Ein Mann namens Ove

  • Wie? Sie haben keine Leiter mit Stützen und Anleitung im Haus? Spießer Ove (Rolf Lassgård) wird bei solchen Bewohnern "seiner" Siedlung recht ungehalten. Vergrößern
    Wie? Sie haben keine Leiter mit Stützen und Anleitung im Haus? Spießer Ove (Rolf Lassgård) wird bei solchen Bewohnern "seiner" Siedlung recht ungehalten.
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
  • Mit Ove (Rolf Lassgård) ist nicht gut Kirschen essen. Oder vielleicht doch? Vergrößern
    Mit Ove (Rolf Lassgård) ist nicht gut Kirschen essen. Oder vielleicht doch?
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
  • Ove ist von seinem neuen Nachbarn Patrick (Tobias Almborg) nicht allzu begeistert. Denn dieser braucht häufig Oves Hilfe. Vergrößern
    Ove ist von seinem neuen Nachbarn Patrick (Tobias Almborg) nicht allzu begeistert. Denn dieser braucht häufig Oves Hilfe.
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
  • Seine verstorbene Ehefrau Sonja (Ida Engvoll), die nach einem schweren Unfall im Rollstuhl saß, war Oves ganzes Glück. Vergrößern
    Seine verstorbene Ehefrau Sonja (Ida Engvoll), die nach einem schweren Unfall im Rollstuhl saß, war Oves ganzes Glück.
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
  • Ove (Rolf Lassgård) will mit seiner Frau im Tod vereint sein. Vergrößern
    Ove (Rolf Lassgård) will mit seiner Frau im Tod vereint sein.
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
  • Was eigentlich in ihm vorgeht, vermag der lebensmüde Ove (Rolf Lassgård, links) nicht mitzuteilen. Vergrößern
    Was eigentlich in ihm vorgeht, vermag der lebensmüde Ove (Rolf Lassgård, links) nicht mitzuteilen.
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
  • Die Iranerin Parvaneh (Bahar Pars) will in Schweden eine Familie gründen. Sie freut sich bereits auf ihr drittes Kind. Vergrößern
    Die Iranerin Parvaneh (Bahar Pars) will in Schweden eine Familie gründen. Sie freut sich bereits auf ihr drittes Kind.
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
  • Der junge Ove (Filip Berg) hat es nicht leicht. Nachdem sein Haus abgebrannt war, schläft er in einem Eisenbahnwaggon. Vergrößern
    Der junge Ove (Filip Berg) hat es nicht leicht. Nachdem sein Haus abgebrannt war, schläft er in einem Eisenbahnwaggon.
    Fotoquelle: ZDF / Johan Bergmark / Anders Nicander
Spielfilm, Komödie
Unter der Spießerschale
Von John Fasnaugh

Infos
Originaltitel
En man som heter Ove
Produktionsland
Schweden
Produktionsdatum
2015
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 07. April 2016
DVD-Start
Do., 18. August 2016
ZDF
Do., 15.08.
20:15 - 22:05


Millionen hatten von ihm gelesen, dann grantelte er auch im Fernsehen: "Ein Mann namens Ove" ist ebenso erheiternd wie zu Tränen rührend.

Nicht einmal umbringen kann er sich in Ruhe. Dem griesgrämigen Endfünfziger Ove (Rolf Lassgård) wird der Suizid von seinen neuen Nachbarn verdorben. Denen muss er spontan beim Einparken helfen – und fortan sowieso bei allem, von dem er glaubt, es besser zu können. Ihrem Dank für seine Hilfestellungen begegnet Ove schroff. Nicht nur, weil sie ihn vom Jenseits fernhalten, sondern weil er in einer Spießerschale des überheblichen Bessermachens steckt. An der picken die Neulinge jedoch eifrig herum. Die schwedische Komödie "Ein Mann namens Ove" (2015), die nun im ZDF ausgestrahlt wird, ist rührend, makaber und absurd.

"Dir sollte man nicht einmal erlauben, eine Kassette zurückzuspulen", wettert Ove, als er Patrick (Tobias Almborg) nach dem Manövrieren mit dem Anhänger schwungvoll die Autoschlüssel zuwirft. Es ist eine bizarre Mischung, die weit in den Film hinein für Stimmung sorgt. Rolf Lassgård verkörpert seinen Ove hochgewachsen, kräftig und mit federndem Gang. Geschickt kontrastiert er die dynamischen Merkmale mit einem versteinerten Gesichtsausdruck und sarkastischen Sprüchen. Den Hund einer Nachbarin etwa möchte er als solchen gar nicht betrachten: "Für mich ist das bloß ein Winterstiefel mit Augen."

Die Leser des Bestsellers "Ein Mann namens Ove" treffen im Film auf eine etwas anders akzentuierte und präsentierte Titelfigur. Regisseur und Drehbuchautor Hannes Holm wirft die episodische Gliederung der Vorlage und die starre Typenhaftigkeit Oves über Bord und entdeckt die verschütteten Gefühle des Antihelden. Seine verstorbene Frau Sonja (Ida Engvoll) etwa, der er ins Grab folgen will, ist keine Gattin mehr, die sich an Ove abgearbeitet hat, sondern die zauberhafte Verkörperung seines Glücks.

Schrittweise zeichnet sich in Rückblicken ab, dass Ove zwar alles für Sonja gegeben hat, was er konnte, aber doch vielleicht nicht genug seine Empfindungen zeigte. Wer da weinen muss, trauert nicht nur mit Ove um einen Verlust, sondern teilt auch die Erfahrung, dass der Schmerz in solchen Fällen unerbittlich anhält. Ove auf den Weg zu sich selbst zu bugsieren, ihn aus seiner Verpanzerung aus Miesepetrigkeit zu holen, ist allerdings eine etwas undankbare Aufgabe für die übrigen Darsteller, die notgedrungen blass bleiben. Was nichts daran ändert, dass der Zuschauer sich auf ein bittersüßes Filmvergnügen mit ruppigem Witz freuen darf.

Der Schauspieler Rolf Lassgård stand zuletzt für die schwedische Krimiserie "Jäger – Tödliche Gier" vor der Kamera. In Schweden wurde diese bereits Ende 2018 gezeigt, in Deutschland folgte die dreiteilige Ausstrahlung im April.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Eine Filmkritik sowie weitere Infos zu "Ein Mann namens Ove" finden Sie hier.


Werbepause? Zeit für Spielchen!

Der Trailer zu "Ein Mann namens Ove"

Darsteller

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