Borgen - Macht und Ruhm
11.12.2025 • 00:20 - 01:20 Uhr
Serie, Dramaserie
Lesermeinung
Katrine (Birgitte Hjort Sørensen) beginnt ihre neue Stelle in der Chefposition des Nachrichtensenders TV1. Sie hat hohe Erwartungen an den Sender.
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Bei einem Spaziergang berichtet ihr Ex-Mann Philipp (Mikael Birkkjær) Birgitte (Sidse Babett Knudsen) von der Schwangerschaft seiner Freundin Ida. Sie reagiert zunächst überrascht, freut sich aber mit ihm.
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Außenministerin Birgitte (Sidse Babett Knudsen) hält ihre Rede zu Ehren der dänisch-chinesischen Partnerschaft.
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Torben (Søren Malling) und Birgitte (Sidse Babett Knudsen) treffen sich auf einen Kaffee. Birgitte möchte mit ihm einen journalistischen Deal aushandeln, der sich in Grauzonen bewegt.
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Originaltitel
Borgen
Produktionsland
DK
Produktionsdatum
2022
Serie, Dramaserie

Comeback einer dänischen Ausnahme-Serie

Von Eric Leimann

Die dänische Serie "Borgen" erzählte von der fiktiven Ministerpräsidentin Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen), ein faszinierender Blick auf den Politikbetrieb und dessen Auswirkungen auf das Privatleben der Charaktere. ARTE wiederholt jetzt die vierte Staffel, die Netflix 2022 der Originalserie nachfolgen ließ.

Als 2010 die dänische Serie "Borgen" bei ARTE startete, war die Serienlandschaft noch eine andere. Erst Anfang 2014 begann Amazon mit seinem Video-Streamingdienst in Deutschland, Netflix kam im Herbst des gleichen Jahres hinzu. An Apple oder Disney als gewichtige Produzenten von Qualitätsserien war da noch gar nicht zu denken. Trotzdem oder gerade deshalb sprach es sich bald herum, dass "Borgen" – die Erzählung des Lebens der fiktiven dänischen Ministerpräsidentin Birgitte Nyborg (Sidse Babett Knudsen) – ein außergewöhnliches Programm war. Präzise, spannend und mit viel Insider-Wissen über den Politbetrieb und die ihn begleitenden Medien hatten das dänische Staatsfernsehen DR und Showrunner Adam Price eine grandiose Drama-Serie erschaffen.

"Borgen" erzählte von Strategien und Intrigen des Regierens, von persönlichen Abhängigkeiten und Verwerfungen, aber auch von Krisen der Protagonistinnen und Protagonisten. Nach drei Staffeln, im Jahr 2013, war Schluss. Beim DR galt damals die gute Regel: Nach drei Staffeln sollte man etwas Neues machen, um nicht an erzählerischer Qualität zu verlieren. Schön, wenn man ein Pferd nicht tot reiten muss, weil ein "Franchise" bedient werden soll. Dennoch freuen sich ein paar Jahre später die meisten, dass diese Entscheidung nicht endgültig war.

Im Frühjahr 2020 kam die überraschende Ankündigung, dass "Borgen" als Koproduktion von Netflix und DR fortgesetzt wird. Acht neue Folgen konnte man in Deutschland beim Streaminganbieter abrufen. Nun läuft die Serie nach der Free TV-Premiere vor zwei Jahren noch einmal beim deutschen "Borgen-Sender" ARTE. In der Nacht zum 11. Dezember laufen die ersten drei Folgen, die komplette Staffel ist vom 10. Dezember bis 10. Januar 2026 in der ARTE-Mediathek zu finden.

In der Produktion, die im Dänischen den Beinamen "Riget, Magten og Æren" ("Das Reich, die Macht und die Ehre") erhalten hat, geht es um einen großen Ölfund auf Grönland und um das Verhältnis der teilautonomen ehemaligen Kolonie vom kleinen dänischen "Mutterland".

Apropos Mutter: Natürlich sind auch die Protagonistinnen und Protagonisten der Serie älter geworden. Birgitte Nyborg ist nun 53 und Single, ihre beiden Kinder sind erwachsen. Sie hat eine Brustkrebserkrankung überstanden und ist mit ihrer Partei als kleinerer Regierungspartner der neuen Ministerpräsidentin Signe Kragh (Johanne Louise Schmidt) wieder im politischen Amt.

Russland, Ukraine: Die neue Weltordnung schon Teil der Erzählung

Eigentlich, so die Storyline der vierten Staffel, sind Nyborg und ihre Partei für Klimaschutz und gegen die Ausbeutung neuer fossiler Brennstoffe. Doch die Lage ist kompliziert. In Grönland erhofft man sich von den Ölfunden mehr Unabhängigkeit und Geld für die die marginalisierte Bevölkerung des Inuit-Teilstaates. Gleichzeitig existiert das Problem, dass der Ölkonzern vor Ort mit russischem Oligarchen-Geld arbeitet. Sogar der Angriff Russlands auf die Ukraine inklusive neuer Weltordnung floss bereits in die Drehbücher der vierten "Borgen"-Staffel ein. Auch wenn man nicht weiß, wie das auf die Schnelle überhaupt klappen konnte.

Inhaltlich und künstlerisch knüpft das Programm dort an, wo es vor vielen Jahren aufhörte: "Borgen – Macht und Ruhm" ist herausragendes Serienfernsehen, grandios geschrieben und gespielt. In Dänemark zeigte sich die Kritik nach der langen Pause angetan vom Ergebnis.

Mit dabei sind eigentlich fast alle Figuren, die schon damals relevant waren. Birgitte Hjort Sørensen als Journalistin Katrine Fønsmark oder auch Søren Malling, der wieder den Journalisten Torben Friis spielt. Nicht mehr an Bord ist dagegen Pilou Asbæk als Nyborgs Berater Kasper Juul. Dafür sind einige neue Figuren hinzugekommen, die dem toll fotografierten Handlungsort Grönland oder auch der Weiterentwicklung der Story in Kopenhagen geschuldet sind. Vielleicht der wichtigste Neue: Mikkel Boe Følsgaard verkörpert Asger Holm Kirkegaard, den neuen Assistenten von Birgitte Nyborg, der für sie in Grönland Verhandlungen führen soll.

Im Gegensatz zum Beginn der Serie, als Sidse Babett Knudsen eine Idealistin spielte, die überraschend im höchsten Staatsamt gelandet war, eine noch junge Frau mit zwei Kindern, sieht man nun eine privat eher einsame Frau in der Midlife-Crisis. Und man merkt Birgitte Nyborg die Härte der Politik äußerlich, aber auch innerlich an. Vielleicht ist das neue "Borgen" deshalb noch etwas kühler als das alte. Aber keinesfalls weniger faszinierend.

"Borgen – Macht und Ruhm" – Mi. 10.12. – ARTE: 00.20 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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