Mario Adorf - Böse Rollen sind die guten Rollen
Heute 11.04.2026 • 23:10 - 23:25 Uhr
Kultur, Künstlerporträt
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Originaltitel
Mario Adorf - Böse Rollen sind die guten Rollen
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2026
Kultur, Künstlerporträt

Mario Adorf - Böse Rollen sind die guten Rollen

Mario Adorf gehörte zu den größten Stars des deutschen Films. Unzählige Rollen spielte er in seiner langen Karriere. Am 8. April 2026 ist der Schauspieler im Alter von 95 Jahren in Paris verstorben. Heiko Rauber blickt zurück auf seine bewegte Schauspielkarriere. Mario Adorf: Bösewicht und Gentleman. Es heißt, er sei der bekannteste und auch der beliebteste Schauspieler Deutschlands. Sohn eines Italieners und einer Deutschen, geboren in der Schweiz. Einer der ersten großen deutschsprachigen internationalen Stars der Nachkriegszeit. Gleich seine erste große Rolle bringt ihm das Filmband in Gold als bester Nachwuchsdarsteller ein, sein Durchbruch als Filmschauspieler mit 27 Jahren: der Serienmörder Bruno Lüdke in "Nachts wenn der Teufel kam". Erste kleinere Filmrollen hatte er schon früher. Adorf besucht die Otto-Falckenberg Schauspielschule in München, spielt Theater an den Münchner Kammerspielen. Viele Jahre ist Adorf auf die Rolle der Bösewichter abonniert wie etwa den Banditen Santer in den Winnetou-Verfilmungen. Dass der Winnetous Schwester Nscho-tschi erschießt, vergibt das Publikum Adorf auf Jahre nicht. Adorf drehte auch italienische Western und Gangsterfilme, für seine spezielle Statur fand sich oft kein passender Stuntman. Also erledigte er waghalsige Stunts meist selbst. Sein Arbeitspensum in den 1960er- und 1970er-Jahren ren enorm, Adorfs Repertoire an Typen beachtlich. Den skurril-charmanten Gangster gibt er in "Die Herren mit der weißen Weste", an seiner Seite: Hannelore Elsner. Auch die Regisseure des Jungen Deutschen Films, etwa Rainer Werner Fassbinder und Volker Schlöndorff, schätzen Mario Adorf als Darsteller in den 1970er-Jahren. Bis heute wirkt der Ruhm des Oscar-Gewinner-Films "Die Blechtrommel" nach. Adorf glänzt dort als Nazivater Alfred Matzerath. Mario Adorf mausert sich zum Prototyp eines Kosmopoliten, lebt und pendelt im Laufe der Jahre zwischen Italien, Frankreich und Deutschland, spricht vier Sprachen fließend. Immer wieder spielt er Italiener, im italienischen und natürlich auch im deutschen Film. Seine Rolle als Prominenten-Wirt Paolo Rossini in "Rossini - oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief" eigentlich eine Ansammlung von Klischees. Dennoch bleibt die Figur im Gedächtnis hängen, Regisseur Helmut Dietl hat die komödiantische Seite von Adorf gut verstanden. Adorf hat alles erreicht. Über 150 Arbeiten für das Kino und das Fernsehen in 60 Jahren, unzählige Theaterengagements, er ist einer der meistausgezeichneten deutschen Schauspieler. Dazu schrieb er auch noch erfolgreiche Bücher.

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