Mutig, stark und frei
28.09.2021 • 22:15 - 22:45 Uhr
Info, Gesellschaft + Soziales
Lesermeinung
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Vergrößern
Originaltitel
Mutig, stark und frei - Frauen kämpfen für ihr Afghanistan
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
Info, Gesellschaft + Soziales

Im Einsatz für die Freiheit

Von Franziska Wenzlick

Seit der Machtübernahme der Taliban leben viele Menschen in Afghanistan in Angst und Furcht. Vor allem Frauen bangen um den Verlust ihrer Rechte und Freiheiten. Eine ZDF-Dokumentation begleitet drei Frauen, die helfen möchten.

Zarifa Ghafari ist Ende 20, Wirtschaftswissenschaftlerin und lebt seit wenigen Wochen in Deutschland. Eine Wahl, in ihrem Heimatland zu bleiben, hatte die junge Frau nicht. Ghafari, die 1992 in Kabul geboren wurde, war seit 2018 Bürgermeisterin der afghanischen Provinzhauptstadt Maidan Shahr, etwa 40 Kilometer östlich der Landeshauptstadt. Zuvor studierte sie in Pakistan, baute die Organisation "Assistance and Promotion of Afghan Women" auf und gründete den feministischen Radiosender "Peghla FM". Ende August ist sie im nordrhein-westfälischen Hilden bei ihrer Tante angekommen, die bereits seit über 20 Jahren in Deutschland lebt. Die Flucht war die einzige Möglichkeit, den Todeslisten der Taliban zu entkommen.

"Ich habe einen Schmerz in meinem Herzen, für den es keine Worte gibt", erklärt Zarifa Ghafari in der bedrückenden 37°-Reportage "Mutig, stark und frei – Frauen kämpfen für ihr Afghanistan". In ihrem Film begleiten Ursula Beyer, Heinke Schröder und Inga Thiede die afghanische Frauenrechtlerin, der das US-Außenministerium im März 2020 den "International Women of Courage Award" verlieh. Als emanzipierte, junge Politikerin ist sie den Taliban ein Dorn im Auge. Bereits im vergangenen Jahr töteten sie Ghafaris Vater. Obwohl sie das Land verlassen musste, will die 29-Jährige weiter für die Menschen in ihrer Heimat kämpfen.

Auch Mehria Lührig setzt sich unermüdlich für die Bevölkerung Afghanistans ein. Als Siebenjährige kam sie mit ihren Eltern nach Deutschland, wo ihre Mutter, eine Literaturwissenschaftlerin, und ihr Vater, ein Flugzeugingenieur, die Familie mit kleinen Jobs über Wasser hielten. Heute ist Mehria Lührig Staatsanwältin und Dozentin an der Universität Hamburg und ist Mitbegründerin der Refugee Law Clinic, einer Initiative, die Geflüchteten kostenlose Rechtsberatung anbietet. Seit der Rückkehr der Taliban versucht die 33-Jährige mit allen Mitteln, die Menschen aus ihrem Heimatland zu unterstützen. Sie selbst hat immer noch Familie und Freunde in Afghanistan. "Seit ich denken kann, lebe ich mit der Angst vor schlechten Nachrichten aus der alten Heimat. Einem Bombenanschlag, einem Selbstmordattentat", so Lührig. Erst vor Kurzem half sie einem befreundeten Paar zur Ausreise.

"Sie wollen teilhaben an der Welt"

Marga Flader gehört ebenfalls zu den beeindruckenden Frauen, die der Film vorstellt. Als Vorsitzende des Vereins "Afghanistan-Schulen" sieht sie nicht nur ihr Lebenswerk in Gefahr, sondern auch ihre Schützlinge und Mitarbeiter vor Ort. Von ihrem Zuhause – Oststeinbek, einer kleinen Gemeinde in Schleswig-Holstein – aus versucht sie, die Schülerinnen und Schüler, die ihr Projekt jahrelang gefördert hat, nicht alleine zu lassen. Insgesamt 75.000 Kinder in Afghanistan besuchen derzeit staatliche Schulen, die Fladers Verein aufgebaut hat.

Wie es nun um die Bildung all dieser jungen Menschen steht, bleibt ungewiss. Vor allem Mädchen und Frauen sind es, um die sich Marga Flader sorgt. "Viele Menschen in Deutschland denken, es sind nur die Frauen in den Städten, die ein modernes Leben geführt haben. Aber unsere Projekte in den kleineren Städten, die abgelegen in der Steppe liegen, umgeben von Dörfern, zeigen, dass auch dort junge Frauen studieren und Geld verdienen wollen", erklärt sie. "Sie wollen teilhaben an der Welt. Sie wollen nicht abgeschottet leben wie einst im Mittelalter."

Die Sorge, afghanischen Frauen stehe eine Rückkehr in dunkle Zeiten bevor: Das ist eine von vielen Ängsten, die Marga Flader, Zarifa Ghafari und Mehria Lührig nun schon seit Wochen begleiten. "37°" gelingt es, ungewohnt emotionale Einblicke in das Leben dreier Frauen zu geben, die sich vor allem für andere stark machen.

"37°: Mutig, stark und frei – Frauen kämpfen für ihr Afghanistan" – Di. 28.09. – ZDF: 22.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das beste aus dem magazin

Prof. Dr. med. Burkhard Sievers ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie, Zusatzbezeichnungen: Hypertensiologie, Notfallmedizin, kardiovaskuläre Magnetresonanztomografie, kardiovaskuläre Computertomografie, interventionelle Kardiologie, interventionelle Angiologie, Herzinsuffizienz, Lipidologie, Gendermedizin und in seinen Praxen Cardiomed24 tätig sowie Buchautor (ZS-Verlag: „So heilt man heute. Die häufigsten Volkskrankheiten geschlechtsspezifisch besser behandeln“).
Gesundheit

Pflege: Früh genug selbst aktiv vorsorgen

Pflegebedarf trifft oft unerwartet zu. Wer sich frühzeitig mit bürokratischen Hürden und einem Unterstützernetzwerk auseinandersetzt, ist besser vorbereitet.
Sandra Ludewig
HALLO!

„Das beste Album, das wir je gemacht haben“

Nicholas Müller, Sänger von Jupiter Jones, ist begeistert von ihrem neuen Album. "Ich trag den Sarg, du trägst was Buntes" verbindet Trauer und Freude. Es ist das politischste Werk der Bandgeschichte und bietet mehr als nur den bekannten Hit "Still".
Gettymages/Olga Yastremska
Gesundheit

Regelmäßig zum Hörtest

Hörverlust entwickelt sich oft unbemerkt über Jahre. Regelmäßige Hörtests können helfen, rechtzeitig gegenzusteuern und Risiken wie soziale Isolation und Demenz zu minimieren.
Stiftung UPD
Gesundheit

Pflege: Werden Angehörige bald stärker belastet?

Die Pflegereform sorgt für Diskussionen: Steigende Kosten könnten dazu führen, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen mehr Verantwortung tragen müssen. Besonders Frauen könnten durch häusliche Pflege zusätzlich belastet werden.
Gettymages/fcafotodigital
Gesundheit

Eisen: Nicht nur für die Blutbildung wichtig

Eisen ist essenziell für den Sauerstofftransport im Körper und unterstützt zahlreiche Funktionen wie den Energiestoffwechsel und das Immunsystem. Ein Mangel kann schwerwiegende Folgen haben.
Ein Mann schläft.
Gesundheit

Schlafapnoe: Unterschätzte Gefahr durch Atemaussetzer

Schlafapnoe ist ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko. Atempausen können zu Bluthochdruck, Herzinfarkten und Schlaganfällen führen. Moderne Therapieansätze bieten effektive Lösungen für Betroffene.