Die Muse des Mörders
22.06.2020 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Thriller
Lesermeinung
Handelt es sich im Fall um Madeleine Montana (Christiane Hörbiger, l.) um einen Serientäter? Flo Gstöttner (Cornelia Ivancan M.) und Rupert Bäumer (Fritz Karl, r..) nehmen die Spur auf.
Vergrößern
Christiane Hörbiger (Madeleine Montana), Florian Teichtmeister (Oliver Sandberg).
Vergrößern
Christiane Hörbiger (Madeleine Montana), Florian Teichtmeister (Oliver Sandberg), Cornelia Ivancan (Florentine Gstöttner), Fritz Karl (Rupert Bäumer).
Vergrößern
Im Bild: Florentina Gstöttner (Cornelia Ivancan), Rupert Bäumer (Fritz Karl).
Vergrößern
Produktionsland
A, D
Produktionsdatum
2017
Fernsehfilm, Thriller

Verbrechen, wie sie im Buche stehen

Von Eric Leimann

Christiane Hörbiger bewegt sich auf ungewohntem Terrain: Als abgehalfterte Krimiautorin muss sie erleben, wie ein Serienmörder ihre literarischen Ideen in die Realität überführt.

Auch im hohen Alter bekommt Christiane Hörbiger von der Schauspielerei nicht genug. Dass die 81-Jährige trotzdem noch eine gute Figur vor der Kamera macht, bewies sie im Thriller "Die Muse des Mörders" (2018), den das ZDF nun wiederholt. Hörbiger spielt Madeleine "Mado" Montana (Christiane Hörbiger), einst eine bekannte Krimiautorin. Mittlerweile kommen zu den Lesungen der alternden Diva aber nur noch eine Handvoll Fans. Das ändert sich, als ein Serienmörder Mados literarische Ideen in die Realität überführt.

Ermittler Rupert Bäumer (Fritz Karl) und seine Mitarbeiterin Flo Gstöttner (Cornelia Ivancan) stellen fest, dass der Täter haargenau blutige Szenen aus den – leider zahllosen – Romanen des ehemaligen Krimistars nachstellt. Während die Polizei im Dunkeln tappt, freuen sich Mado und Sohn Oliver (Florian Teichtmeister) fast ein wenig über das wieder aufflammende Interesse der Öffentlichkeit. Der Schock einer realen Gewalterfahrung setzt der alten Dame dann aber reichlich zu. Finden Krimi-Brain und Polizei einen gemeinsamen Weg, um den Täter zu stellen?

Eine reizvolle, wenn auch reichlich "inszenierte" Grundidee liegt diesem Zwitterwesen aus Krimi und Thriller zugrunde. Reizvoll vor allem deshalb, weil der Liebesentzug des Publikums einer abgehalfterten Autorin gegenüber diese durch die Ambivalenz des Geschehens in ein emotionales Dilemma führt.

Klassischer "Whodunit"-Thriller

Christiane Hörbiger glänzte in den letzten Jahren des Öfteren in schwierigen Altersrollen: Sie kämpfte bis auf den letzten Cent mit der Altersarmut, glitt in die Demenz ab und starb an Krebs . "Die Muse des Mörders" (Buch: Axel Götz, "Der Fall Schimanski") setzt jedoch weniger auf psychologische Feinheiten denn auf "Hard Boiled"-Elemente. Die in Österreich spielende Koproduktion von ORF und ZDF versteht sich als klassischer "Whodunit"-Thriller, der von Hörbigers Sohn Sascha Bigler in solide Bilder übersetzt wurde.

Dass Bigler auch feinere Krimi-Welten zu inszenieren versteht, bewies er mit dem ersten, sehr sehenswerten "Kommissar Pascha"-Krimi, der 2017 in der ARD zu sehen war. "Die Muse des Mörders" ist hingegen drastisch gedachte, aber auch ein wenig vorhersehbare Unterhaltung für Freunde des klassischen Ritualmord-Krimis.

"Die Muse des Mörders" war nicht die einzige Zusammenarbeit zwischen Christiane Hörbiger und ihrem Sohn Sascha Bigler. Auch in der ORF-Komödie "Der Fall der Gerti B." trat das Erfolgsgespann 2019 gemeinsam auf – die Schauspieldiva vor, der Sohnemann hinter der Kamera.

Die Muse des Mörders – Mo. 22.06. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Darsteller

Herausragende Theater- und TV-Darstellerin: Christiane
Hörbiger, hier in "Wie ein Licht in der Nacht"
Christiane Hörbiger
Der österreichische Schauspieler Fritz Karl im Porträt.
Fritz Karl

Das beste aus dem magazin

Mathias Liebing mit verschränkten Armen.
HALLO!

Mathias Liebing: „Der Fußball gehört im Osten wieder zur regionalen Kultur“

Mathias Liebing hat nach seiner Biografie über Norbert Nachtweih nun das Buch „Plattgemacht“ über die Entwicklung des Fußballs in Ost-Deutschland nach der Wende geschrieben. Im Gespräch mit prisma gibt er interessante Einblicke in die ostdeutsche Fußballseele.
Eine Grafik zum Weltgesundheitstag.
Gesundheit

Die Gesundheit im Blick

Der Weltgesundheitstag wird jährlich am 7. April gefeiert und erinnert an die Gründung der WHO 1948. Das diesjährige Thema lautet: "Gemeinsam für die Gesundheit. An der Seite der Wissenschaft". Deutschland begeht diesen Tag seit 1954 mit angepassten Schwerpunkten.
Dr. med. Ramtin Knuschke in einem weißen Kittel.
Gesundheit

Bluthochdruck: Was hilft, wenn Tabletten nicht mehr reichen?

Bluthochdruck bleibt oft trotz Medikamenten ein Problem. Die Nierennervenablation kann neuen Halt bieten, indem sie gezielt Nervenfasern in der Nierenarterie verödet.
Alexander Scheer vor einem roten Hintergrund.
HALLO!

Alexander Scheer: "Bowie hatte 35 verschiedene Leben"

Lola-Gewinner Alexander Scheer („Gundermann“, „Sonnenallee“) feiert als David Bowie im Stück „Heroes“ seit März 2025 große Erfolge in Berlin. Nun geht der Schauspieler und Sänger mit der Show, die am Berliner Ensemble regelmäßig ausverkauft ist, auf Tour. Im Interview spricht er über Bowies Musik und dessen Liebe zur Literatur.
Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Sportmedizin und Chirotherapie. Der Schulter- und Knieexperte arbeitet als leitender Orthopäde der Gelenk Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Gesellschaft für Arthroskopie und Gelenkchirurgie.
Gesundheit

Knie-Arthrose: Nur keinen Schongang einlegen

Knie-Arthrose muss nicht das Ende der Beweglichkeit bedeuten. Mit gezielten Übungen kann der Knorpel gestärkt und Schmerzen gelindert werden. Entdecken Sie einfache Bewegungsformen, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
Getty Images
Reise

Mit KI zum perfekten Urlaub 

Künstliche Intelligenz (KI) kann die Reiseplanung vereinfachen. Viele Fluggesellschaften und Anbieter setzen bereits auf sie. Auch KI-basierte Apps erweisen sich als hilfreiche Assistenten.