Sterbehilfe: Harald Mayer kämpft um seinen Tod
21.11.2022 • 22:20 - 23:05 Uhr
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Originaltitel
Sterbehilfe: Harald Mayer kämpft um seinen Tod
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2022
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Ein Mann will sterben

Von Franziska Wenzlick

Harald Mayer hat Multiple Sklerose, er kann nur noch den Kopf bewegen. Mit dem Betäubungsmittel Natrium-Pentobarbital will er seinem Leben ein friedliches Ende setzen, falls die Schmerzen zu groß werden – doch der Zugang zu dem Medikament wird ihm seit Jahren verwehrt.

Harald Mayer ist schwer krank. Seit 25 Jahren leidet er an Multipler Sklerose; die chronisch-entzündliche neurologische Erkrankung hat den früheren Feuerwehrmann bewegungsunfähig gemacht. Heute ist der 52-Jährige rund um die Uhr auf Betreuung angewiesen – und will sterben. Natrium-Pentobarbital soll ihm einen sanften, selbstbestimmten Tod ermöglichen: Das Mittel schläfert ein und führt rasch zum Tode. Wie unter anderem das Oberverwaltungsgericht in Nordrhein-Westfalen im Februar 2022 entschied, ist das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte jedoch nicht verpflichtet, den Erwerb des Betäubungsmittels zu genehmigen – ein Urteil, das bei Patienten wie Harald Mayer für Unverständnis sorgt.

"Wenn ich mich schon um die Ecke bringe, kann ich das doch machen, wie ich es will", sagt er in Tina Solimans bewegendem Film "Sterbehilfe: Harald Mayer kämpft für seinen Tod", der nun im Rahmen der Doku-Reihe "Die Story im Ersten" zu sehen ist. Seine Ansicht teilte längst nicht jeder: "Das Lebensglück hat nichts mit den körperlichen Einschränkungen zu tun", fand zum Beispiel Karl-Heinz Pantke, der nach den Dreharbeiten des Filmes an Corona verstarb. Auch der 66-Jährige berichtete, nach einem Schlaganfall mit 39 bereits Suizid in Erwägung gezogen zu haben. Dies sei jedoch "nicht die Lösung", assistierter Suizid sollte dem früheren Physiker zufolge "nur schwer eingeschränkt" möglich sein.

So unterschiedlich die Blickwinkel der beiden Männer auf das Thema Sterbehilfe auch gewesen sein mögen – immerhin eine Überzeugung teilten Harald Mayer und Karl-Heinz Pantke: Solange es möglich ist, sollte man das Leben genießen. Jeder Tag sei "ein Geschenk", resümierte Pantke gegen Ende des Films. "Und wenn ein schlechter Tag dabei ist, ist es eben ein schlechtes Geschenk."

"Die Story im Ersten: Sterbehilfe: Harald Mayer kämpft um seinen Tod" – Mo. 21.11. – ARD: 22.20 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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