Hagen Benz - Das Böse in dir
08.11.2025 • 20:15 - 21:45 Uhr
Fernsehfilm, Thriller
Lesermeinung
Chefermittlerin Elena Weber (Julia Koschitz) und ihr Kollege Jochen (Paul Boche, li.) bemerken am Tatort, dass sie observiert werden.
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Hagen Benz (Heiner Lauterbach) ist persönlich in dem Fall verstrickt.
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Hagen Benz (Heiner Lauterbach, li.) besucht seinen alten Freund Felix März (Christian Küchenbruch, re.) in dessen Bar.
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Hagen (Heiner Lauterbach, li.) besucht Ermittlerin Elena (Julia Koschitz, re.) und Tochter Dorea (Stella Spörrle, Mitte) im Restaurant ihrer Eltern.
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Originaltitel
Hagen Benz - Das Böse in dir
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2025
Fernsehfilm, Thriller

Heiner Lauterbach wird auf seine alten Tage noch mal Kommissar

Von Eric Leimann

Mit 72 Jahren scheint Heiner Lauterbach noch mal ein "Ermittleramt" zu übernehmen. An der Seite von Julia Koschitz verkörpert er in "Hagen Benz – Das Böse in dir" einen mysteriösen Hamburger Ex-Kommissar. Der ARD-Samstagskrimi könnte zur Reihe werden – mit dunklen Figuren und deren Geheimnissen.

Wer sich noch an eine deutsche Krimireihe mit Heiner Lauterbach als Ermittler erinnern kann, gehört wohl eher zu den Älteren. In den 90-ern verkörperte der mittlerweile 72-jährige Schauspielstar zuletzt Verbrecherjäger in Serien wie "Faust" (1994-97) und "Eurocops" (1988-1992). Beide wurden vom ZDF produziert. Doch es ist nie zu spät für ein Comeback. Und wer wüsste das besser als Heiner Lauterbach! Im ARD-Samstagskrimi "Hagen Benz – Das Böse in dir", der zur Reihe werden könnte, verkörpert er die Titelfigur. Hagen Benz ermittelt an der Seite von Kommissarin Elena Weber (Julia Koschitz) von der Hamburger Mordkommission.

Die Leiche eines gut gepflegten älteren Mannes findet sich an einem der vielen Hamburger Wasserwege. Ermittlerin Elena und ihr Kollege Jochen (Paul Boche) müssen erst mal herausfinden, wer der Tote war. Bald ergeben sich Verbindungen zu einem "cold case", den einst Benz bearbeite. Kurz vor der Rente hatte "der harte Hagen", so sein Spitzname bei der Polizei, vor wenigen Jahren überraschend den Dienst gekündigt. Warum?

In blassen winterlichen Farben führen Christine Hartmann ("Club der einsamen Herzen", Buch und Regie) und ihr Drehbuchkollege Eckhard Vollmar ("Kommissar Dupin") in die Welt zweier Ermittler ein. Diese bleibt lange Zeit mysteriös – vor allem die Figur des Hagen Benz, der nach seinem Abschied von der Mordkommission immer noch um alte Fälle herumschleicht, den Polizeifunk abhört und im Hintergrund an Tatorten auftaucht.

Wie geht's weiter, wenn das Ermittlerverhältns geklärt ist?

Welches Ziel verfolgt der charismatische Senior, der mit anderen reiferen Männern wie Grafik-Künstler Gunther (Uwe Preuss) oder Barbetreiber Felix (Christian Küchenbruch) eine Verbindung der nicht ausgesprochenen Dinge zu pflegen scheint. Etwas einfacher ist die taffe Ermittlerin Elena Weber zu verstehen: Ihre 15-jährige Tochter Dorea (Stella Spörrle) zieht sie alleine groß und zwischendurch müssen alle drei Generationen im Lokal von Elenas griechischer Mutter (Adriana Altaras) aushelfen. "Was ist das für eine Arbeit, nur Mord und Gewalt? Und daheim ein Kind und keinen Mann", sagt die Griechen-Mutter in einer Szene zu ihrer Tochter. In der männerlosen Familie der Ermittlerin gibt es immer wieder Spannungen, genauso wie in der Welt des alleine lebenden Hagen Benz.

Ein dunkler Krimi noir-Touch umweht diesen Film, bei dem die charismatisch besetzten Ermittlerrollen interessanter erscheinen als der eigentliche Fall. Der erweist sich in seiner langsamen Entwicklung später als eher konventionelle, wenn auch solide spannend erzählte Krimiware fürs gesetzte Primetime-Publikum des Öffentlich-Rechtlichen. Mit dem Geheimnis, das vor allem die Titelfigur umweht und das von Heiner Lauterbach mit der ihm eigenen Ausstrahlung gefüllt wird, flackert die psychologische Spannung um die Figuren über 90 Minuten hingegen deutlich intensiver.

Lange Zeit weiß man weder, was dieser Hagen Benz vorhat, noch welche Art von Verbindung er – Japan-Fan und Kampfkunstschulen-Betreiber – mit Kommissarin Elena Weber pflegen könnte. Dies hält den neuen ARD-Thriller im spannenden Schwebezustand, ebenso wie die interessante Chemie zwischen Lauterbach und Koschitz, denen man gerne in ihren Leben mit ausreichend dunklen Ecken zusieht. Bleibt die Frage, ob diese spezielle Dynamik des Ungewissen, die nach Fall eins ein gutes Stück weit aufgelöst sein könnte, in weiteren Fällen noch funktionieren wird.

Hagen Benz – Das Böse in dir – Sa. 08.11. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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