Exclusiv im Ersten: Gequält, erniedrigt, drangsaliert
10.08.2020 • 22:00 - 22:30 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
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In den 50er - 80er Jahren wurden Millionen Kinder in sogenannte Erholungskuren geschickt.
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Jahrzehnte nach ihrer Kur fordern Betroffene, dass die Geschehnisse von damals aufgearbeitet werden.
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Eine Initiative ehemaliger Kurkinder kämpft für Aufklärung.
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Originaltitel
Exclusiv im Ersten
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Info, Gesellschaft + Soziales

Bis zum Erbrechen

Von Andreas Schoettl

Bis in die 1980er-Jahre wurden Millionen Kinder in Erholungskuren geschickt. Auf Kosten der Sozialämter und Krankenkassen sollten sie "aufgepäppelt" und gestärkt werden. Doch in den Heimen erlebten viele Schreckliches.

Es war ein gigantisches staatliches Gesundheitsprogramm. Von 1950 bis spät in die 1980er-Jahre wurde Millionen Kinder zur Erholung in Kuren geschickt. In hunderten von Heimen vor allem an der Nordsee, im Schwarzwald und im Allgäu sollten sie auf Kosten der Sozialämter und Krankenkassen "aufgepäppelt" und gestärkt werden. Doch die versprochene Kur geriet für viele zur Tortur. Eine Reportage von Ulrich Neumann und Philipp Reichert, die nun im Rahmen von "Exclusiv im Ersten" zu sehen ist, beleuchtet erstmals das System der "Verschickungen" und zeigt, dass dabei Kinder überall im Land gequält wurden.

Die Autoren haben über die Dauer eines Jahres Betroffene bei ihrem Kampf um Wiedergutmachung begleitet. Und tatsächlich wiegen die Vorwürfe ehemaliger Kur-Kinder schwer. Es heißt, viele von ihnen seien systematisch misshandelt worden. Das zeigen unter anderem Erfahrungsberichte, die Neumann und Reichert auswerteten.

Die Vorwürfe reichen von körperlichen und psychischen Strafen bis hin zu schlechtem Essen. Um Gewicht zuzunehmen, seien viele Kinder zum Essen gezwungen worden. Unfassbar, die "Zwangsernährung" reichte teils bis zum Erbrechen. Immer wieder heißt es in den Berichten, dass Kinder ihr Erbrochenes essen mussten.

Exclusiv im Ersten: Gequält, erniedrigt, drangsaliert – Mo. 10.08. – ARD: 22.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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