Brennpunkt: Brandkatastrophe im Ski-Ort
01.01.2026 • 20:15 - 20:25 Uhr
Info, Infomagazin
Lesermeinung
ARD BRENNPUNKT
BRENNPUNKT - Logo der Sendung
© ARD - honorarfrei, Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter ARD-Sendung bei Nennung: "Bild: ARD" (S2). ARD Programmdirektion/Bildredaktion, Tel. 089 5900 23879
Vergrößern

ARD-Brennpunkt - Logo
Vergrößern
Originaltitel
Brennpunkt
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Info, Infomagazin

Das Dresdner Neujahr – im Keller

Von Eric Leimann

Im "Tatort: Nachtschatten" aus Dresden müssen Leo Winkler (Cornelia Gröschel) und Schnabel (Martin Brambach) herausfinden, ob die Geschichte eines blutverschmierten Mädchens stimmt: Die 16-Jährige behauptet, einem Keller entkommen zu sein, in dem sie seit vielen Jahren gefangengehalten wurde.

Während "normale" Menschen das neue Jahr mit guten Vorsätzen beginnen, schert dies die "Tatort"-Macher offenbar wenig. Man kann nicht behaupten, dass beim traditionellen Neujahrsfall im Ersten leichtere Themen im Vordergrund stünden: Zuletzt sah man da Geschichten über traumatisierte Entführungsopfer ("Stelzenmann", 1. Januar 2025) und einen Fall, in dem Kommissarin Julia Grosz, gespielt von Franziska Weisz, ermordet wurde ("Was bleibt", 1. Januar 2024). Gnade am Neujahrstag sähe anders aus. Auch vom diesjährigen Beitrag, dem "Tatort: Nachtschatten" aus Dresden, darf man keine Wunderdinge in Sachen gute Stimmung erwarten. Man lernt zu Beginn eine verwirrte, blutverschmierte junge Frau kennen: Amanda (Emilie Neumeister) irrt wie ein Alien durch die Dresdener Neustadt. Als sie mit einem Skalpell Passanten angreifen will, wird sie überwältigt und in Polizeigewahrsam genommen. Dort erzählt sie den Ermittlern Peter Schnabel (Martin Brambach) und Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) eine unglaubliche Geschichte.

Ihr Vater, so Amanda, würde ihre Schwester und sie bereits ein Leben lang in einem Keller gefangenhalten. Nur die Mutter dürfe den Mädchen ab und zu Essen bringen. Zuwendung bekämen sie ausschließlich, wenn sie artig gewesen seien. Auch die Außenwelt hätten sie bisher nur in der Nacht gesehen – auf einem Spielplatz inmitten hoher Häuser. Das Argument des Vaters, die Mädchen so leben zu lassen, läge in dessen Überzeugung, dass es "draußen" sehr gefährlich sei.

Amanda wird nicht nur vernommen, sondern auch körperlich und psychologisch untersucht. Weil das Mädchen Fluchtversuche unternimmt und Gewalt einsetzt, tendiert eine Mehrheit von Ärzten, Therapeuten und Ermittlern für die vorläufige Unterbringung Amandas in einer Psychiatrie. Nur Leo Winkler glaubt, dass an der kruden Story des Mädchens etwas dran sein könnte. Sie sammelt Hinweise über die mögliche Lage des ominösen Kellers und klappert Haustüren ab, um die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu finden.

"Die Schule der magischen Tiere" goes "Tatort"

Nicht nur die junge Hauptfigur dieses Krimis sowie ihre Helferin, Kommissarin Winkler, sind weiblich. Auch hinter der Kamera waren vor allem junge Frauen am Werk. Das Drehbuch stammt von Viola M. J. Schmidt, die sich mit ihren Kinoadaptionen der beliebten Kinderromane "Schule der magischen Tiere" einen Namen machte. Mit ihrer Kellergeschichte, die das (ausgedachte?) Leben Amandas unter jenen Umständen immer wieder in Rückblenden zeigt, debütiert sie ebenso beim "Tatort" wie die 40-jährige Regisseurin Saralisa Volm. Sie kennt man vom eindringlichen Vergewaltigungsdrama "Am Ende der Wahrheit" mit Maria Furtwängler oder vom stimmungsvollen Psychothriller "Schweigend steht der Wald" mit Henriette Confurius. Dass Volm Atmosphäre, stimmungsvolle Bildern und Spannungsmomente auf gehobenem Regie-Niveau beherrscht, beweist sie nun auch mit ihrem ersten "Tatort".

Tatsächlich ist die zweite Hälfte des Dresden-Falles die bessere, was nicht unbedingt üblich ist in TV-Krimis, die oft abflachen, wenn sie ihr Thema erst mal wie die Katze aus dem Sack gelassen haben. Während in den ersten 40 Minuten die Frage der Glaubwürdigkeit Amandas die ein oder andere erzählerische Länge aufweist, ist die Spurensuche nach dem möglichen Kellerraum in Hälfte zwei ebenso spannend wie stark bebildert. Hier kommt auch Gaststar Nina Kunzendorf ins Spiel, die frühere Frankfurter "Tatort"-Ermittlerin, in der Rollen einer Hausmeisterin.

Ein kleines Besetzungs-Manko ist die von Emilie Neumeister gespielte Hauptfigur. Nicht dass die gebürtige Dresdnerin, die auch die Teenie-Tochter der Rostocker "Polizeiruf"-Kriminalhauptkommissarin Melly Böwe (Lina Beckmann) spielt, ihre Sache nicht gut machen würde. Nein, das Problem ist: Neumeister ist und wirkt wie Mitte 20, ihre Rolle soll jedoch 16 Jahre alt sein. Eine mutige Behauptung! Darüber hinaus ist dem Dresdener Revier, das schon immer Thriller-affin war, zum Jahresauftakt ein durchaus eindringlicher Gefangenen-Film mit wenig natürlichem Licht gelungen. Und das ausgerechnet an Neujahr.

Tatort: Nachtschatten – Do. 01.01. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Stefan Gorski guckt über die Schulter.
HALLO!

Stefan Gorski spricht über seine Rolle in "Serial Cleaner"

Stefan Gorski verkörpert Vincent Karanz in "Serial Cleaner", einem Unternehmersohn, der im Zwiespalt zwischen familiären Erwartungen und eigenen moralischen Überzeugungen steht.
Dr. Jochen H. Schmidt.
Gesundheit

Gründlich Zähneputzen ist auch gut fürs Herz  

Eine gründliche Zahnpflege ist nicht nur für die Mundgesundheit wichtig, sondern kann auch schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern. Studien zeigen, dass Parodontitis und Wurzelentzündungen das Herz gefährden können.
Olivia Jones (l.) und Johannes Hegemann 
Star-News

"Es geht um Freiheit": Olivia Jones richtet klare Worte an die Gesellschaft

Der Weg nach St. Pauli war für Olivia Jones alles andere als leicht. Heute macht ihre Geschichte vielen Menschen Mut.
Heiner Lauterbach schaut ernst.
HALLO!

Heiner Lauterbach: „Amerika hat mich geprägt"

Heiner Lauterbach und der Cologne Blues Club präsentieren mit "Like a Hobo" eine einzigartige Tournee, die Musik und amerikanische Literatur vereint. Im Interview spricht Lauterbach über seine Faszination für die USA und seine prägenden Erfahrungen mit amerikanischer Kultur.
Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) lacht.
Gesundheit

Apotheken sollen in Zukunft eine wichtigere Rolle spielen

Apotheken in Deutschland sollen künftig mehr Aufgaben übernehmen und so das Gesundheitssystem entlasten. Das neue Apothekenreformgesetz ermöglicht zahlreiche pharmazeutische Dienstleistungen, die Ärzte entlasten und Patienten schneller versorgen können.
Dr. Jutta Wiesner lacht.
Gesundheit

Plötzlicher Urinverlust: Das können Sie tun

Eine 58-jährige Patientin leidet unter Drang-Inkontinenz. Trotz normaler Blasenfunktion verhindert die überaktive Blase lange Autofahrten. Nach hormonellen und medikamentösen Therapien erlebt sie eine deutliche Verbesserung.