Jüdische Hochzeitsnacht
18.06.2024 • 21:45 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
So läuft eine "Jüdische Hochzeit": Während des ultra-orthodoxen Rituals ist die Braut verhüllt.
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Die Dokumentation gibt seltene Einblicke in das orthodoxe Judentum.
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Vor der Hochzeit muss die Perücke der Braut vorbereitet werden.
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Originaltitel
Jüdische Hochzeitsnacht
Produktionsland
D, ISR
Produktionsdatum
2023
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Trauma und Tabu: Wie ultra-orthodoxe Juden heiraten, ohne einander zu kennen

Von Maximilian Haase

Wie fühlt es sich an, jemanden zu heiraten, den man kaum kennt? Die Dokumentation "Jüdische Hochzeitsnacht" liefert seltene Einblicke in die Rituale der ultra-orthodoxen Community. ARTE zeigt den Film im Rahmen der Reihe "MenschenLeben".

Einen nahezu Fremden zu ehelichen, ist für die meisten Menschen völlig undenkbar – im ultra-orthodoxen Judentum jedoch durchaus Praxis. Obwohl sich Braut und Bräutigam oft kaum kennen, erleben sie in der Hochzeitsnacht ihren ersten sexuellen Kontakt überhaupt. Nicht selten ist dieses Teilen von Intimität mit Ängsten und traumatischen Erfahrungen verbunden, darüber zu reden ist jedoch nicht erwünscht. So zeigt es der Dokumentarfilm "Jüdische Hochzeitsnacht", der nun bei ARTE erstmals im TV ausgestrahlt wird und sich einem überaus tabuisierten Thema widmet. Filmemacherin Rachel Elitzur, die selbst aus der ultra-orthodoxen jüdischen Community stammt, liefert – ähnlich wie die hochgelobten Streamingformate "Unorthodox" und "One of Us" – seltene Einblicke in eine sonst nach außen abgeriegelte Gemeinschaft.

Zwei Jahre lang interviewte die Autorin und Regisseurin zahlreiche Mitglieder der ultra-orthodoxen Gesellschaft, Männer wie Frauen, Alte wie Junge. Die Interviews sind das Herzstück des Films: Offen geben viele der Befragten Auskunft über ihre Sorgen, Hoffnungen und Erfahrungen vor, während und nach der Hochzeit.

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Weil die anonymen Gespräche die Identität der Protagonisten zu deren Schutz nicht offenbaren, kommen ehrliche und unverstellte Ansichten zu Geschlechtertrennung, Sexualität und Religion zum Vorschein. Darüber hinaus begleitet die Kamera Paare bei ihrem Weg von der Zusammenführung und Verlobung über die Eheberatung beim Rabbi bis hin zur großen Hochzeit und titelgebenden Hochzeitsnacht. Letztere erleben viele der Befragten als belastend bis traumatisierend – in manchen Fällen sprechen die Betroffenen gar von Vergewaltigung. Zudem stützt sich die einstündige Doku auf privates Archivmaterial und setzt besonders intime Momente, die nicht mit der Kamera begleitet wurden, in Reenactment-Szenen um.

ARTE zeigt den Film im Rahmen der Dokumentarfilmreihe "MenschenLeben", die noch bis Ende August insgesamt zehn Erstausstrahlungen präsentiert. Die vielfältigen Dokus werden jeweils am Dienstagabend ausgestrahlt.

Jüdische Hochzeitsnacht – Di. 18.06. – ARTE: 21.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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