Die Villa Biondi in der Toskana ist voller seltsamer Figuren - denn es handelt sich dabei um eine psychiatrische Anstalt. Zwischen all den "Verrückten" sticht eine besonders heraus: Beatrice Morandini Valdirana (Valeria Bruni-Tedeschi), die zwischen Höhen und Tiefen jede Menge erfindet, sodass man nie weiß, was man für bare Münze nehmen kann und was Lüge ist.

Das erfährt auch die neue Patientin Donatella Morelli (Micaela Ramazzotti), die von Beatrice in der Rolle einer Psychiaterin begrüßt wird. Und das ist nicht der einzige Vorfall, den die beiden Frauen zusammen erleben - ganz im Gegenteil: Sie fliehen gemeinsam aus der Villa Biondi, als sich die Gelegenheit bietet, und machen sich auf eine Reise in die Freiheit.

Verrückte Freude

Dabei entsteht eine psychisch angeschlagene Version von Ridley Scotts Klassiker "Thelma & Louise", wobei besonders die beiden Hauptfiguren sowie die Dialoge überzeugen. Denn Regisseur und Ko-Drehbuchautor Paolo Virzì schrieb Bruni Tedeschi eine Rolle auf den Leib, wie sie sie schon mehrfach in ähnlicher Art gemeistert hat: eine Frau, die mit dem Kopf in den Wolken steckt.

Dieser stellt er mit Ramazottis Figur ein totales Kontrastprogramm gegenüber, denn deren Donatella ist ein nervliches Wrack, das eine vergiftete Beziehung führte und sogar versuchte, den eigenen Sohn umzubringen.

Virzì vermeidet es trotz einiger vorhersehbarer Elemente, in Klischeefallen zu tappen, und inszeniert mit zwar gebrochenen Frauen einen lebensbejahenden und herzlichen Film.