Obwohl das Werk von Julien Rambaldi in Frankreich Mitte der 1970er-Jahre spielt, könnte die Thematik nicht aktueller sein. Der Filmemacher zeigt, in der wahren Geschichte des kongolesischen Arztes Seyolo Zantoko verpackt, wie Populismus funktioniert und wie rechte Politiker gezielt Vorurteile nutzen, um Stimmung gegen Menschen anderer Herkunft zu machen.

Gerade jetzt, wo der mächtigste Mann der Welt, US-Präsident Donald Trump, diesem Kurs folgt, transportiert der Film eine wichtige Botschaft.

Zielscheibe für Stimmungsmache

Nach seinem erfolgreich abgeschlossenen Medizin-Studium in Lille, will der Kongolese Seyolo Zantoko (Marc Zinga) in Frankreich bleiben. Er nimmt eine Stelle in einem Dorf nahe Paris an und holt seine Familie aus der afrikanischen Heimat nach. Doch die Einwohner begegnen Seyolo mit offener Anfeindung und Ablehnung.

Besonders der Politiker Lavigne (Jonathan Lambert) macht Stimmung gegen die Neuankömmlinge und nutzt die allgemeine Verunsicherung der Bevölkerung für seine populistischen Parolen. Trotz der Widrigkeiten will sich Seyolo seine neues Leben in Frankreich nicht vermiesen lassen.

Weniger ist mehr

Der Film transportiert mit einer unaufgeregten Leichtigkeit sein Plädoyer für Toleranz, ohne sich dabei dem Zuschauer aufzudrängen. Dezent setzt Rambaldi humoristische Elemente ein, die sich größtenteils auf eine feine Ironie beschränken und Momente, die geradezu spöttisch wirken. Dadurch lässt der Regisseur das Werk nicht in Albernheit verkommen, sondern verstärkt damit sogar die ernste Botschaft.