Die Nordreportage: Kampf um die Fahrbahn
15.08.2026 • 07:45 - 08:15 Uhr
Info, Verkehr
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Kampf um die Fahrbahn - Autofahrer gegen Radfahrer
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Info, Verkehr

Die Nordreportage: Kampf um die Fahrbahn

Hupen, drängeln, fluchen: Hamburgs Straßen gelten als gefährliches Pflaster. "Die Nordreportage" begleitet Pkw-Lieferanten, Fahrradkuriere, Polizei und Fußgänger bei ihrer Odyssee durch den dichten Verkehrsdschungel. Wo gilt das "Recht des Stärkeren", wie tief sind die Gräben und woran hakt es an den derzeit gefährlichsten Kreuzungen? In den vergangenen zehn Jahren ging die Zahl der Verkehrsunfälle in Hamburg insgesamt leicht zurück. Jene mit Fahrrädern hingegen stiegen deutlich an: Allein 2025 starben elf Radfahrer auf Hamburgs Straßen, das ist mehr als die Hälfte aller Verkehrstoten in der Freien und Hansestadt. Fünf von ihnen wurden von abbiegenden Fahrzeugen übersehen, darunter ein siebenjähriger Junge, der im März 2025 von einem Müllwagen überrollt wurde. Zwei weitere Radfahrer, darunter die bekannte Schauspielerin Wanda Perdelwitz, kamen bei sogenannten Dooring-Unfällen ums Leben. Im Februar 2026 wurde ein 63-Jähriger in Moorfleet von einem abbiegenden Lkw erfasst. Im April wurde ein elfjähriger Junge in Wilstorf überrollt. Die Polizei will alle Verkehrsteilnehmer noch stärker für Gefahrenquellen sensibilisieren. Die Politik wiederum will weg von autozentrierter Städteplanung, sie setzt auf den sogenannten Holländischen Griff beim Öffnen der Fahrzeugtür - eine simple Maßnahme, bei der man grundsätzlich nach hinten schaut, wenn man die Autotür öffnet. Außerdem sollen Abbiege-Assistenten und Pop-up-Bikelanes den Radverkehr sicherer machen. Wie weit ist die Verkehrswende? Wo ist derzeit einfach zu wenig Platz auf Hamburgs Straßen? Können Schwerpunktkontrollen und Fahrsicherheitstrainings die Lage verbessern? Wären nach vorn versetzte Fahrradspuren an der Ampel sinnvoll, damit man beim Warten grundsätzlich im Sichtfeld der wartenden Autos steht? Stau- und Unfall-Hotspot Hamburg: An der Kreuzung Grindelallee wurden in fünf Jahren 136 Unfälle registriert. An der Sternbrücke in Altona streiten Senat und ADAC über die Reduzierung von vier auf zwei Fahrspuren - bei täglich 24.000 passierenden Fahrzeugen. Neue Radwege sind nun an der Reeperbahn: Das macht die Fahrbahnen für alle Verkehrsteilnehmer viel enger. Bahnhöfe, Außenalster und Kennedybrücke gelten als besonders gefährlich. Mittlerweile gibt es in Deutschland mehr Fahrräder als Einwohner, der Radverkehr ist um rund ein Drittel gestiegen. Doch zwei Drittel der Radfahrer haben noch immer große Sorge, sich durch den täglichen Wahnsinn im Straßenverkehr zu manövrieren - ganz einfach, weil eine sichere, durchgängige Infrastruktur für den Radverkehr nicht existiert. Die Pläne zur "Fahrradstadt" sind ins Stocken geraten - Hamburg fällt laut aktueller Statistiken hinter Frankfurt, Hannover und Bremen zurück. Der ADFC kritisiert u.a. mangelnde Infrastruktur und zu wenige Lkw-Abbiege-Kontrollen. Bringen Mindestabstände, Tempolimits und smarte Zebrastreifen Hamburg zurück in die Spur? Vorfahrt für Radfahrer? Für Fußgänger ein No-Go. Sie fühlen sich in den oft hitzigen Grabenkämpfen zwischen Rad- und Autofahrern häufig übersehen. Vor allem in Park- und Wiesenanlagen in Hamburg wächst der Widerstand der vermeintlich "Schwächsten" im Straßenverkehr. Sie fordern vehement mehr Rücksicht der Radfahrer ein - vor allem, weil mittlerweile jedes zweite verkaufte Fahrrad einen Motor hat. Das führt zu mehr Tempo und damit auch größerer Gefahr. 2025 waren rund 1300 Fußgänger in Unfälle verwickelt.

Das beste aus dem magazin

Stiftung UPD
Gesundheit

Pflege: Werden Angehörige bald stärker belastet?

Die Pflegereform sorgt für Diskussionen: Steigende Kosten könnten dazu führen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Verantwortung tragen müssen. Besonders Frauen könnten durch häusliche Pflege zusätzlich belastet werden.
Prof. Dr. med. Burkhard Sievers ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Zusatzbezeichnungen: Hypertensiologie, Notfallmedizin, kardiovaskuläre Magnetresonanztomografie, kardiovaskuläre Computertomografie, interventionelle Kardiologie, interventionelle Angiologie, Herzinsuffizienz, Lipidologie, Gendermedizin und in seinen Praxen Cardiomed24 tätig sowie Buchautor (ZS-Verlag: „So heilt man heute. Die häufigsten Volkskrankheiten geschlechtsspezifisch besser behandeln“).
Gesundheit

Pflege: Früh genug selbst aktiv vorsorgen

Pflegebedarf trifft oft unerwartet zu. Wer sich frühzeitig mit bürokratischen Hürden und einem Unterstützernetzwerk auseinandersetzt, ist besser vorbereitet.
Sandra Ludewig
HALLO!

„Das beste Album, das wir je gemacht haben“

Nicholas Müller, Sänger von Jupiter Jones, ist begeistert von ihrem neuen Album. "Ich trag den Sarg, du trägst was Buntes" verbindet Trauer und Freude. Es ist das politischste Werk der Bandgeschichte und bietet mehr als nur den bekannten Hit "Still".
Gettymages/Olga Yastremska
Gesundheit

Regelmäßig zum Hörtest

Hörverlust entwickelt sich oft unbemerkt über Jahre. Regelmäßige Hörtests können helfen, rechtzeitig gegenzusteuern und Risiken wie soziale Isolation und Demenz zu minimieren.
Gettymages/fcafotodigital
Gesundheit

Eisen: Nicht nur für die Blutbildung wichtig

Eisen ist essenziell für den Sauerstofftransport im Körper und unterstützt zahlreiche Funktionen wie den Energiestoffwechsel und das Immunsystem. Ein Mangel kann schwerwiegende Folgen haben.
Ein Mann schläft.
Gesundheit

Schlafapnoe: Unterschätzte Gefahr durch Atemaussetzer

Schlafapnoe ist ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Atempausen können zu Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Moderne Therapieansätze bieten effektive Lösungen für Betroffene.