Irak: Vergiftetes Wasser, verkaufte Nieren
08.09.2026 • 22:30 - 23:25 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Vite a perdere
Produktionsland
I
Produktionsdatum
2025
Info, Gesellschaft + Soziales

Irak: Vergiftetes Wasser, verkaufte Nieren

Viele Jahre galt der Irak als Brandherd im Nahen Osten: 2003 wurde Langzeit-Diktator Saddam Hussein durch eine US-geführte Koalition gestürzt, später folgte ein blutiger Bürgerkrieg zwischen Sunniten und Schiiten und der Aufstieg des IS, der erst 2017 besiegt werden konnte. Seither wirkt der Irak nach außen stabil, in einer vom Nahostkonflikt erschütterten Region: Es gibt Wahlen, und ein Proporzsystem sichert Minderheiten politische Teilhabe. Hinter dieser scheinbaren Stabilität eskaliert jedoch derzeit eine schwere Gesundheitskrise. Der Klimawandel trifft den Irak besonders hart. Der Wassermangel wird durch eine marode Infrastruktur, Wasserverschmutzung und eine grassierende Korruption noch verschärft. Die Folge: eine Epidemie von Nierenerkrankungen. Bei einer Armutsquote von fast 25% sehen viele Iraker nur den Ausweg, ihre Niere auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. Über soziale Medien werden Preise, Käufer und OP-Orte offen vermittelt, ohne behördliche Kontrolle. Die alleinerziehende Mutter Um Yousef hat ihre Niere verkauft, um damit die Therapie ihres autistischen Sohnes zu bezahlen - nun ist sie selbst schwer krank. Der junge Iraker Hussein sucht nach einem vertrauenswürdigen Käufer für seine Niere. Mit dem Geld will er das im Irak übliche Bestechungsgeld zahlen, um einen Job in einer Behörde zu bekommen und dann endlich eine Familie zu gründen. Expertinnen und Experten analysieren, wie Jahrzehnte von Konflikten, Umweltzerstörung, Wasserknappheit und ein überlastetes Gesundheitssystem zu dieser Katastrophe geführt haben - und wie schwer politische Lösungen sind.

Das beste aus dem magazin

Ein Mann fährt mit einem Fahrrad an E-Bikes vorbei.
Gesundheit

Fahrrad oder E-Bike? Ein Arzt gibt klare Tipps für die Gelenke

Wer Schmerzen im Knie hat, sollte beim Radeln besonders vorsichtig sein. Ein Mediziner erklärt, wann Bewegung hilft und wann sie schadet.
Die Insel Kreta im Sonnenuntergang.
Reise

Unsere Lieblingsorte: Vom Gardasee bis Norddeich

Die prisma-Redaktion stellt ihre liebsten Urlaubsorte vor und gibt ein paar Ausflugstipps.
Henry Rauhbein mit einer Faust.
HALLO!

Henry Rauhbein: "Vom Rebellen zum Helden"

Henry Rauhbein, Sänger der Folk-Rock-Band Rauhbein, spricht über sein neues Album „Rebellen und Helden“, sein Leben auf dem Land in Nordhessen, seine Leidenschaft für Eishockey und die Erfahrungen, die ihn als Künstler geprägt haben.
Dr. Martin Rinio ist Ärztlicher Direktor der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Ein Behandlungsschwerpunkt des Facharztes für Orthopädie, Chirurgie und Unfallchirurgie sind Hüftgelenk und Endoprothesen.
Gesundheit

Hüftschmerzen: Nicht warten, bis der Schaden irreparabel ist

Hüftarthrose entwickelt sich oft schleichend. Erste Anzeichen wie morgendliche Schmerzen sollten ernst genommen werden, um eine spätere OP zu vermeiden. Moderne Behandlungsmethoden und eine gesunde Lebensweise können helfen, die Gelenkgesundheit zu erhalten.
Prof. Dr. med. Burkhard Sievers ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Zusatzbezeichnungen: Hypertensiologie, Notfallmedizin, kardiovaskuläre Magnetresonanztomografie, kardiovaskuläre Computertomografie, interventionelle Kardiologie, interventionelle Angiologie, Herzinsuffizienz, Lipidologie, Gendermedizin und in seinen Praxen Cardiomed24 tätig sowie Buchautor (ZS-Verlag: „So heilt man heute. Die häufigsten Volkskrankheiten geschlechtsspezifisch besser behandeln“).
Gesundheit

Pflege: Früh genug selbst aktiv vorsorgen

Pflegebedarf trifft oft unerwartet zu. Wer sich frühzeitig mit bürokratischen Hürden und einem Unterstützernetzwerk auseinandersetzt, ist besser vorbereitet.
Gettymages/Olga Yastremska
Gesundheit

Regelmäßig zum Hörtest

Hörverlust entwickelt sich oft unbemerkt über Jahre. Regelmäßige Hörtests können helfen, rechtzeitig gegenzusteuern und Risiken wie soziale Isolation und Demenz zu minimieren.