Aufkeimende Hoffnung in einem verpfuschten Leben: Das Sozialdrama "Fish Tank" macht keine Gefangenen.

Die internationale Presse jubelte in Cannes. Eine Hauptdarstellerin von der Straße weg gecastet, das riecht nach Kunst. Katie Jarvis heißt die gelobte Dame, die im britischen Sozialdrama "Fish Tank" (2009) ein kleines Stück vom Glückskuchen will. Schließlich ist sie fast erwachsen und hat, so der Eindruck, bisher noch nichts Erfreuliches erlebt. Die Laiendarstellerin ist in ihrer ersten Hauptrolle eine Wucht, doch auch ein anderer Schauspieler brilliert in dem Drama: Michael Fassbender ("X-Men: Apocalypse", "12 Years a Slave"). 3sat wiederholt das Sozialdrama nun zu später Stunde.

Fassbender hält gekonnt die Balance aus freundlichem Unschuldslamm und seltsamem Verführer wider Willen. So gelingt ihm das Kunststück, undurchschaubar zu sein und dadurch den Film voranzutreiben. Im Erscheinungsjahr 2009 hatte Fassbender zwar bereits in Blockbustern wie "300" und "Inglourious Basterds" mitgewirkt, doch die meisten Zuschauer konnten mit seinem Namen noch kaum etwas anfangen. Heute hat sich das längst geändert: Der in Heidelberg geborene Deutsch-Ire ist mittlerweile zweifach oscarnominiert.

Mit ihrem Coming-of-Age-Film bot Regisseurin Andrea Arnold ("American Honey") dem charismatischen Darsteller vor zehn Jahren die perfekte Bühne dafür, sein außergewöhnliches schauspielerisches Talent erstmals in Gänze unter Beweis zu stellen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst