Charité

  • Der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch (Ulrich Noethen, zweiter von rechts) steht im Mittelpunkt der zweiten Staffel der Erfolgsserie "Charité". Als seine junge Frau und Assistentin Margot ist Luise Wolfram zu sehen (Szene mit Jacob Matschenz, rechts, als Pfleger). Vergrößern
    Der berühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch (Ulrich Noethen, zweiter von rechts) steht im Mittelpunkt der zweiten Staffel der Erfolgsserie "Charité". Als seine junge Frau und Assistentin Margot ist Luise Wolfram zu sehen (Szene mit Jacob Matschenz, rechts, als Pfleger).
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
  • Anni (Mala Emde) und ihr Bruder Otto (Jannik Schümann) warten im Hörsaal der Charité auf ein Kamerateam der Wochenschau. Dort soll eine neuartige Operationstechnik Ferdinand Sauerbruchs im Bewegtbild festgehalten werden. Vergrößern
    Anni (Mala Emde) und ihr Bruder Otto (Jannik Schümann) warten im Hörsaal der Charité auf ein Kamerateam der Wochenschau. Dort soll eine neuartige Operationstechnik Ferdinand Sauerbruchs im Bewegtbild festgehalten werden.
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
  • Kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes legt Medizinstudentin Anni (Mala Emde) 1943 ihr Examen in der Charité bei Prof. Sauerbruch (Ulrich Noethen) ab. Vergrößern
    Kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes legt Medizinstudentin Anni (Mala Emde) 1943 ihr Examen in der Charité bei Prof. Sauerbruch (Ulrich Noethen) ab.
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
  • In "Heimatschuss", Folge eins der zweiten "Charité"-Staffel, vermutet Psychiatrie-Chef und Nazifunktionär Max de Crinis (Lukas Miko), dass der frisch operierte Soldat Lohmann (Ludwig Simon, links) sich seine Verletzung selbst beigebracht hat. Zusammen mit Anni (Mala Emde) begutachtet er den Patienten. Vergrößern
    In "Heimatschuss", Folge eins der zweiten "Charité"-Staffel, vermutet Psychiatrie-Chef und Nazifunktionär Max de Crinis (Lukas Miko), dass der frisch operierte Soldat Lohmann (Ludwig Simon, links) sich seine Verletzung selbst beigebracht hat. Zusammen mit Anni (Mala Emde) begutachtet er den Patienten.
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
  • Medizinstudent Otto (Jannik Schümann) zweifelt immer mehr an der Nazi-Ideologie. Bei der an ihm interessierten Schwester Christel (Frida-Lovisa Hamann) sieht das hingegen anders aus. Vergrößern
    Medizinstudent Otto (Jannik Schümann) zweifelt immer mehr an der Nazi-Ideologie. Bei der an ihm interessierten Schwester Christel (Frida-Lovisa Hamann) sieht das hingegen anders aus.
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
  • Otto Marquardt (Jannik Schümann) kehrt von der Front zurück und staunt üer den Bauch seiner hochschwangeren Schwester Anni (Mala Emde). In der Studentenkompanie der Charité will Otto sein Medizinstudium abschließen. Vergrößern
    Otto Marquardt (Jannik Schümann) kehrt von der Front zurück und staunt üer den Bauch seiner hochschwangeren Schwester Anni (Mala Emde). In der Studentenkompanie der Charité will Otto sein Medizinstudium abschließen.
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
  • Pfleger Martin (Jacob Matschenz, links), Schwester Christel (Frida-Lovisa Hamann) und Otto (Jannik Schümann) versuchen das Leben des Patienten Lohmann zu retten. Vergrößern
    Pfleger Martin (Jacob Matschenz, links), Schwester Christel (Frida-Lovisa Hamann) und Otto (Jannik Schümann) versuchen das Leben des Patienten Lohmann zu retten.
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
  • Dr. Artur Waldhausen (Artjom Gilz, links) und Otto (Jannik Schümann) bringen Arturs hochschwangere Frau Anni (Mala Emde) in die Charité. Bei Anni haben die Wehen eingesetzt. Vergrößern
    Dr. Artur Waldhausen (Artjom Gilz, links) und Otto (Jannik Schümann) bringen Arturs hochschwangere Frau Anni (Mala Emde) in die Charité. Bei Anni haben die Wehen eingesetzt.
    Fotoquelle: ARD / Julie Vrabelova
Serie, Krankenhausserie
Zeitsprung ins Dritte Reich
Von Eric Leimann

Infos
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2019
ARD
Di., 19.02.
20:15 - 21:45
Heimatschuss / Schwere Geburt


"Charité"-Staffel eins schwang sich im Frühjahr 2017 zur erfolgreichsten ARD-Serie seit 25 Jahren auf. Trotzdem wagt das Erste in Runde zwei eine mutige Veränderung.

Berlin, 1943: Der Krieg ist längst in der deutschen Hauptstadt angekommen. Trotzdem operiert der weltberühmte Chirurg Ferdinand Sauerbruch (Ulrich Noethen) weiter. Entweder – durchaus zu Propagandazwecken – vor den Kameras der Wochenschau oder eben während der Bombenangriffe im Luftschutzbunker. Dem genialen, aber auch eitel aufbrausenden Mediziner assistiert die hochschwangere Medizin-Examenskandidatin Anni Waldhausen (Mala Emde). Deren Mann Artur (Artjom Gilz) betreibt "kriegswichtige Forschung". Dass die Versuchspersonen des Oberarztes behinderte Kinder sind, damit muss das junge Paar – und auch der Zuschauer – leben. In der durchaus anspruchsvolleren zweiten Staffel der Historienserie "Charité" haben sich die Macher für komplexere Charaktere und düstere Erzählstränge entschieden. Die Ausstrahlung beginnt mit einer Doppelfolge. Ab Episode drei ist die historische Krankenhaus- und Medizinserie in Einzelfolgen immer dienstags, um 20.15 Uhr, im Ersten zu sehen.

Im Frühjahr 2017 sorgte Staffel eins der historischen Krankenhausserie "Charité" für den größten ARD-Serienerfolg seit 25 Jahren. Mehr als acht Millionen schauten im Schnitt die sechs Folgen um eine medizinbegeisterte junge Frau (Allica von Rittberg), die aus einfachen Verhältnissen kam.

Im Renommierkrankenhaus des deutschen Kaiserreichs lernte sie 1888 die späteren Nobelpreisträger Robert Koch, Emil Behring und Paul Ehrlich kennen. Angesichts des Erfolgs ist es erstaunlich – aber auch künstlerisch konsequent – dass die Charité-Autorinnen Dorothee Schön und Sabine Thor-Wiedemann ihre Geschichte mit völlig neuem Personal in einer neuen Epoche fortsetzen.

Auch Star-Regisseur Sönke Wortmann ist nicht mehr an Bord. Die neuen Folgen verantwortet Anno Saul ("Nord Nord Mord", "München Mord"), dessen Bilder weniger opulent, sondern eher nüchtern und mitunter klaustrophobisch sind. Angesichts des Settings, das bombardierte Berlin im "Herbst" des Zweiten Weltkriegs, macht dies inhaltlich durchaus Sinn.

Die gravierendste Veränderung gegenüber Staffel eins stellt jedoch die stärker herausgearbeitete Ambivalenz der Charaktere dar. In "Charité II" gibt es keine strahlende, unbefleckte junge Heldin mehr. Alicia von Rittbergs Pendant als "Ida" ist nun Mala Emde in der Rolle der Jung-Medizinerin Anni Waldhausen. Sie und ihr fescher Mann Artur (Artjom Gilz, Hauptdarsteller der VOX-Serie "Milk & Honey") sind ein an sich linientreues Nazi-Pärchen, mit dem sich der Zuschauer dennoch identifizieren soll – denn die beiden haben im Kern auch etwas Gutes. Ebenso schwierig verhält es sich mit der zweiten Hauptfigur Ferdinand Sauerbruch, den der fantastische Ulrich Noethen einmal mehr mit großer Schauspielkunst zum Leben erweckt. Sauerbruchs Auftritte schwanken zwischen Genie und Choleriker, zwischen Eitelkeit und Humanismus.

Insgesamt muss man feststellen: "Charité II" ist die inhaltlich und künstlerisch anspruchsvollere Staffel. Statt medizinischem Heldentum und Opulenz des Kaiserreichs gibt es nun deutlich mehr Schmutz, Komplexität und historisches Zwielicht. Sollte die Zuschauerresonanz ebenso positiv ausfallen wie bei Staffel eins, wäre dieser Erfolg noch höher einzuschätzen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Weitere Infos, Sendetermine und Neuigkeiten zu "Charité" finden Sie hier

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