Hinter dem eigenartigen Titel "Hit Mom – Mörderische Weihnachten" verbirgt die ARD eine nicht gerade zahme, schwarze Weihnachts-Comedy.

Wer sich angesichts des eigenartigen Filmtitels "Hit Mom – Mörderische Weihnachten" ein kitschiges Feiertags-Musical erhofft, wird von der ARD enttäuscht: Der Begriff "Hit Mom", so erkennt man bald, ist dem hierzulande nicht gerade geläufigen Begriff Hitman angelehnt. Zu Deutsch: Auftragsmörder. Die bisweilen bitterböse deutsche Weihnachts-Gangsterkomödie entpuppt sich als einer der besseren Vertreter des gern gesendeten Genres "Verbrechen an Weihnachten". Eine überarbeitete Familienmutter wird darin unfreiwillig zum Killer. Trotz vieler Klischees gerät "Hit Mom" dank sehenswerten Schauspiels und schwarzen Humors zum unterhaltsamen Mittwochabendprogramm für die Adventszeit.

Sebastian Markas Komödie arbeitet sich an einer enorm albernen Story ab, die aber von ihren kleinen Szenen und ihren gut gezeichneten Figuren lebt. Allen voran die großartige "Polizeiruf"-Darstellerin Anneke Kim Sarnau, die mit ihrer Rolle als Mörder-Mutter mal wieder begeistert. Hanni, so der Name ihrer Figur, ist eine sorgende Familienmutter. Während ihr Mann seit anderthalb Jahren arbeitslos zu Hause lebt, geht sie täglich stundenlang putzen, um ihn und den Sohn Viktor (Anton Petzold) durchzubringen.

Eines Abends wird sie während ihres Jobs Zeugin, wie ein Mann eine ältere Dame umbringen will. Der Killer erblickt sie – und will auch Hanni töten. Doch die taffe Frau dreht den Spieß herum: Plötzlich liegt der Mörder leblos da. Als Hanni zu allem Überfluss am nächsten Tag auch noch von der nicht gerade netten Alten besucht wird und auch diese in einem Handgemenge umbringt, steht ihr Leben völlig auf dem Kopf. Ein mysteriöser Mann (Jürgen Tarrach) kontaktiert sie: Es stellt sich heraus, dass die alte Frau Ziel eines Auftragsmörders war. Und Hanni hat beide getötet.

Fortan wird sie vom Oberboss, der sie für überaus talentiert und prädestiniert als Killer-Nachfolgerin hält, zum Auftragsmord gezwungen. Selbstverständlich handelt es sich fast ausschließlich um böse Menschen, die es irgendwie verdient haben. Schwieriger ist es für Hanni fast, ihren neuen Job vor der Familie geheimzuhalten. Schwarzhumorig geht "Hit Mom" mit dem Akt des Tötens um, moralische Anflüge werden nicht überstrapaziert. Getragen wird die sehenswerte ARD-Comedy von den kleinen Interaktionen, von den kritischen Witzen und einer herausragenden Hauptdarstellerin.


Quelle: teleschau – der Mediendienst