Lebenslinien
14.03.2022 • 22:00 - 22:45 Uhr
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Originaltitel
Lebenslinien
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2017
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Die Frau vom Tscharlie

Von Wilfried Geldner

Ein Spaziergang durch ein Leben: Die Münchner Schauspielerin Michaela May, die am 18. März 70 wird, erzählt leichthin – und mit dem berühmten Lächeln – von einem weithin glücklichen Leben und einer lebenslangen Schauspielkarriere – von Dietls "Münchner Geschichten" bis zum "Polizeiruf 110".

Jetzt wissen wir es also: Abgeschrieben hat er von ihr, der Helmut Dietl. Alles wollte er wissen von ihr, aus ihrem Leben. In die Filme hat er das dann eins zu eins übernommen, sie musste sich dann gar nicht mehr besonders vorbereiten. Es ist aber auch klar: Michaela May, die jetzt schlanke 70 wird, am 18. März, ist das voll und ganz, diese resche Susi, die Braut vom "Tscharlie" des Günther Maria Halmer, die diesem so frech kontra geben kann – eine Münchnerin durch und durch. So gibt es keine Zweite mehr – egal, ob man das mögen will, oder nicht. Im "Lebenslinien"-Porträt von Andi Niessner legt sie erst mal eine Rose ab, beim Valentin am Viktualienmarkt. Am Ende werden es dann drei – für jedes ihrer Geschwister am Familiengrab.

Erst 2019 hat sie nach vielen Jahren die Kiste mit den Aufzeichnungen ihres älteren Bruders geöffnet, der sich wie die anderen Geschwister das Leben nahm. Es habe ihr geholfen, sagt sie im Film, vielleicht helfe die Nachricht von ihrem Empfinden ja auch anderen.

Sie selbst lebt nach der Devise "Das Leben ist schön!", optimistisch und mit meist sonnigem Gemüt. "Die Stöberlstraß', da bin ich aufgewachsen", sagt sie, wenn sie durch die Straße ihrer Kindheit geht. Alles im Haus ist noch wie damals, auch die Kacheln vom Vater an der Wand, der Hafnermeister und Berufsschullehrer war und Mittermayr hieß, so wie sie ursprünglich auch. Der Film kam früh, als Ballettmaus wurde sie für Werbefilme engagiert, mit "Heidi" und "Onkel Toms Hütte" wurde sie ein Kinderstar.

Die Königin aus dem Hasenbergl

Es war ihr erstes Filmleben, das zweite kam mit Helmut Dietl, mit den "Münchner Geschichten", sie als Rock 'n Roll-Girl, mit dem Hintern wackelnd, Busen zeigend. In "Kir Royal" schießt sie dann als "Königin Kathi" aus dem Hasenbergl im Bayerischen Hof mit dem MG durch die Gegend – fast hätte sie dabei den Dieter Hildebrandt durchs Guckloch getroffen. Das ist bleibend – ebenso wie die Auftritte mit Edgar Selge als "Jo Obermaier" im Münchner "Polizeiruf 110". Ohne sie hätte es den verbohrten einarmigen Tauber nicht gegeben, schwärmt Selge und erzählt, wie der Regisseur Bernd Schadewald nach der letzten Klappe zu ihm kam und sagte: "Ich habe mich verliebt!" Seine Frau Franziska Walser wusste es gleich: "Das kann nur die Michaela sein!", während er selbst noch auf der Leitung stand.

Geschichten wie diese entwerfen ein plastisches Bild von der Schauspielerin, die vielfach aus der Natur ihre Kraft bezieht, aus erster Ehe zwei erwachsene Töchter hat und auch in zweiter schon Jahrzehnte glücklich ist. Im "Lebenslinien"-Porträt erzählt sie das alles mit ihrem Münchner Charme, den es in dieser Form nur noch selten gibt. Unprätentiös, aber selbstbewusst und – eben – mit dem weltberühmten Lächeln. Vermeldet sei aber trotzdem noch, dass der Film zu weiten Teilen eine (ergänzte) Wiederholung ist. Verwendbar sicher auch ganz gut an späteren Jubiläumstagen – der BR, der muss halt sparen.

Lebenslinien: Michaela May – Meine Münchner Geschichten – Mo. 14.03. – BR: 22.00 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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