Hannah Arendt - Denken ist gefährlich
01.12.2025 • 23:35 - 01:00 Uhr
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Lesermeinung
Hannah Arendt, ca. 1963
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Hannah Arendt, 1930
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Hannah Arendt als Jugendliche. Aufnahmeort und -Datum unbekannt.
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Hannah Arendt in New York, 1944.
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Originaltitel
Hannah Arendt - Denken ist gefährlich
Produktionsland
D, USA
Produktionsdatum
2025
Altersfreigabe
12+
Info, Menschen

Im Angesicht des Abgrunds Haltung bewahren

Von Hans Czerny

Wer war Hannah Arendt? – Eine der wichtigsten Denkerinnen des 20. Jahrhunderts, die sich nach eigenen NS-Erfahrungen vor allem der Analyse des Totalitären zuwandte.

"Es gibt keine gefährlichen Gedanken. Das Denken selbst ist gefährlich", lautet eines der vielen Zitate aus dem Mund der politischen Philosophin Hannah Arendt. "Niemand hat das Recht zu gehorchen" ist neben der Erkenntnis der "Banalität des Bösen" im Hinblick auf Adolf Eichmann eines der sich daran anschließenden Schlagworte über Terror und Totalitarismus – zunächst im Nationalsozialismus, aber auch über diese Zeit hinaus bis hin zur amerikanischen McCarthy-Ära, zu Vietnam und Watergate. "Stop and think. Halt an und denke", zitiert die vor 50 Jahren, am 04. Dezember 1975 in New York verstorbene Denkerin selbst in der ARD-Dokumentation "Hannah Arendt – Denken ist gefährlich" ein amerikanisches Sprichwort.

Der Dokumentarfilm mit Archivmaterial, Interviews und den von Nina Hoss gelesenen Arendt-Texten (Regie: Chana Gazit und Jeff Bieber) schildert Hannah Arendt als "furchtlose Denkerin" und lebensfrohe Frau, die "das Leben spüren" wollte. Bereits 1933 wird die 1906 in Hannover-Linden geborene Jüdin von den Nationalsozialisten verfolgt und konnte zunächst nach Paris, später nach New York emigrieren. Dass ihr Leben stets eng mit ihrem sehr aktuell erscheinenden Denken verbunden war, zeigt der Film sehr deutlich.

Totalitäre Mächte scheinen wieder im Vormarsch wie in früheren Zeiten. Ab 1961 beobachtete Arendt als Berichterstatterin für die Zeitschrift "The New Yorker" den Eichmann-Prozess gegen den Organisator der "Endlösung der Judenfrage". In ihrem danach veröffentlichten Buch: "Eichmann in Jerusalem. Im Bericht von der Banalität des Bösen" schilderte sie Eichmanns Mittelmäßigkeit und Gedankenlosigkeit. Das rief den harten Widerspruch ihrer Kritiker hervor.

Erinnerungen von Weggefährten und Zeitzeugen werden ebenso einbezogen wie zeithistorische Filmdokumente und Expertenkommentare aus heutiger Sicht. Laut seiner amerikanischen Regisseure lege der Film Zeugnis ab "von der erstaunlichen Weitsicht einer politischen Denkerin bis in die Gegenwart" – und von der "Schwierigkeit und Schönheit, im Angesicht des Abgrunds Haltung zu bewahren".

ARD Dokumentarfilm: Hannah Arendt – Denken ist gefährlich – Mo. 01.12. – ARD: 23.35 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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