Friesland - Prima Klima
30.03.2022 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
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Originaltitel
Friesland
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Neuer Sendeplatz für die Friesen

Von Hans Czerny

Der 15. "Friesland"-Krimi verspricht wie gewohnt entspannte Krimiunterhaltung. Überraschend ist jedoch der Sendetag. Die Leeraner Ermittler wandern vom Wochenende auf einen Werktag.

Der "Friesland"-Krimi ist eine Erfolgsgeschichte. 14 Folgen wurden bislang ausgestrahlt, nur einmal sahen weniger als sechs Millioen Menschen zu. Zuletzt kratzte die Reihe sogar mehrfach an der Acht-Millionen-Zuschauer-Marke, was deutlich macht: Regionale Schmunzelkrimis kommen an beim Publikum, das sich nicht erst seit den Ereignissen der vergangenen Wochen nach Zerstreuung sehnt. Um so überraschender, dass das ZDF nun aber den Sendeplatz veränderte. Der neue "Friesland"-Fall wird an einem Mittwoch und nicht wie gewohnt am Samstag gezeigt. Zur Regel soll das jedoch nicht werden, erklärt der Sender auf Anfrage und führt programmplanerische Gründe an.

Turbulent geht es auch diesmal wieder zu in Leer. Ganz ist nicht raus, ob dieser 15. "Friesland"-Fall (Drehbuch: Georg Ludy, Regie: Patricia Frey) womöglich eine Satire sein soll auf übertrieben forcierte ökologische Meeresforschung – oder doch nur ein etwas lang geratener Ostfriesenwitz über schrullige Betrüger und übereifrige Bullen. Ein Geisterschiff ganz ohne Kapitän läuft im Hafen von Leer auf einen Kutter auf. Immerhin ein Forschungsdampfer des offenbar renommierten Fehrmansen-Instituts, das die Verklappung von CO2 im Meeresboden erprobt. Wo also ist der Kapitän, zugleich Geschäftsführer des Instituts, abgeblieben? Hat er sich aus dem Staub gemacht, und wenn ja – warum?

Für die braven Leeraner Polizisten Henk und Süher (Maxim Mehmet, Sophie Dal) ist gleich sonnenklar, dass der Mann gekidnappt wurde. Alsbald taucht per Video auch ein Hilferuf nebst Lösegeldforderung auf: Fünf Millionen sollten schnellstens überwiesen werden, so behauptet die verzerrte Stimme, dann komme Geschäftsführer Dierks (Jürg Plüss) wieder frei. Sollte Dierks sein eigener Entführer gewesen sein?

Oder war es gar Esther Fehrmansen (Julia Brendler, "Nord Nord Mord"), die rührige Firmenchefin selbst, die Dierks loswerden wollte? Aber auch Laborleiter Eric Ohlsen (Pablo Sprungala), von den Polizisten gerne "die Laborratte" genannt, gerät unter Verdacht. War bei einer CO2-Verklappung etwas schiefgelaufen, hatte er Esther Fehrmansen mitsamt ihrer neuerlichen Millionen-Förderung durch die EU in der Hand?

Verseuchte Krabben ...

Viel Seemannsgarn wird in diesem Ostfriesenkrimi unter dem Titel "Prima Klima" gesponnen. Das Vielpersonen-Stück verspielt etwas leichtfertig die ihm immanente Umweltsatire, sämtliche Figuren tragen zudem ihre Pointensammlung wie einen Bauchladen vor sich her. Auch die Rollen-Stereotypen, der Bestatter Habedank (Holger Stockhaus) und die Apothekerin Scherzinger (Theresa Underberg) wollen noch bedient sein. Insa Scherzinger kann immerhin bei der Auswertung einer verseuchten Krabbe helfen (CO2-Vergiftung, ohne Frage). Habedank, zuletzt als digitaler Nachlassverwalter in die Kriminalklamotte eingebaut, hat – erstaunlich spät – für sich das Geschäftsmodell der Seebestattung entdeckt und hilft der Witwe Frida (Birge Schade) ausgerechnet im Heimathafen beim Proben der Bestattungszeremonie: "Der muss drinbleiben!" kommandiert er und meint die Asche in der Urne ihres Mannes, als Frida den Deckel wegwerfen will.

In all dem sich überstürzenden Treiben – halb Leer ist mal wieder auf den Beinen – bleibt einer cool: Tyron Ricketts spielt einen geheimnisvollen Camper aus der Fremde. Es ist die schönste Rolle, ganz ohne aufgesetzten Witz und mit guter Anbindung an die dubiose Institutsvergangenheit. Mehr darf leider nicht verraten werden – sonst ist der letzte Rest an Krimispannung flöten.

Friesland: Prima Klima – Mi. 30.03. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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