Magere Jahre? Wie wir uns in Zukunft ernähren können
Info, Wirtschaft + Konsum • 05.10.2022 • 20:16 - 21:02
Lesermeinung
Der Verein "Gemeinschaftsgarten Almende-Kontor e.V." lässt die grauen Flächen Berlins erblühen: Hochbeete erstrecken sich über eine Fläche von 5.000 Quadratmeter. Der Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor lädt dazu ein, die Natur zu genießen. Workshops und Führungen dienen dazu, mehr Menschen ins Selbstversorger-Boot zu holen.
Vergrößern
Die Doku "Magere Jahre? Wie wir uns in Zukunft ernähren können" zeigt die Auswirkungen des Klimawandels und der Lieferengpässe auf die Lebensmittelproduktion. Dürreperioden sorgen für Existenzängste bei Landwirten. Beispielsweise Weizen vertrocknet zu häufig vor der Ernte. Er benötigt wesentlich mehr Wasser, um sein Potenzial entfalten zu können.
Vergrößern
Ein wichtiges Grundnahrungsmittel ist die Kartoffel. Auch wenn sie auf kargem Untergrund gedeihen kann, wird der Kartoffelanbau hinsichtlich steigender Temperaturen im Mittel künftig ohne Bewässerung kaum gelingen.
Vergrößern
Die Gurke zählt neben Bohnen, Süßkartoffeln und Tomaten auch zu den wärmeliebenden Gemüsearten. Erhöhte Temperaturen aufgrund des Klimawandels können also spezifisch positiv genutzt werden.
Vergrößern
In Deutschland gibt es immer weniger schweinehaltende Betriebe. CO2-Reduktion sei der Grund. Dennoch steht die Frage im Raum: Ändert sich das Bewusstsein beim Endverbraucher? Christoph Hödl schlachtet noch selbst und nimmt in seiner kleinen Fleischerei in Wien nur das beste Fleisch zur Weiterverarbeitung. Das sei er seinen Kunden schuldig.
Vergrößern
Originaltitel
Magere Jahre? Wie wir uns in Zukunft ernähren können
Produktionsland
A
Produktionsdatum
2022
Info, Wirtschaft + Konsum

Die Energiekrise und ihre Folgen

Von Marina Birner

Filmemacher Florian Riedelsperger spiegelt die Existenzängste der heutigen Gesellschaft angesichts der wachsenden Weltbevölkerung gnadenlos ehrlich in einer Dokumentation über Ernährungsprobleme wider: Inwiefern wirkt sich die Gaskrise auf die Lebensmittelversorgung aus?

Die globale Energiekrise und ihre Folgen: Auch die Lebensmittelknappheit wird zu einem ernstzunehmenden Problem. Die Gründe: Extrem gestiegene Herstellungs- und Transportpreise, durch die Klimakrise bedingte Wetterauswüchse und internationale Lieferengpässe – da kommt gerade einiges zusammen. Ist der Bio-Anbau regionaler Produkte eine Lösung? Und zählen Grundnahrungsmittel bald zu Luxusgütern? – Florian Riedelpergers Dokumentation "Magere Jahre? Wie wir uns in Zukunft ernähren können" setzt sich mit diesen komplexen Fragen auseinander und richtet den Fokus auf Schicksale betroffener Landwirte. Wer kann den extremen Wetterumschwüngen, steigenden Kosten oder dem Gasmangel noch die Stirn bieten?

Wie in vielen Regionen fordert auch in Niederösterreich eine längere Dürreperiode ihren Tribut: Agronom Lorenz Mayer äußert in dem Beitrag Zweifel, weitere zehn Jahre im Weinviertel anbauen zu können. Ähnlich besorgt blickt Milchbauer Gottfried Wasner der Zukunft entgegen. Gas ist wichtig, wenn es um das Pasteurisieren von Milch geht. Aber: Unter Verwendung fossiler Brennstoffe werden bei der Herstellung sämtlicher Wachstums-Booster, wie beispielsweise Stickstoffdünger, auch vermehrt Treibhausgase freigesetzt.

PRISMA EMPFIEHLT
Täglich das Beste aus der Unterhaltungswelt bequem in Ihr Mail-Postfach? Dann abonnieren Sie unseren Newsletter "PRISMA EMPFIEHLT" und erhalten ab sofort die TV-Tipps des Tages sowie ausgewählte Streaming- und Kino-Highlights.

Ein Teufelskreislauf

Das zentrale Problem: Angesichts steigender Bevölkerungszahlen bedarf es eigentlich immer höherer Ernteerträge, um die Menschheit auch 2050 satt zu bekommen. Die Dokumentation zeigt zwei beispielhafte Städte, die bereits an Lösungsstrategien arbeiten, um sich aus dieser Zwickmühle zu befreien. Wien wird demnach möglicherweise bald zum Selbstversorger, zumindest was das Gemüse betrifft: Man setzt vermehrt auf Regionales, Saisonales, Lagerbares. Ein längerer Sommer bedeutet weniger Heizkosten für Gewächshäuser und höhere Ernteerträge aus natürlichem Anbau.

Berlin trumpft mit einem Urban-Gardening-Projekt auf, das sich über 5.000 Quadratmeter erstreckt und neben Tomaten und Zucchini auch Kürbisse abwirft. Der Anbau ist jedoch mit viel Aufwand, Zeit und Geld verbunden, da jeder Beteiligte der Kooperative sein eigenes Beet hegen und pflegen muss.

Biobauer zeigt wie's geht

Auch Biobauer Manuel Pichler schreitet mit gutem Beispiel voran: In Mank in Niederösterreich züchtet er Schweine, deren Exkremente als Dünger für seine Ackerflächen fungieren. Die Ernte von Erdäpfeln und Mais wirft auch etwas für die Hofbewohner und -tiere ab.

Was ist nun der ideale Fahrplan, um der Lebensmittelknappheit angesichts steigender Bevölkerungszahlen entgegenzuwirken? Urban Gardening, Kreislaufwirtschaft oder vielleicht doch Selbstversorgung? Die Dokumentation klärt über die aktuellsten Ansätze auf.

Der Film "Alles Beton – Von welchen Äckern sollen unsere Enkel essen?" von Robert Gordon greift im Anschluss die Thematik auf: Wie wirken sich zunehmender Bodenverbrauch und steigende Flächenversiegelung auf die Ernährungssicherheit aus? Am Donnerstag, 13. Oktober, 20.15 Uhr, thematisiert die Sendung "WissenHoch2" die "Ernährung der Zukunft" in den 3sat-Ländern.

Magere Jahre? Wie wir uns in Zukunft ernähren können – Mi. 05.10. – 3sat: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
top stars
Das beste aus dem magazin
Annekathrin Schrödl ist Apothekerin bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD), Berlin.
Gesundheit

So wichtig ist der Beipackzettel

Mit ein paar Tipps ist es gar nicht schwer, die hilfreichen Informationen für eine sichere Anwendung zu finden und sich beispielsweise nicht von den vielen Angaben zu Nebenwirkungen verunsichern zu lassen.
Janina Fautz in "Auris".
HALLO!

Janina Fautz: "Ausgedachte Fälle sind mir lieber"

Ab dem 13. Dezember sind bei RTL+ die Krimis "Auris" und "Auris – Die Frequenz des Todes" zu sehen. Janina Fautz spielt darin eine True-Crime-Podcasterin.
Weihnachtsdorf des Hauses Käthe Wohlfahrt
Nächste Ausfahrt

Weihnachtsdorf in Rothenburg ob der Tauber

Wer noch nicht so richtig in Weihnachtsstimmung ist, sollte über einen Besuch in Rothenburg ob der Tauber nachdenken. Denn hier könnte sich das ganz schnell ändern. Der Grund: Am Marktplatz befindet sich das Weihnachtsdorf des Hauses Käthe Wohlfahrt.
Dr. med. Lutz Lindner, DEAA, ist Facharzt für Anästhesie an der Cambomed Klinik, Kempten.
Gesundheit

Keine Angst vor der Narkose

Die Anästhesie hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht. Zum einen sind sehr gut verträgliche und kreislaufschonende Medikamente entwickelt worden.
Stefanie Stappenbeck und Wanja Mues spielen die Hauptrollen in der neuen NDR Serie "Retoure".
HALLO!

"Es ist schwieriger, Leute zum Lachen als zum Mitfühlen zu bewegen"

Ein Turbokapitalist aus dem Westen plant ein verschlafenes Retouren-Center in Mecklenburg-Vorpommern zu einem Global Player umzubauen. Er hat dabei nicht mit der taffen Chefin und ihrer Brigade gerechnet. In der neuen Serie "Retoure" spielt Stefanie Stappenbeck die Hauptrolle. Wir haben mit ihr gesprochen.
Prof. Dr. med. Boris Hadaschik ist Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Essen.
Gesundheit

Prostatakrebs: Nicht immer ist eine OP nötig

"Müssen Sie mir jetzt die Prostata rausnehmen?", fragte mich ein 60-Jähriger, bei dem Prostatakrebs neu diagnostiziert wurde. "Da der Tumor bei Ihnen lokal begrenzt ist und ein niedriges Risikoprofil aufweist, kann auf eine solche radikale Therapie verzichtet werden", erklärte ich dem Patienten.