Die Finanzwelt gilt als Männerdomäne - und das ist sie vielerorts bis heute. Nur rund 19 Prozent der Spitzenpositionen im Finanzsektor sind mit Frauen besetzt. Gleichzeitig verändert sich die Branche: langsam, aber spürbar. Immer mehr Frauen erobern sich ihren Platz - an der Börse, im Trading, als Gründerinnen oder in den Chefetagen von Banken. Seit fast 30 Jahren arbeitet Edda Vogt an der Frankfurter Börse. Als Finanzbildungsexpertin erlebt sie täglich, warum viele Frauen noch zögern, ihr Geld selbst anzulegen. Ihnen fehlt es nicht an Wissen, sagt sie, sondern häufig an Zutrauen und Vorbildern. Gleichzeitig verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt noch immer rund 16 Prozent weniger als Männer - ein Nachteil, der sich langfristig auf Vermögen und Altersvorsorge auswirkt. Auch die 28-jährige Anne Wouda kennt die Herausforderungen einer von Männern geprägten Branche. Die Mathematikerin arbeitet als Krypto-Traderin und bewegt täglich Millionensummen. Trotzdem muss sie ihre Kompetenz immer wieder unter Beweis stellen. Ihr Antrieb ist dabei nicht Status oder Prestige, sondern die Freude an analytischem Denken und die Anerkennung für ihre Leistung. Dass Geld auch Verantwortung bedeutet, zeigt Aysel Osmanoglu. Als Vorstandssprecherin der GLS Bank setzt sie auf nachhaltige Geldanlagen und die Überzeugung, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Nutzen zusammengehören. Für sie ist Geld ein Werkzeug, mit dem sich Zukunft gestalten lässt. Mut beweisen auch Isabell Pitsch-Pérez und Isabel Pérez. Die beiden Gründerinnen haben ihr sicheres Angestelltenleben hinter sich gelassen und mit ihrem Start-up TWOP alles auf eine Karte gesetzt. Sie investierten ihr eigenes Geld, nahmen keine Kredite auf und mussten sich in einer männerdominierten Branche behaupten. Heute unterstützen sie nicht nur Unternehmen, sondern coachen auch andere Gründerinnen - weil sie selbst erlebt haben, wie wichtig weibliche Vorbilder und Netzwerke sind. Die Geldsoziologin Natascha van der Zwan ordnet die Entwicklungen ein: Eine jüngere Generation von Frauen geht selbstverständlicher mit Geld um, spricht offener über Finanzen und baut neue Netzwerke auf. Das verändert den Blick auf Vermögen, Vorsorge und finanzielle Unabhängigkeit. Wer über Geld spricht, spricht über Macht. Trotzdem bleibt das Thema für viele Frauen bis heute ein Tabu. Die Autorinnen Kübra Anac und Manon Baehr treffen Frauen, die genau das ändern - an der Börse, im Krypto-Trading, in Start-ups und Vorstandsetagen. Ein Film über Geld, der eigentlich von Freiheit, Chancen und der Frage erzählt, wer unsere wirtschaftliche Zukunft mitgestaltet.
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