile Deutschlands, schwer angesagt. Anwohner nehmen Schaufel und Harke in die Hand und schaffen kleine blühende Paradiese am Seitenstreifen oder auf Verkehrsinseln für Wildbienen und andere Insekten. Gleich neben dem fließenden Verkehr. Allerdings ist das häufig illegal. Und manchmal pflügt die Behörde angelegte Beete einfach wieder um.

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