München Mord
22.09.2018 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen, r.) und Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier, l.) vermuten nach wie vor, dass sich das verschwundene Gemälde in der Musikhochschule befindet.
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Angelika (Bernadette Heerwagen) hat sich mit einem jungen Studenten zum Musik machen verabredet, doch statt seine Flöte auszupacken, offenbart ihr Fridolin jetzt sein bestes Stück. Vorne im Anschnitt: Fridolin (David Zimmerschmied).
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Hausmeister Ulli Schmidbauer (Martin Feifel, l.) wird von der Studentin Stella Bast (Judith Neumann, r.) im Keller der Musikschule überrascht.
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Spurensuche mit Folgen: Ludwig Schaller (Alexander Held, r.) und Angelika (Bernadette Heerwagen, r.) im Keller der Musikhochschule.
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Ulli Schmidbauer (Martin Feifel, r.) ist überrascht, was ihm Josef Kleint (Nikolaus Paryla, l.) bei seinem Besuch in dessen  Wohnung zeigt.
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Bestandsaufnahme am Tatort: Ein Nachbar von Kriminaloberrat Zangel  wurde in seiner Wohnung ermordet. V.l.n.r.: Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Ludwig Schaller (Alexander Held), Zangel (Christoph Süß), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier). Am Boden liegend: Das Mordopfer Josef Kleint (Nikolaus Paryla).
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In der Wohnung des Opfers stoßen Angelika (Bernadette Heerwagen, l.), Harald (Marcus Mittermeier, m.) und Zangel (Christoph Süß, r.) auf einen entscheidenden Hinweis: Der Mord scheint in Verbindung mit einem Bild zu stehen, das jetzt verschwunden ist.
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Angelika (Bernadette Heerwagen, r.) und Harald (Marcus Mittermeier, m.) befragen Stella (Judith Neumann, l.), die in Verdacht gerät, etwas mit dem Mord zu tun zu haben.
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Vertrauliches Gespräch im "Trachten-Pop-up-Store": Christian Mölder (Tim Seyfi, r.)  und Schmidbauer (Martin Feifel, l.).
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In der Musikhochschule: Harald (Marcus Mittermeier, l.) will Stella Bast (Judith Neumann, r.) unter Aufsicht ihres Professors  Michael Knöpfle (Anian Zollner, M.) zum Mord befragen.
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Hint
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2018
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Paul Klee und das Oktoberfest

Von Wilfried Geldner

Der ehemalige Hausmeister der Münchner Musikhochschule, vormals Führerbau, wird ermordet. Und es fehlt ein Bild von Paul Klee – Kriminalkomödie mit Oktoberfest-Touch.

Diesmal nicht "der Bua", sondern "Die ganze Stadt ein Depp": Gemütlich geht's zu, "griabig" geradezu, im neuen Film der drei Kriminaler von "München Mord". Alle sind sie in Oktoberfeststimmung, sogar der frühere Musikhochschul-Hausmeister Josef Kleint (Nikolaus Paryla). Der hat einen Freund zu sich geladen – seinen Nachfolger im Amt, und will daheim mit ihm feiern. Weil der aber unpünktlich ist, hätte beinahe sein Nachbar, der Kriminaloberrat Zangel (BR-Moderator Christoph Süß), dran glauben müssen. Elegant drückt er sich an der Aufgabe vorbei. Als er später zurückkommt, ist der Nachbar tot – und ein Bild von Paul Klee aus seiner Wohnung entwendet. Raubkunst, wie sich später herausstellt. Das Trio Schaller (Alexander Held), Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Flier (Bernadette Heerwagen) von der Mordkommission ermittelt. Und Zangel erklärt, dass das Oktoberfest der neue Münchner Fasching sei.

Nicht, dass sich die Mordkommissare in die Gefilde der Raubkunstproblematik verstiegen hätten und der damit verbundenen Besitzrecherche. Es ist ja bloß ein einziges Bild, das da in der Wohnung des alten Hausmeisters hing, nicht etwa tausend und womöglich milliardenschwer, wie damals in Schwabing beim Gurlitt.

Weil aber der weitere Ort des Geschehens zu großen Teilen die Münchner Musikhochschule in der Arcisstraße ist, also jenes braune Haus, in dem einst der Führer residierte, wird einem doch schon rein optisch recht ausführlich die Vergangenheit um die Ohren gehauen. Am Ende mag man die gemaserten Marmortreppen und die Säulen schon gar nicht mehr sehen. Gut, dass es bei der Suche nach dem Klee bald hinunter in die Katakomben geht, wo im Film angeblich des Führers Rotwein- und Eiskellerräume für die Verpflegung gelagert gewesen sind. In "Hitlers Eiskeller" macht der wegen des ungelittenen Oktoberfests sowieso schon pikiert schauende Ludwig Schaller gleich ein arg finsteres Gesicht. Ganz knapp entgeht er einem Herzinfarkt.

Sie trauen sich was, die Macher dieser oktoberfesthaltigen "München Mord"-Folge (Drehbuch: Matthias Kiefersauer, Regie: Alexander Liegl). Es ist ja sozusagen Fasching, und da ist halt viel erlaubt. Die Frauen sind rollig, die Kommissarin Flierl (Bernadette Heerwagen) ist mehr als sonst in den Kollegen Neuhauser (Marcus Mittermeier) verliebt und versteht gar nicht, dass er sie nicht küssen will. Der Neuhauser wiederum hat sich seinerseits einer aufdringlichen Oktoberfestbekanntschaft zu erwehren. Aber auch die Flierl muss sich ihrerseits einen studierten Flötisten vom Leibe halten. Der zieht gleich blank – wo sie doch mit ihm nur Ukulele spielen wollte.

Alles ganz lustig – und der Fall selbst ist ja auch ordentlich trist, in Erinnerung an die Beutekunst, wie sie 1945 die Münchner nach dem Zusammenbruch aus den Kellern des Führerhauses zusammenrafften. Auch die Schwester des toten Hausmeisters ist damals dabei gewesen. Dass der Klee mit dem Titel "Stuhl im Aufbruch" (den man im Film glücklicherweise nie sehen kann) arg wertvoll ist, hat sie erst später erfahren. Nun wollte sie sich gerade mit dem Bruder im Streit um den Kunstschatz versöhnen. Wo aber ist er, wer hat das Bild? Da kommen noch viele, vor allem eine Pianostudentin, ein Pianoprofessor und ein Versicherungsagent ins Spiel. Die Japaner jedenfalls, die schon mit dem Geldköfferchen in der Arcisstraße erscheinen, kriegen es nicht – so viel darf man verraten.

Insgesamt bietet die Folge mehr Klamauk als Krimi, viel Witzelei und eher wenig Spannung. Eine Münchner Typenkomödie immerhin, die ihren schlichten Reiz aus dem Blick in die Untiefen der Nazizeit bezieht. Und aus dem sehr nostalgischen Spiel nach Art der "Polizeiinspektion 1", Gott hab' sie selig.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

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