Der Prag-Krimi

  • Jan Koller (Roeland Wiesnekker) soll den Tod seines in Prag ums Leben gekommenen Kollegen Frank Müller (Dirk Borchardt) aufklären. Von Prager Seite wird ihm Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide) zur Seite gestellt. Vergrößern
    Jan Koller (Roeland Wiesnekker) soll den Tod seines in Prag ums Leben gekommenen Kollegen Frank Müller (Dirk Borchardt) aufklären. Von Prager Seite wird ihm Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide) zur Seite gestellt.
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  • Kommissar Jan Koller (Roeland Wiesnekker, zweiter von links) besucht den Bruder des getöteten BKA-Beamten und platzt in seine Hochzeitsfeier. Vergrößern
    Kommissar Jan Koller (Roeland Wiesnekker, zweiter von links) besucht den Bruder des getöteten BKA-Beamten und platzt in seine Hochzeitsfeier.
    Fotoquelle: ARD Degeto/Hannes Hubach
  • Kann der Tod von Frank Müller (Dirk Borchardt) aufgeklärt werden? Vergrößern
    Kann der Tod von Frank Müller (Dirk Borchardt) aufgeklärt werden?
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  • Jan Koller (Roeland Wiesnekker, links), seine Kollegin Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide) und der Pathologe Dr. Jan Graupner (Andreas Schröders) untersuchen die Leiche. Vergrößern
    Jan Koller (Roeland Wiesnekker, links), seine Kollegin Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide) und der Pathologe Dr. Jan Graupner (Andreas Schröders) untersuchen die Leiche.
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  • Der Kunstverstand des Pathologen Dr. Jan Graupner (Andreas Schröder, links) nutzt Jan Koller (Roeland Wiesnekker) bei den Ermittlungen. Vergrößern
    Der Kunstverstand des Pathologen Dr. Jan Graupner (Andreas Schröder, links) nutzt Jan Koller (Roeland Wiesnekker) bei den Ermittlungen.
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  • Frank Müller (Dirk Borchardt, dritter von links) feiert den Junggesellenabschied von seinem Bruder Jörg (Hendrik Heutmann, zweiter von links) und seinen Freunden, dem Kunstexperten Rene (Tom Keune) und der Tour-Begleiterin Ludmilla (Violetta Schurawlow). Vergrößern
    Frank Müller (Dirk Borchardt, dritter von links) feiert den Junggesellenabschied von seinem Bruder Jörg (Hendrik Heutmann, zweiter von links) und seinen Freunden, dem Kunstexperten Rene (Tom Keune) und der Tour-Begleiterin Ludmilla (Violetta Schurawlow).
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  • Ob Jörg (Hendrik Heutmann, links) seinen Bruder Frank (Dirk Borchardt) vor einem Fehler bewahren kann? Vergrößern
    Ob Jörg (Hendrik Heutmann, links) seinen Bruder Frank (Dirk Borchardt) vor einem Fehler bewahren kann?
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  • Jörg Müller (Henrik Heutmann) und seine Verlobte Jitka Müllerova (Alina Levshin) werden vom Todesfall überrascht. Vergrößern
    Jörg Müller (Henrik Heutmann) und seine Verlobte Jitka Müllerova (Alina Levshin) werden vom Todesfall überrascht.
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  • Feuriges Essen in der Mittelalter-Nacktbar: Der Ablauf des Junggesellenabschieds wird minutiös nachgestellt. Vergrößern
    Feuriges Essen in der Mittelalter-Nacktbar: Der Ablauf des Junggesellenabschieds wird minutiös nachgestellt.
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  • Beim Berliner BKA sichtet man das Material zum Todesfall in Prag. Vergrößern
    Beim Berliner BKA sichtet man das Material zum Todesfall in Prag.
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  • Jörg (Hendrik Heutmann, links) wird von seinem Bruder Frank (Dirk Borchardt) mit einem "Beweismittel" konfrontiert. Vergrößern
    Jörg (Hendrik Heutmann, links) wird von seinem Bruder Frank (Dirk Borchardt) mit einem "Beweismittel" konfrontiert.
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  • Frank (Dirk Borchardt, links) nimmt den Galeristen Mladek (Arnd Klawitter, zweiter von links) und den Kunstexperten Rene (Tom Keune) ins Verhör. Vergrößern
    Frank (Dirk Borchardt, links) nimmt den Galeristen Mladek (Arnd Klawitter, zweiter von links) und den Kunstexperten Rene (Tom Keune) ins Verhör.
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  • Was geschah am Junggesellenabend? Franks Sohn Sven (Max Hegewald, links) wird von Jan Koller (Roeland Wiesnekker) befragt. Vergrößern
    Was geschah am Junggesellenabend? Franks Sohn Sven (Max Hegewald, links) wird von Jan Koller (Roeland Wiesnekker) befragt.
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  • Sven (Max Hegewald) wird von seinem Vater Frank Müller (Dirk Borchardt) erniedrigt. Vergrößern
    Sven (Max Hegewald) wird von seinem Vater Frank Müller (Dirk Borchardt) erniedrigt.
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Reihe, Krimireihe
Nachspiel mit Improvisation
Von Maximilian Haase

Infos
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
ARD
Do., 06.12.
20:15 - 21:45
Wasserleiche


Bei seiner Premiere trumpft "Der Prag-Krimi: Wasserleiche" mit einem fantastischen Roeland Wiesnekker und einer außergewöhnlich theatralischen Erzählweise auf.

Barcelona, Zürich, Lissabon, Bozen: Die lose gereihten Europa-Krimis im Ersten sind zur lieben Tradition geraten. Oft eindrücklich besetzt und spannend erzählt, bieten sie in hübschen Stadtansichten und gern genommenen Klischees beste Kost für Krimi- und Europafans gleichermaßen. Konsequent wird also fleißig weiterproduziert: Nach der Premiere der Grachten-Ermittler um Hannes Jaenicke in Amsterdam feiert die Reihe nun auch ihren Einstand in Osteuropa: "Der Prag-Krimi" wartet im ersten von bislang zwei gedrehten Filmen mit einer zünftigen "Wasserleiche" auf. Klingt zunächst konventionell – entpuppt sich aber dank eines wie gewohnt herausragenden Roeland Wiesnekkers in der Hauptrolle als einfallsreiches Charakterdrama mit Hang zum Theatralischen.

Jan Koller – Fußballfans denken bei dem Namen sicher an den gleichnamigen Hünen beim BVB der frühen Nullerjahre. Geboren wurde der Sportler in Prag, ebenso wie sein fiktiver Namensvetter im "Prag-Krimi", dem Wiesnekker ein wunderbar exzentrisches Profil verleiht. Der Ermittler Koller verknüpft mit der tschechischen Hauptstadt vor allem Traumata aus der Kindheit, die in bedrohlich inszenierten Rückblicken im Film aufblitzen. Eigentlich Kommissar beim BKA in Berlin, soll er nun ausgerechnet in Prag einen Fall klären.

Ermordet wurde sein Kollege und Freund Frank Müller (Dirk Borchardt), dessen Leiche am Ufer der Moldau gefunden wurde. Dass man nun ausgerechnet Koller aufgrund seiner Tschechisch-Kenntnisse nach Prag schickt anstatt ihn als befangen davon auszuschließen: ebenso unwahrscheinlich wie geschenkt. Denn dem "Prag-Krimi" geht es ohnehin nicht um korrekte Polizeiermittlungen. Im Gegenteil: Wiesnekker verkörpert in zuverlässiger Brillanz den unorthodoxen Ermittler, der den Mord auf seine ganz eigene Weise angeht.

Davon sehr bald genervt ist Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide), die ihm wegen ihrer Deutschkenntnisse an die Seite gestellt wurde. Als filmischen Sidekick lässt man sie die Augen rollen und beim Eishockey auf Tschechisch schimpfen: "Der Koller hat ein Rad ab. Die ganze Zeit improvisiert er ohne Plan." Ohne Zweifel hat sie Recht damit: Herkömmliche Polizeiarbeit langweilt den hinzugezogenen Deutsch-Tschechen. Viel lieber lässt der theaterbegeisterte Kommissar auch die Verdächtigen Theater spielen. Im wörtlichen Sinn.

Verdächtig, das sind in dem außergewöhnlichen Krimi alle, die dem Junggesellenabschied von Müllers in Prag lebendem Bruder Jörg (Hendrik Heutmann) und dessen Angetrauter Jitka (Alina Levshin) beiwohnten. Denn als die Ermittler in deren Hochzeit platzen, verhalten sich die Anwesenden seltsam auffällig, verstricken sich in Widersprüche und Lügen. Statt alle zu verhören setzt Koller kurzerhand auf ein unterhaltsames Nachspielen des Junggesellenabends, an dem Müller ums Leben kam. Spaß hat bei dem erzwungenen Theater allerdings nur der Kommissar.

Mit dem Reenactment gelingt dem Krimi ein raffinierter Dreh: Im Wechsel erlebt der Zuschauer den echten Verlauf des Abends und das dazugehörige Schauspiel, das alle Betroffenen noch einmal quer durch die Stadt an die Orte des Geschehens führt: von der Stadttour mit der alten Straßenbahn über die Fahrt in der anrüchigen Strip-Limousine und den Besuch eines Mittelalter-Etablissements mit nackten Damen bis zur düsteren Paintball-Halle.

Im Reigen der Verdächtigen entwickeln sich beinahe kammerspielartige Situationen, überhaupt haftet der Inszenierung von Regisseur Nicolai Rohde eine gewollte Theaterhaftigkeit an, die wohl allerdings nicht jedem zusagen wird. Punkten kann der "Prag-Krimi" aber auch durch seinen melancholischen Humor mit Blick auf das Kunstmilieu und jenen dramatischen Einschlag, der vor allem Kollers Familiensituation ("Trinkst du auch genug mein Junge?") auslotet.

Der zweite Film der neuen Reihe, "Der Prag-Krimi: Der kalte Tod", läuft am Donnerstag, 13. Dezember, um 20.15 Uhr im Ersten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst


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