Das Urwaldkrankenhaus - Mythos Albert Schweitzer
04.09.2025 • 20:15 - 20:55 Uhr
Info, Dokumentation
Lesermeinung
Immer im Einsatz: Praxède Ndolo (li.) versorgt eine Krankenhausmitarbeiterin, die sich an der Hand verletzt hat.
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Albert Schweitzer blickt auf sein Lebenswerk: Das von ihm und seiner Frau gegründete Krankenhaus ist bis heute eine wichtige Säule im gabunischen Gesundheitswesen.
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Das Ehepaar Schweitzer im Jahr 1954 in Oslo, wo Albert Schweitzer (vo.li.) den Friedensnobelpreis entgegennimmt
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Albert Schweitzer (re.) in seinem Krankenhaus in Lambarene, wo er mehr als 30 Jahre seines Lebens verbrachte
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Originaltitel
Albert und Helene Schweitzer in Afrika - Zwischen Mythos und Wirklichkeit
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Dokumentation

Lichtgestalt des 20. Jahrhunderts

Von Wilfried Geldner

Irgendwie ist er der Welt abhandengekommen in den vergangenen Jahrzehnten. Dabei war der Theologe, Arzt und Philosoph Albert Schweitzer ein Humanist, wie es keinen zweiten gab. 1912 ging er mit seiner Frau nach Lambarene / Gabun, um dort ein Krankenhaus für Einheimische zu gründen.

Einer der Sätze Albert Schweitzers, der vor 150 Jahren, am 14. Januar 1875 im Elsaß geboren wurde, ist auch nach vielen Jahren so schlicht wie eindrucksvoll: "Arzt wollte ich werden, um ohne ein Reden wirken zu können", so sagte er mal. Es ist der Satz eines theologischen Philosophen, der die "Ehrfurcht vor dem Menschen" zu seinem Wahlspruch machte. Kriege hasste er, die Ursache dafür sah er darin, dass die Menschen das Gebot "Du sollst nicht töten" missachteten. Zu schlicht für heutige Zeiten, zu weltfremd, einfach zu gut?

Das "Albert Schweitzer-Jahr" 2025 wird nun vielfach zum Anlass genommen, um den Friedensnobelpreisträger von 1952 (Überreichung 1954) aus der Versenkung zu holen. Der ARTE-Film "Das Urwaldkrankenhaus – Mythos Albert Schweitzer" von Aaron Thiesen aktualisiert das Werk des Urwalddoktors, indem er gleich zwei In-Themen aufgreift: die bisherige Hintanstellung seiner Frau Helene Schweitzer, die Mitbegründerin und Ausbilderin in Lambarene war und beim Wiederaufbau des Krankenhauses nach dem Ersten Weltkrieg nicht zuletzt durch die Koordinierung von Spenden tatkräftig mithalf. Zudem wird ein immanenter "Rassismus" des Klinikleiters gegenüber den einheimischen Schwarzafrikanern behandelt, die von Anfang an aber beteiligt waren am Aufbau und dem Erfolg der Klinik – an der Heilung der an Malaria, Tuberkulose oder gar Lepra erkrankten Patienten.

"Mythos Albert Schweitzer" ist also ein zumindest vager Begriff, auch wenn der Doktor, Theologe, Friedensaktivist und angesehene Bach-Organist mit dem prototypischen Schnauzbart an seiner eigenen Legende unfreiwillig schon durch seine Taten immer wieder gestrickt haben mag. Doch die Perspektive zu wechseln und Schweitzer aus afrikanischer Sicht zu sehen, erscheint fruchtbar für ein neues Bild Schweitzers und seiner vor ihm verstorbenen Ehefrau Helene.

Das Urwaldkrankenhaus – Mythos Albert Schweitzer – Do. 04.09. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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