Auch im Gesundheitswesen schreitet die Digitalisierung rasant voran. Vorteile wie ständig kontrollierte Insulinwerte für Diabetiker via App liegen auf der Hand. Doch Kritiker warnen.
Ab 2021 soll sie kommen, die elektronische Patientenakte. Über sie können Informationen über Vorerkrankungen schneller abgerufen und doppelte Laborbefunde oder Röntgenbilder vermieden werden. Ziel ist, dass die Gesundheitsversorgung effizienter werde. Dass ein vergleichbares System bereits funktioniert, zeigt in der Dokumentation von Julia Lösch und Verena Rendel das Beispiel Dänemarks. Das nördliche Nachbarland gilt als Vorreiter im Bereich E-Health. Über ein Online-Portal haben Mediziner und Patienten dort digitalen Zugriff auf Arztbriefe, Röntgenbilder, Laborbefunde und E-Rezepte. Die Dänen nehmen das Angebot größtenteils an -, auch weil eher unangenehme Daten geblockt werden können.
Fraglich allerdings ist, ob ein vergleichbares System auch auf Deutschland übertragbar ist. An einem erforderlichen Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) wird noch gearbeitet. Und es gibt Zweifler an der womöglich zu einfachen Einsicht hochsensibler Daten. So weisen nach aktuellen Forschungsergebnissen der Ruhr-Universität in Bochum die bereits auf dem Markt befindlichen Gesundheits-Apps teils erhebliche Sicherheitsmängel auf.
Weiter geht der Münchner Psychiater Dr. Meißner. Mit anderen Kollegen hat er die Petition "Gesundheitsdaten in Gefahr" an den Bundestag eingereicht. Das Ziel von 50.000 Unterschriften und mehr ist erreicht. Nun soll eine Anhörung vor dem Petitionsausschuss folgen.
Wissen hoch 2: Gesundheit digital? – Do. 16.04. – 3sat: 20.15 Uhr