Einsamer Tod - Wenn der Staat beerdigen muss
01.11.2022 • 23:35 - 00:05 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
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Originaltitel
Einsamer Tod - Wenn der Staat beerdigen muss
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
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Jeder verdient die letzte Ehre

Von Christopher Schmitt

Was passiert, wenn Menschen sterben, die keinen Kontakt zu ihrer Familie haben? Werden die Verwandten nicht ausfindig gemacht, kümmert sich der Staat um die Bestattung. Eine neue ARD-Doku begleitet eine Ordnungsamt-Mitarbeiterin bei ihrer Arbeit, die nicht immer von Erfolg gekrönt ist.

Bereits vor zehn Jahren ist Michael L. in das Wohnhaus gezogen, doch schon lange hat den älteren Herren keiner der Nachbarn mehr gesehen. Auch der Hausarzt wird stutzig, warum hat der 63-Jährige seine Medikamente nicht abgeholt? Er entscheidet sich dazu, die Polizei zu verständigen. Als die Beamten schließlich die Wohnungstür öffnen, entdecken sie seine Leiche. Insgesamt drei Wochen fiel Michael Ls Tod niemandem auf. In diesem Moment beginnt die Arbeit von Bianca Heggen, die für das Ordnungsamt tätig ist. Der Aachenerin bleiben zehn Tage, Verwandte von Herrn L. ausfindig zu machen. In dieser Zeit muss ein Leichnam bestattet oder eingeäschert werden.

Die Dokumentation "Echtes Leben: Einsamer Tod – Wenn der Staat beerdigen muss", von Viktor Apfelbacher und Thomas Rosenberg begleitet Heggen bei ihrer Arbeit. Der Film, der am späten Abend in der ARD zu sehen ist, zeigt, was passiert, wenn Menschen sterben, die keine Beziehungen zur Verwandtschaft pflegen – oder schlicht kein enges Umfeld mehr haben. Es sind Menschen wie Michael L., von denen es mehr gibt, als manche vielleicht annehmen würden.

"Man hat gar keine Vorstellung davon, wie viele Menschen keinen Kontakt mehr zu ihrer Familie haben und einsam sterben", berichtet Bianca Heggen. Dabei fällt die Bilanz ernüchternd aus. Vier Jahre lang geht sie dieser Arbeit nach, in 54 Todesfällen wurde sie auf der Suche nach Angehörigen fündig. Demgegenüber stehen allerdings 200 Menschen, für die das Amt die Bestattung organisieren musste.

Die Spur führt in die USA

In Aachen hat sich ein ungewöhnliches Projekt aus Kirche, Ordnungs- und Friedhofsamt zusammengefunden, welches solchen Verstorbenen eine würdige Beisetzung ermöglicht. Sogar Freiwillige nehmen an den Beerdigungen teil, um den Toten die letzte Ehre zu erweisen. Für die Trauerfeier von Michael L. etwa ist Pfarrerin Ursula Heck zuständig, während das Ordnungsamt bereits einen neuen Fall bearbeitet. Die Spur führt ins Ausland: Bianca Heggen möchte, dass die Verstorbene in die USA gebracht wird, damit sie dort bei ihrer Familie bestattet werden kann.

Echtes Leben: Einsamer Tod – Wenn der Staat beerdigen muss – Di. 01.11. – ARD: 23.35 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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