Dickes Konto, noble Ziele
21.01.2025 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Die Millionenerbinnen Stefanie Bremer (l.) und Marlene Engelhorn (r.) fordern höhere Steuern für Reiche.
Vergrößern
Geld hat für Sebastian Klein keinen großen Wert.
Vergrößern
Geld hat für Sebastian Klein keinen großen Wert.
Vergrößern
Die Millionenerbinnen Stefanie Bremer (l.) und Marlene Engelhorn (r.) in Davos.
Vergrößern
Originaltitel
Dickes Konto, noble Ziele: Wenn Reiche ihre Millionen teilen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2024
Info, Gesellschaft + Soziales

Wenn zu viel Geld die Freude verleidet

Von Hans Czerny

Sie fordern "mehr Steuern für Reiche" und setzen sich in der "37°"-Reportage dafür ein, dass es ärmeren Menschen besser geht. Die Erben florierender Familienbetriebe üben gerne Luxusverzicht und beklagen eine Steuerungerechtigkeit, die Reiche zu immer mehr Vermögen verhilft. Es gibt aber Abhilfe.

Manche sind schon richtige Medienstars, wie etwa die Wiener BASF-Erbin Marlene Engelhorn, die so gerne ihr Geld loswerden würde, aber in Österreich seit 2008 keine Erbschaftssteuer bezahlt. Stefanie Bremer, Erbin einer Stuttgarter Unternehmerfamilie, lebt in der Öffentlichkeit unter einem Pseudonym, bekennt sich aber im privaten Umfeld zu ihrem Vermögen. "Mehr Steuern für Reiche!", so fordert sie. Sie will sich dafür einsetzen, dass es anderen Menschen besser gehe. Die Stiftung taxmenow hilft ihr dabei, ihre Absicht in die Tat umzusetzen. "37°" begleitet sie und zwei weitere freigiebige Millionäre.

Bremer, die alles ererbt und nicht selbst erarbeitet hat, lebt zurückgezogen bei Friedrichshafen am Bodensee, Luxus ist ihr fremd. Sie lebt nachhaltig, fleischlos, und sie trägt ihre Kleider auf, bis sie ihr "vom Leibe fallen". Als Kind ist sie ohne Limousinen oder Haushaltshilfen aufgewachsen. Heute sagt sie: "Es gibt so viele Probleme weltweit, die sich mit Geld lösen lassen."

Zehn Prozent besitzen hierzulande 63 Prozent des Vermögens, das ist die gängige Rechnung. Darin enthalten sind Unternehmens- und andere Werte. Wer drei Wohnungen erbt, zahlt dem Finanzamt 30 Prozent, mit 300 sei man, weil als Betriebsvermögen gewertet, von der Erbschaftssteuer ausgenommen. Auch die Kapitalertragssteuer sei mit ihren 25 Prozent viel zu gering für die Reichen, befinden die Kritiker.

Beim Wirtschaftsgipfel in Davos tritt Bremer gemeinsam mit Marlene Engelhorn auf. Auch Sebastian Klein, Gründer des Berliner Bildungs-Services "Blinkist" für Menschen mit wenig Zeit, ist dann dabei. Sein Unternehmensanteil wurde für wohl weit über hundert Millionen verkauft. 90 Prozent seines Vermögens gibt er gern wieder ab. "Das verleidet mir diese Freude", so sagt er, "wenn ich das Gefühl habe, auf der anderen Seite sind Leute, die für acht Cent den Mülleimer durchwühlen, weil ihre Rente zu klein ist." Sein Geld steckt jetzt in einer Gesellschaft, die Projekte für das Gemeinwohl realisiert.

Stephan Kohorst, der Dritte im Bunde, hat andere Sorgen, als zu hohe Steuern. Er will das funktionierende Familienunternehmen nicht durch mehr Steuern gefährden. 20 Prozent der Gewinne fließen stattdessen in gemeinnützige Projekte wie Hilfe für ärmere Kinder, für Flüchtlinge und andere Benachteiligte. Mit seiner Leitlinie "Vermögen schafft Möglichkeiten" ist er da von den anderen Millionarios gar nicht so weit entfernt.

37°: Dickes Konto, noble Ziele – Wenn Reiche ihre Millionen teilen – Di. 21.01. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Sandra Ludewig
HALLO!

„Das beste Album, das wir je gemacht haben“

Nicholas Müller, Sänger von Jupiter Jones, ist begeistert von ihrem neuen Album. "Ich trag den Sarg, du trägst was Buntes" verbindet Trauer und Freude. Es ist das politischste Werk der Bandgeschichte und bietet mehr als nur den bekannten Hit "Still".
Prof. Dr. med. Burkhard Sievers ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Zusatzbezeichnungen: Hypertensiologie, Notfallmedizin, kardiovaskuläre Magnetresonanztomografie, kardiovaskuläre Computertomografie, interventionelle Kardiologie, interventionelle Angiologie, Herzinsuffizienz, Lipidologie, Gendermedizin und in seinen Praxen Cardiomed24 tätig sowie Buchautor (ZS-Verlag: „So heilt man heute. Die häufigsten Volkskrankheiten geschlechtsspezifisch besser behandeln“).
Gesundheit

Pflege: Früh genug selbst aktiv vorsorgen

Pflegebedarf trifft oft unerwartet zu. Wer sich frühzeitig mit bürokratischen Hürden und einem Unterstützernetzwerk auseinandersetzt, ist besser vorbereitet.
Gettymages/Olga Yastremska
Gesundheit

Regelmäßig zum Hörtest

Hörverlust entwickelt sich oft unbemerkt über Jahre. Regelmäßige Hörtests können helfen, rechtzeitig gegenzusteuern und Risiken wie soziale Isolation und Demenz zu minimieren.
Stiftung UPD
Gesundheit

Pflege: Werden Angehörige bald stärker belastet?

Die Pflegereform sorgt für Diskussionen: Steigende Kosten könnten dazu führen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Verantwortung tragen müssen. Besonders Frauen könnten durch häusliche Pflege zusätzlich belastet werden.
Jakob Marwein
HALLO!

Aus einer Schnapsidee wurden zwei Alben

Madeline Juno veröffentlicht Ende Juli ihr neues Album "Anomalie Pt. 2". Die Sängerin spricht über ihre musikalische Arbeit, die Herausforderungen eines Doppelalbums und ihre bevorstehende Mutterschaft.
Ein Mann schläft.
Gesundheit

Schlafapnoe: Unterschätzte Gefahr durch Atemaussetzer

Schlafapnoe ist ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Atempausen können zu Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Moderne Therapieansätze bieten effektive Lösungen für Betroffene.