Grzimeks Vermächtnis
17.11.2025 • 23:50 - 00:35 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Bernhard Grzimek bei Dreharbeiten in der Serengeti für seine Sendung „Ein Platz für Tiere“.
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Vorsicht Faultier! Nur Zoodirektor Prof. Dr. Bernhard Grzimek darf es wagen, in die Nähe der beiden Zehenfaultiere zu kommen, die er aus dem Frankfurter Zoo ins Fernsehstudio mitgebracht hat.
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Der Nationalpark Serengeti in der Regenzeit.
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Bernhard Grzimek bei Dreharbeiten in der Serengeti für „Die Serengeti darf nicht sterben“.
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Originaltitel
Grzimeks Vermächtnis - Wie weit darf Naturschutz gehen?
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Muss die Serengeti doch noch sterben?

Von Hans Czerny

Mit seiner Sendung "Ein Platz für Tiere" feierte der Frankfurter Zoodirektor und Tierarzt Bernhard Grzimek Riesenerfolge. Bis zu 35 Millionen Zuschauer schalteten ein. Mit ihr wurde Grzimek zu Deutschlands berühmtestem Tierschützer. Doch es gab auch Kritik.

Mit seiner ARD-Sendung "Ein Platz für Tiere" (1956 bis 1987) begeisterte der Frankfurter Zoodorektor und Tierarzt Bernhard Grzimek bis zu 35 Millionen Menschen – damals eine Einschaltquote von 70 Prozent. Mit schnarrender Stimme und einem Zoo-Tier auf seinen Schultern (von Äffchen bis Gepard) setzte er sich unermüdlich für den Tier- und Naturschutz ein. Sein Farbfilm "Serengeti darf nicht sterben" wurde 1960 mit einem Oscar gekürt. Die Serengeti, Savannenlandschaft mit Herden von Gnus, Antilopen und Elefanten, hatte es ihm angetan. Er hielt sie für das letzte Reservat wild lebender Tiere. Doch sein Engagement hatte auch düstere Seiten, wie der "ARD History"-Film von Dennis Wells (HR) zeigt.

Um Tiere und Natur zu schützen, setzte er sich auch gegen die dort existierende indigene Bevölkerung der Massai ein. Nach seinem Dafürhalten war deren Umsiedlung unbedingt vonnöten, drohten ihre Rinderherden doch die Savanne durch Überweidung zu zerstören. Tausende wurden umgesiedelt und verloren ihr angestammtes Land, während Afrikatouristen den neu geschaffenen Wildpark besuchen durften. Naturschützer von heute werfen Grzimek daher vor, mit dem Blick des europäischen Kolonialisten gehandelt zu haben.

Inzwischen sind die an den Rand der Serengeti gedrängten Massai auf das zehnfache angewachsen, eine neue Umsiedlung droht. Die Massai plädieren für ihr Bleiben, sie verweisen darauf, dass sie den Umgang mit der Natur in Jahrhunderten ihres Nomadentums geübt hätten und mit ihnen eine Erhaltung der Umwelt möglich sei. Dennis Wells stellt die Frage, ob und wie Naturschutz und Recht auf Heimat zusammen möglich sei. Dies gilt nicht nur für die Serengeti in Tansania allein, sondern für die ganze Bevölkerung im globalen Süden. Wie weit darf Naturschutz gehen, lassen sich wirklich, wie international vereinbart, 30 Prozent der Erdoberfläche unter Naturschutz stellen?

ARD History: Grzimeks Vermächtnis – Wie weit darf Naturschutz gehen? – Mo. 17.11. – ARD: 23.50 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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