Fischmehl - ein schmutziges Business
09.08.2026 • 15:30 - 16:15 Uhr
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Originaltitel
Fischmehl - ein schmutziges Business
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
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Fischmehl - ein schmutziges Business

Fischmehl, ein Stoff, der in Deutschland kaum bekannt ist. Dank ihm haben wir Lachs & Co.auf dem Teller. Doch die Folgen der Fischmehl-Produktion sind dramatisch für Mensch und Umwelt. Die Nachfrage nach Fisch aus Aquakulturen - wie Lachs - wächst. Deshalb wird immer mehr Fisch aus dem Meer nicht gegessen, sondern zu Mehl verarbeitet. Weltweit landen so jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Wildfisch in Tierfutter. Die Bestände gehen zurück. Millionen Menschen in Westafrika können sich den Fisch vor ihrer Haustür nicht mehr leisten. Dabei ist er hier ein Grundnahrungsmittel. Doch das Angebot auf den Märkten wird immer knapper. "Früher gab es so viel Fisch, dass meine Kinder ihn nicht mehr sehen konnten.", sagt Kumba Camara. Die alleinerziehende Mutter aus Gambia hat sieben Kinder. Sie macht sich Sorgen um deren Ernährung. Mittlerweile muss ich Prioritäten setzen - wenn ich meine Kinder unter der Woche in die Schule schicke, habe ich nicht genug Geld für Proteine - dann gibt es nur noch Reis." Eine der Ursachen: der wachsende Hunger nach Fischmehl. Das braune Pulver reist um die halbe Welt, um unter anderem in europäischen Aquakulturen verfüttert zu werden. Der Film verfolgt diesen Weg vom Strand in Gambia bis nach Europa und stellt die Frage: Welchen Preis zahlen wir wirklich für gezüchtete Speisefische? Für den Biologen Werner Kloas ist der Fall klar. Für ihn sind die meisten Aquakulturen alles andere als nachhaltig: "Die Aquakulturen benötigen Fischmehl vor allem für Fische wie Lachs. Ohne Fischmehl hätten sie große Probleme diese großzuziehen. Und frisch gefangenen Fisch zur Futterproduktion zu nutzen, ist natürlich nicht ökologisch sinnvoll. Frischer Fisch ist eine endliche Ressource." In Ländern wie Gambia, Senegal und Mauretanien hat sich die Anzahl der Fischmehlfabriken innerhalb weniger Jahre vervielfacht. Ständig brauchen sie neuen Fisch, damit die Produktion weiter läuft. Vieles davon stammt von industriellen Trawlern, die vor der westafrikanischen Küste unterwegs sind. Und es häufen sich die Hinweise, dass auch illegale Fänge in den Fabriken landen. Der gambische Umweltjournalist Mustapha Manneh recherchiert schon seit Jahren in Westafrika zum Thema Fischmehl und stößt regelmäßig auf neue Hindernisse: "Die Fischmehlindustrie ist unheimlich verschwiegen - kaum jemand versteht so richtig, was hinter den verschlossenen Türen passiert. Eins steht fest, die Menschen hier in Afrika leiden unter den Folgen. In meinen Augen ist Fischmehl mittlerweile eine Art Blutfisch. Früher gab es hier Blutdiamanten, nun aber haben wir Blutfisch." Und damit nicht genug. Auch die Umwelt leidet unter den Fabriken. Abwässer aus der Produktion sind mit giftigen Schwermetallen wie Arsen belastet, die ungefiltert ins Meer gelangen. Vor Ort sprechen wir mit lokalen Fischern, Aktivisten und Insidern über das Big Business Fischmehl. Die Dokumentation ist eine Spurensuche zwischen Westafrika und Europa, zwischen Fischmarkt und Kühltheke und ein Film über ein System, das viele von uns mit jedem Bissen unbewusst mittragen.

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