Der Prag-Krimi
06.12.2018 • 20:15 - 21:45 Uhr
Reihe, Krimireihe
Lesermeinung
Frank Müller (Dirk Borchardt, 2. v. re.) feiert den Junggesellenabschied von seinem Bruder Jörg (Hendrik Heutmann, 2. v. li.) und seinen Freunden, dem Kunstexperten Rene (Tom Keune, li.) und der Tour-Begleiterin Ludmilla (Violetta Schurawlow).
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Jörg Müller (Henrik Heutmann), seine Verlobte Jitka Müllerova (Alina Levshin) und Tourbegleiterin Ludmilla Nova (Violetta Schurawlow, re.)
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Frank Müller (Dirk Borchardt) lässt es beim Junggesellenabschied mit seinem Sohn Sven (Max Hegewald, li.), dem Kunstexperten Rene (Tom Keune, 2. v. li.), der Tour-Begleiterin Ludmilla (Violetta Schurawlow), dem Bräutigam Jörg (Hendrik Heutmann, 2. v. re.), und dem Galeristen Mladek (Arnd Klawitter, re.) krachen.
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Frank (Dirk Borchardt, re.) hat ein "Beweismittel", das seinen Bruder Jörg (Hendrik Heutmann) vor einem Fehler bewahren soll.
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Kollers BKA-Vorgesetzte Renate Unterberg (Marion Mitterhammer) vertraut ihrem ungewöhnlichen Ermittler.
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Titel Bild
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Die kürzlich zur Streifenpolizistin degradierte Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide) und ihr Kollege Marek Kafka (Lukas Melnik, re.) untersuchen den Tatort um die Leiche von Frank Müller (Dirk Borchardt).
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Jan Koller (Roeland Wiesnekker) nutzt den Kunstverstand des Pathologen Dr. Jan Graupner (Andreas Schröder, li.).
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Jan Koller (Roeland Wiesnekker, li.), seine Kollegin Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide) und der Pathologe Dr. Jan Graupner (Andreas Schröders) untersuchen die Leiche des BKA-Beamten Frank Müller (Dirk Borchardt).
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Berliner BKA Kommissar Jan Koller (Roeland Wiesnekker, vorne) besucht den Bruder des Getöteten BKA Beamten Frank und platzt in seine Hochzeitsfeier, an dem auch der Kunstexperte Rene (Tom Keune, li.), Franks Sohn Sven (Max Hegewald, 2. v. re.) und der Galerist Radek (Arnd Klawitter) anwesend sind.
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Frank Müller (Dirk Borchardt) nimmt sich seinen Sohn Sven (Max Hegewald) vor.
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Kommissar Jan Koller (Roeland Wiesnekker, Mitte) spielt den Ablauf des Junggesellenabschieds mit Franks Sohn Sven (Max Hegewald, li.), dem Kunstexperten Rene (Tom Keune, 2. v. li.), der Tour-Begleiterin Ludmilla (Violetta Schurawlow), dem Bräutigam Jörg (Hendrik Heutmann, 3. v. re.) dem Galeristen Mladek (Arnd Klawitter, 2. v. re.) und seiner Polizei-Kollegin Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide, r.) minutiös nach.
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Frank (Dirk Borchardt, li.) nimmt den Galeristen Mladek (Arnd Klawitter, 2. v. li.) und den Kunstexperten Rene (Tom Keune, 2. v. re.) ins Verhör.
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Was geschah am Junggesellenabend? Jan Koller (Roeland Wiesnekker, re.) fragt Franks Sohn Sven (Max Hegewald).
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Frank (Dirk Borchardt, 2. v. re.) will seinen Bruder Jörg (Hendrik Heutmann, 2. v. li.) vor einem Fehler bewahren und nimmt auch den Galeristen Mladek (Arnd Klawitter, re.) und den Kunstexperten Rene (Tom Keune, li..) ins Verhör.
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Bei Frank (Dirk Borchardt, re.) und seinem Sohn Sven (Max Hegewald) liegen in der Tatnacht die Nerven blank.
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Der Berliner BKA-Beamte Koller (Roeland Wiesnekker, 3. v. li.), Renate Unterberg (Marion Mitterhammer, 3. v. re.) und seine Kollegen sichten das Material zu dem Todesfall in Prag.
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Frank (Dirk Borchardt) will seinen Bruder Jörg (Hendrik Heutmann, li.) vor einem Fehler bewahren.
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Jan Koller, ein theaterverliebter Kommissar beim BKA in Berlin, soll den Tod seines in Prag ums Leben gekommenen Kollegen Frank Müller (Dirk Borchardt) aufklären.
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Statt auf langwierige Einzelverhöre setzt Jan Koller (Roeland Wiesnekker) auf eine ungewöhnliche Vorgehensweise: Alle Beteiligten spielen minutiös den Verlauf des Junggesellenabschieds nach und er will mit Rene (Tom Keune, li.) und Sven (Max Hegewald, re.) genauso wie das Opfer in der Tatnacht feiern.
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Hint
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
Reihe, Krimireihe

Nachspiel mit Improvisation

Von Maximilian Haase

Bei seiner Premiere trumpft "Der Prag-Krimi: Wasserleiche" mit einem fantastischen Roeland Wiesnekker und einer außergewöhnlich theatralischen Erzählweise auf.

Barcelona, Zürich, Lissabon, Bozen: Die lose gereihten Europa-Krimis im Ersten sind zur lieben Tradition geraten. Oft eindrücklich besetzt und spannend erzählt, bieten sie in hübschen Stadtansichten und gern genommenen Klischees beste Kost für Krimi- und Europafans gleichermaßen. Konsequent wird also fleißig weiterproduziert: Nach der Premiere der Grachten-Ermittler um Hannes Jaenicke in Amsterdam feiert die Reihe nun auch ihren Einstand in Osteuropa: "Der Prag-Krimi" wartet im ersten von bislang zwei gedrehten Filmen mit einer zünftigen "Wasserleiche" auf. Klingt zunächst konventionell – entpuppt sich aber dank eines wie gewohnt herausragenden Roeland Wiesnekkers in der Hauptrolle als einfallsreiches Charakterdrama mit Hang zum Theatralischen.

Jan Koller – Fußballfans denken bei dem Namen sicher an den gleichnamigen Hünen beim BVB der frühen Nullerjahre. Geboren wurde der Sportler in Prag, ebenso wie sein fiktiver Namensvetter im "Prag-Krimi", dem Wiesnekker ein wunderbar exzentrisches Profil verleiht. Der Ermittler Koller verknüpft mit der tschechischen Hauptstadt vor allem Traumata aus der Kindheit, die in bedrohlich inszenierten Rückblicken im Film aufblitzen. Eigentlich Kommissar beim BKA in Berlin, soll er nun ausgerechnet in Prag einen Fall klären.

Ermordet wurde sein Kollege und Freund Frank Müller (Dirk Borchardt), dessen Leiche am Ufer der Moldau gefunden wurde. Dass man nun ausgerechnet Koller aufgrund seiner Tschechisch-Kenntnisse nach Prag schickt anstatt ihn als befangen davon auszuschließen: ebenso unwahrscheinlich wie geschenkt. Denn dem "Prag-Krimi" geht es ohnehin nicht um korrekte Polizeiermittlungen. Im Gegenteil: Wiesnekker verkörpert in zuverlässiger Brillanz den unorthodoxen Ermittler, der den Mord auf seine ganz eigene Weise angeht.

Davon sehr bald genervt ist Klára Majerova (Gabriela Maria Schmeide), die ihm wegen ihrer Deutschkenntnisse an die Seite gestellt wurde. Als filmischen Sidekick lässt man sie die Augen rollen und beim Eishockey auf Tschechisch schimpfen: "Der Koller hat ein Rad ab. Die ganze Zeit improvisiert er ohne Plan." Ohne Zweifel hat sie Recht damit: Herkömmliche Polizeiarbeit langweilt den hinzugezogenen Deutsch-Tschechen. Viel lieber lässt der theaterbegeisterte Kommissar auch die Verdächtigen Theater spielen. Im wörtlichen Sinn.

Verdächtig, das sind in dem außergewöhnlichen Krimi alle, die dem Junggesellenabschied von Müllers in Prag lebendem Bruder Jörg (Hendrik Heutmann) und dessen Angetrauter Jitka (Alina Levshin) beiwohnten. Denn als die Ermittler in deren Hochzeit platzen, verhalten sich die Anwesenden seltsam auffällig, verstricken sich in Widersprüche und Lügen. Statt alle zu verhören setzt Koller kurzerhand auf ein unterhaltsames Nachspielen des Junggesellenabends, an dem Müller ums Leben kam. Spaß hat bei dem erzwungenen Theater allerdings nur der Kommissar.

Mit dem Reenactment gelingt dem Krimi ein raffinierter Dreh: Im Wechsel erlebt der Zuschauer den echten Verlauf des Abends und das dazugehörige Schauspiel, das alle Betroffenen noch einmal quer durch die Stadt an die Orte des Geschehens führt: von der Stadttour mit der alten Straßenbahn über die Fahrt in der anrüchigen Strip-Limousine und den Besuch eines Mittelalter-Etablissements mit nackten Damen bis zur düsteren Paintball-Halle.

Im Reigen der Verdächtigen entwickeln sich beinahe kammerspielartige Situationen, überhaupt haftet der Inszenierung von Regisseur Nicolai Rohde eine gewollte Theaterhaftigkeit an, die wohl allerdings nicht jedem zusagen wird. Punkten kann der "Prag-Krimi" aber auch durch seinen melancholischen Humor mit Blick auf das Kunstmilieu und jenen dramatischen Einschlag, der vor allem Kollers Familiensituation ("Trinkst du auch genug mein Junge?") auslotet.

Der zweite Film der neuen Reihe, "Der Prag-Krimi: Der kalte Tod", läuft am Donnerstag, 13. Dezember, um 20.15 Uhr im Ersten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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