Ein starkes Team - Man lebt nur zweimal
09.01.2021 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Drehstart: Stefanie Stappenbeck und Florian Martens
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Otto (Florian Martens), Linett (Stefanie Stappenbeck)
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Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Otto Garber (Florian Martens) vor einer Bustür.
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Drehstart: Florian Martens und Stefanie Stappenbeck.
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Originaltitel
Ein starkes Team
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

In aller Feindschaft

Von Wilfried Geldner

Als einem lebensgefährlich Erkrankten eine Teilleber implantiert werden soll, dringt ein Mann in Motorradkluft in den OP-Saal ein und erschießt den Empfänger noch während der Operation. Als das transplantierte Organ dann verschwunden ist, haben die Kommissare Garber und Wachow einiges zu tun.

Das Wort "Teilleber-Lebendtransplantation" würde sich sicher zum Unwort des Jahres eignen, läge die chirurgische Innovation selbst nicht schon einige Jahrzehnte zurück und wäre sie nicht auch ein Segen. Linett Wachow (Stefanie Stappenbeck) klärt denn auch gleich Kommissar Garber (Florian Martens) über den medizinischen Eingriff auf: Es sei durchaus Usus, wenn auch in eher seltenen Fällen, bei dringendem Bedarf eine Hälfte der Leber am lebenden Menschen zu transplantieren – der andere Teil regeneriere sich dann und wachse nach. – Ob die für die Menschheit recht segensreiche Erfindung auch für einen Humor-durchsetzten Samstagskrimi wie "Ein starkes Team" (83. Folge: "Man lebt nur zweimal") tauglich ist, sei allerdings dahingestellt.

So lustig ist ja so eine Teiltransplantation nun auch wieder nicht, zumal sie der Autor Timo Berndt (eine Textmaschine, die in allen Serienkanälen – von "Wilsberg" bis "Bodensee-Krimi" – zu Hause ist) mit einem kuriosen Fall von mörderischer Erbschleicherei und allerlei Familiendramatik verknüpft. Dabei wird das klaustrophobische Krankenhaus-Ambiente von der Regie (Martin Kinkel) nur recht grob gezeichnet. Ein Blick auf die Detailverliebtheit etwa des Dauerbrenners "In aller Freundschaft" im Ersten wäre da sicher hilfreich gewesen.

Der Transplantationsstoff und seine Verquickungen hätten ihrerseits wohl für mehr als nur eine einzige Serienstaffel gereicht. Als mögliche Täter kommen ja Verwandte des Opfers und deren Hintermänner bzw. -frauen ebenso wie die bestechliche Ärzteschaft und prekäre Spender ins Spiel. Nutznießer des gewaltsamen Todes auf dem OP-Tisch könnten vor allem der Bruder des Toten und dessen intrigante Geliebte (Katharina Heyer) sein. Das Erbe eines angesehenen Parfümkonzerns hatte sich zu verflüchtigen gedroht, es musste eilends gehandelt werden.

Dass die Teilleber dann aber im Bauch der zufällig in der Klinik befindlichen Mutter der selbstlosen Spenderin landet, ist wieder eine ganz andere Sache. Auch die Spenderin war ja in unschöne Familienverhälnisse verstrickt: Der eigenen Mutter hätte sie ihr Halborgan nie gegönnt, wie sie darniederliegend bekennt.

Sollte eine satirische Mulloper, ein Gegenstück zum genannten klinischen Dauerbrenner – Titel-Vorschlag: "In aller Feindschaft" – gedacht gewesen sein? Die beschwerliche Mördersuche steht dem leider arg entgegen – sie dehnt sich über die Maßen. – Zwei immerhin haben aber an der kuriosen Parfüm- und Leberstory ihre Freude: Garber suhlt sich beim Thema "Duftforschung" geradezu genüsslich in seinen Sprüchen ("Die Sache stinkt!"), und Sputnik (Jaecki Schwarz) schiebt als Revierfaktotum noch immer seine Kuchentheke samt Zeitungen durch die Flure, als hätten sich die Zeiger der Uhr nie weitergedreht in all den Jahren. Ein Trost immerhin, wenn auch ein schwacher.

Ein starkes Team: Man lebt nur zweimal – Sa. 09.01. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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