Der Irland-Krimi: Die Tote am Fluss
09.04.2026 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Kriminalfilm
Lesermeinung
Orla (Fionnuala Gygax, li.) offenbart sich beim Treffen der Anonymen Alkoholikern vor der Psychologin Cathrin (Desirée Blake, re.) und anderen Teilnehmern.
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Cathrin Blake (Désirée Nosbusch) kannte die junge Frau, die brutal ermordet wurde.
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Cathrin Blake (Desirée Nosbusch) und die Teilnehmerin Orla (Fionnuala Gygax, re.) verlassen gemeinsam das Treffen der Anonymen Alkoholikern.
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Sarah Kelly (Róisín O'Donovan) und Cathrin Blake (Desirée Nosbusch) stehen am Tatort.
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Originaltitel
Der Irland-Krimi
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Fernsehfilm, Kriminalfilm

"Keine Frau muss sich das gefallen lassen": Désirée Nosbusch mit wichtigem Appell

Von Susanne Bald

Gewalt gegen Frauen nimmt weltweit zu, sie hat viele Formen, und die Zahlen sind alarmierend. Dieses Themas nimmt sich nun der elfte "Irland-Krimi" mit Désirée Nosbusch in der Hauptrolle an. Der Mord an ihrem Schützling Orla wird für Kriminalpsychologin Cathrin Blake zu einem zutiefst persönlichen Fall.

"Der Irland-Krimi" im Ersten geht gerne dorthin, wo es weh tut, in die tiefsten menschlichen Abgründe. Der Drehort Galway und die raue, dramatische Westküste Irlands bilden dafür die perfekte Kulisse, so auch im elften Film der Reihe "Der Irland-Krimi: Die Tote am Fluss" (Buch: Markus Busch, Regie: Matthias Tiefenbacher) am Donnerstagabend. War es im letzten Fall Superintendent Sean Kelly (Declan Conlon), der persönlich von seinem aktuellen Fall betroffen war, ist es diesmal seine gute Freundin Cathrin (Desirée Nosbusch). Denn die Kriminalpsychologin kannte die junge Orla (Fionnuala Gygax), die am Fluss Corrib, in der Nähe eines Nachtclubs zusammengeschlagen wurde und kurz darauf ihren Verletzungen erlag. Cathrin war ihre Sponsorin bei den Anonymen Alkoholikern, deren Treffen beide besuchten.

"Wieso geht diese junge Frau mitten in der Nacht alleine am Fluss spazieren?", fragt Kelly. Würde er das auch fragen, wenn es sich um einen jungen Mann handeln würde, oder ist es da wieder, dieses "victim blaming", die Schuldzuweisung an die Frauen, die es so vielen von ihnen, die Opfer häuslicher Gewalt und sexueller Übergriffe werden, so schwer macht, die Täter anzuzeigen. Warum haben sie auch einen kurzen Rock getragen, sich geschminkt, gelächelt oder nach Anbruch der Dunkelheit alleine das Haus verlassen? Da müssen die Männer ja vergewaltigen und zuschlagen. Auch Cathrin hat ganz offensichtlich die Schnauze voll von dieser ständigen Täter-Opfer-Umkehr: "Vielleicht sollten Männer mal nachts zu Hause bleiben." – Viele Zuschauerinnen dürften sich in dieser Szene ebenso genervt dasselbe gedacht haben.

Häufig sind Ex-Partner die Täter

Rein statistisch stammen die Täter meistens aus dem engeren Umfeld des Opfers, am häufigsten ist es der Partner oder Ex-Partner. Und so ist auch Orlas Ex, der zu Aggression neigende Patrick (Emmet Byrne), Sean Kellys Hauptverdächtiger. Cathrin dagegen glaubt nicht an die Schuld des labilen jungen Mannes, der Orla immer noch zu lieben scheint, und stellt eigene Nachforschungen an. Dabei wird sie selbst zum Opfer männlicher Gewalt.

Fiona (Áine Keaveney), die neue Freundin ihres Sohnes Paul (Rafael Gareisen), fühlt sich ebenfalls von einem Mann bedroht: von ihrem Ex-Freund, der sie unaufhörlich stalkt. "Keine Frau muss sich das gefallen lassen. Wenn Reden nicht mehr hilft, musst du das anzeigen!", rät Cathrin ihr. Die Bedrohung kommt aus unterschiedlichsten Richtungen ...

Auch Hauptdarstellerin Desirée Nosbusch hat sie schon früh im Leben erlebt, wie sie in ihrer Autobiografie "Endlich noch nicht angekommen" verriet. Bei ihr war es ihr viel älterer Mentor und Manager, mit dem sie als gerade einmal 16-Jährige in eine "Beziehung" geriet: "Dieser Mann hat mich vergewaltigt. Ich wollte es nicht, und was Liebe war, wusste ich nicht ... ein Paar waren wir ganz sicher nie. Es waren Jahre voller Qualen."

Dass Frauen so offen über ihre Erfahrungen sprechen, trägt ebenso wie die filmische Thematisierung wie im aktuellen "Irland-Krimi" zur dringend notwendigen Aufklärung bei und macht anderen betroffenen Frauen, im besten Falle, Mut, Situationen richtig zu erkennen und gegebenenfalls anzuzeigen.

Schon kommende Woche geht es weiter mit dem zwölften "Irland-Krimi: Du gehörst mir".

"Der Irland-Krimi: Die Tote am Fluss" – Do. 09.04. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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