Holding Liat
09.02.2026 • 22:25 - 00:05 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Yehuda Beinin vor der Abreise in die USA, um Hilfe für die Geiseln zu organisieren.
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Der Filmemacher Brandon Kramer (links) mit Yehuda Beinin in Washington.
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Yehuda Beinin ist amerikanischer Staatsbürger und reist nach Washington, um die US Regierung um Hilfe zu bitten.
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Verzweifelt nach der Geiselnahme ihrer Tochter von der Terror-Organisation Hamas. Yehuda und Chaya Beinin.
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Originaltitel
Holding Liat
Produktionsland
USA
Produktionsdatum
2025
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Holding Liat

Liat und ihr Mann wurden am 7. Oktober 2023 von der Hamas entführt. Eine Befreiung ist nicht sicher, dennoch stellt sich die Familie der Kamera. Der Film wird zum Berlinale-Gewinner. Bereits kurz nach der Geiselnahme dreht Brandon Kramer mit Liats US-israelischer Familie. Er ist dabei, wenn ihre Eltern mit ihrer Verzweiflung kämpfen und dennoch Strategien entwickeln - wie eine Reise in die USA, um für Unterstützung zu bitten. Dabei sieht Liats Vater Yehuda trotz all seines Schmerzes Israels Rolle im Nahostkonflikt kritisch. Als Pazifist ist er in der Friedensbewegung engagiert und lässt sich auch im Leid nicht vom Weg der Aussöhnung mit den Palästinenserinnen und Palästinensern abbringen. Eine Haltung, die die Reise in die USA, die er gemeinsam mit seinem Enkel antritt, nicht einfacher macht. Der junge Mann fühlt sich in seinem Schmerz nicht nur von der allgegenwärtigen Medienpräsenz gestört, sondern auch von den zähen und zeitintensiven Verhandlungen. Dennoch kommt am Ende zumindest Liat frei. Ihr Mann dagegen wird die Geiselnahme nicht überleben. "Holding Liat" feierte seine Weltpremiere 2025 auf der 75. Berlinale und wurde mit dem "Berlinale Dokumentarfilmpreis" ausgezeichnet. Er wurde unter anderem auch auf dem "Tribeca Film Festival", dem "Hong Kong International Film Festival" und dem "Tel Aviv International Documentary Film Festival" gezeigt. Die Berlinale-Jury begründete ihre Entscheidung auch mit dem sensiblen Umgang des Regisseurs mit der Familie, die im wohl schlimmsten Moment ihres Lebens einem Filmteam die Tür öffnete. Er sei dieser Geste nicht nur mit Umsicht und Respekt vor dem Schmerz dieser bestimmten Familie begegnet, sondern habe sich auch dem kollektiven Schmerz gestellt. Die Komplexität von Gewalt und Gerechtigkeit und die Widersprüche der Geschichte würden in seinem Film nicht zum Schweigen gebracht, sondern thematisiert werden. Der Filmemacher Brandon Kramer lebt in Washington, D.C. und wurde mit dem Dokumentarfilm "City of Trees" international bekannt. Für seine Dokumentarserie "The Messy Truth" wurde er mit dem Webby-Award ausgezeichnet. Redaktionshinweis: 3sat zeigt "Holding Liat" als TV-Premiere anlässlich der Berlinale 2026.

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