München Mord - Was vom Leben übrig bleibt
27.07.2024 • 20:15 - 21:45 Uhr
Serie, Krimireihe
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
München Mord
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Altersfreigabe
12+
Serie, Krimireihe

Vom unsanften Abgang eines Patriarchen

Von Julian Weinberger

Ein toter Bestatter hält die Münchener Kripo in "München Mord" bei ihrem nun wiederholten zehnten Fall auf Trab. Ins Visier der Ermittler um Ludwig Schaller (Alexander Held) gerät nicht nur ein Schönheitschirurg, sondern auch der einstige Liebling der Familie des Toten.

Eigentlich scheint die Arbeit des Münchener Kripo-Trios Schaller (Alexander Held), Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Flierl (Bernadette Heerwagen) schon getan, bevor sie angefangen hat. Denn der Bestatter Thallinger ist ohne Zweifel eines natürlichen Todes gestorben. Das bestätigt nicht nur die Hausärztin des Toten, sondern auch der Gerichtsmediziner. Weil aber die Tochter des Verstorbenen, Eva (Johanna Ingelfinger), nicht so recht an das natürliche Ableben ihres herzkranken Vaters glaubt, gehen die Großstadt-Sheriffs in "München Mord – Was vom Leben übrig bleibt" (2020) auf die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Kriminaloberrat Helmut Zangel ("quer"-Moderator Christoph Süß) soll's recht sein, schließlich sieht der sich in der ZDF-Krimireihe "München Mord" einfach viel zu gerne auf der Titelseite. Ob das auch im zehnten Fall "Was vom Leben übrig bleibt" (Buch: Friedrich Ani und Moritz Binder) klappt? Die Antwort gibt es in der Primetime-Wiederholung im ZDF. Seine Premiere feierte der Film wenige Tage vor dem ersten Corona-Lockdown im März 2020. 6,75 Millionen Menschen sahen damals zu.

Wie es der Titel schon vermuten lässt, spielt der Tod eine zentrale Rolle – bei einem Krimi so weit nicht ungewöhnlich. Doch statt Mord und Totschlag sind es philosophische Fragen, die vor allen Dingen die gutmütige Kommissarin Angelika Flierl umtreiben. Was bleibt von ihr nach ihrem Tod? Und wer würde eigentlich auf ihre Beerdigung kommen? Bei ihren männlichen Kollegen sucht Flierl jedoch vergeblich nach Antworten. Alles, was ihr Harald Neuhauser flapsig entgegnet, ist: "Tot sein ist wie deppert sein. Alle anderen merken's, du selber merkst nix." Das war es aber dann auch schon mit dem Wortwitz, der in der Münchener Krimi-Reihe sonst eigentlich zur festen DNA gehört.

Außen hui, innen pfui

Der Fall, so viel darf verraten werden, ist sehr klassisch geraten. Ungereimtheiten gibt es in der nach außen hin harmonisch erscheinenden Familie Thallinger zuhauf. Wie sich bald herausstellt, führte Josef, der Tote, die Familie wie das Unternehmen mit großer Autorität. Entscheidungen, die der Familienpatriarch traf, galten als gesetzt – egal ob das den Rauswurf des Azubis und Freundes der Familie, Ignaz (Helgi Schmid), bedeutete oder das zerrüttete Verhältnis zu Sohn Adam (David Tobias Schneider).

In Trümmern lag auch die Beziehung Josefs mit Ehefrau Maria (Inka Friedrich), die sich lieber in eine innige Freundschaft mit Schönheitschirurg Dr. Quirin Werner (Bernhard Schir) stürzte. Dann kommt auch noch ein gut gehütetes Familiengeheimnis ans Licht, und die Kripo-Spürnasen finden heraus, dass der Bestatter mit Formaldehyd um die Ecke gebracht wurde.

Im Film von Jan Fehse gibt es also viel aufzuarbeiten für die Münchener Kripo. Mit großem Eifer ist wie immer Alexander Held als grantelnder Kommissar Schaller am Werk. Engagiert versetzt er sich in die letzten Momente des Toten hinein – samt formvollendetem Sturz kurz vor dem Exitus. So wirklich zünden will der Krimi beim zehnten Einsatz der Truppe aus der bayerischen Landeshauptstadt aber trotzdem nicht. Zu wenig Lokalkolorit, zu brave Dialoge – alles in allem ist "Was vom Leben übrig bleibt" nur Krimi-Durchschnitt. Das kann das "München Mord"-Trio definitiv besser.

Die letzte neue Folge der Reihe, "A saisonale G'schicht", war im Februar zu sehen, zwei weitere Filme wurden bereits im letzten Sommer – unter anderem mit Sebastian Bezzel in einer Nebenrolle – abgedreht. Die Sendetermine stehen allerdings noch nicht fest.

München Mord – Was vom Leben übrig bleibt – Sa. 27.07. – ZDF: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Prof. Dr. med. Burkhard Sievers ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Zusatzbezeichnungen: Hypertensiologie, Notfallmedizin, kardiovaskuläre Magnetresonanztomografie, kardiovaskuläre Computertomografie, interventionelle Kardiologie, interventionelle Angiologie, Herzinsuffizienz, Lipidologie, Gendermedizin und in seinen Praxen Cardiomed24 tätig sowie Buchautor (ZS-Verlag: „So heilt man heute. Die häufigsten Volkskrankheiten geschlechtsspezifisch besser behandeln“).
Gesundheit

Pflege: Früh genug selbst aktiv vorsorgen

Pflegebedarf trifft oft unerwartet zu. Wer sich frühzeitig mit bürokratischen Hürden und einem Unterstützernetzwerk auseinandersetzt, ist besser vorbereitet.
Sandra Ludewig
HALLO!

„Das beste Album, das wir je gemacht haben“

Nicholas Müller, Sänger von Jupiter Jones, ist begeistert von ihrem neuen Album. "Ich trag den Sarg, du trägst was Buntes" verbindet Trauer und Freude. Es ist das politischste Werk der Bandgeschichte und bietet mehr als nur den bekannten Hit "Still".
Gettymages/Olga Yastremska
Gesundheit

Regelmäßig zum Hörtest

Hörverlust entwickelt sich oft unbemerkt über Jahre. Regelmäßige Hörtests können helfen, rechtzeitig gegenzusteuern und Risiken wie soziale Isolation und Demenz zu minimieren.
Stiftung UPD
Gesundheit

Pflege: Werden Angehörige bald stärker belastet?

Die Pflegereform sorgt für Diskussionen: Steigende Kosten könnten dazu führen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Verantwortung tragen müssen. Besonders Frauen könnten durch häusliche Pflege zusätzlich belastet werden.
Gettymages/fcafotodigital
Gesundheit

Eisen: Nicht nur für die Blutbildung wichtig

Eisen ist essenziell für den Sauerstofftransport im Körper und unterstützt zahlreiche Funktionen wie den Energiestoffwechsel und das Immunsystem. Ein Mangel kann schwerwiegende Folgen haben.
Ein Mann schläft.
Gesundheit

Schlafapnoe: Unterschätzte Gefahr durch Atemaussetzer

Schlafapnoe ist ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Atempausen können zu Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Moderne Therapieansätze bieten effektive Lösungen für Betroffene.