Ove ist ein Grantler, der seine Nachbarschaft mit seiner Pedanterie immer wieder zur Weißglut treibt. Während er seine alten Nachbarn schon erfolgreich in die Schranken gewiesen hat und beharrlich das Einhalten jeder Vorschrift durchsetzen konnte, finden seine neuen Nachbarn, all die Zugezogenen, sein Verhalten mehr als nur merkwürdig. Doch Widerstand ist zwecklos. Früher oder später gelingt es Ove mit seinem stoischen Verhalten jeden zurechtzuweisen.

Erfolgreich gegen die Ruppigkeit
Doch harte Schale, weicher Kern: Tief innen in Ove sieht es ganz anders aus und nach und nach erfährt der Zuschauer wieso Ove so ist, wie er ist, und auch warum er beharrlich (und doch erfolglos) seine Selbstmordabsichten verfolgt. Die harte Schale bekommt einen dicken Knacks, als seine neue Nachbarin, die junge Iranerin Parvaneh, freundlich-beharrlich dem alten Griesgram contra gibt und sich von der Ruppigkeit des Witwers nicht abschrecken lässt ...

Taschentuch-Melancholie
Regisseur Hannes Holm ist ein filmisch gut umgesetztes Rührstück nach dem gleichnamigen Erfolgsroman von Fredrik Backman gelungen. Wer hier mit trockenen Augen und ohne tiefen Seufzer durchkommt, dürfte ähnlich gepolt sein wie Ove.

Mit Rolf Lassgård hat der Filmemacher einen excellenten Akteur für den griesgrämigen Ex-Eisenbahner gefunden. Zu Recht erhielt Lassgård für seinen Part als grantelnder Frührentner mehrere Auszeichnungen, unter anderem den schwedischen Filmpreis "Guldbagge" als bester Darsteller. Rolf Lassgård, der in Deutschland vor allem durch seine Rolle als Henning Mankells "Wallander" (u.a. "Mankells Wallander - Wallanders letzter Fall") bekannt wurde, zeigt sich hier einmal von einer melancholischen Seite. Dass der bärige Schwede mehr als nur Krimirollen beherrscht, hat er bereits mehrfach unter Beweis gestellt, u.a. in "Nach der Hochzeit".