Tatort

  • Heike Gonzor (Anastasia Papadopoulou), eine der Geliebten von Thomas Jacobi, wird von den Kriminalhauptkommissaren Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, Mitte) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) über dessen zahlreiche Beziehungen aufgeklärt. Vergrößern
    Heike Gonzor (Anastasia Papadopoulou), eine der Geliebten von Thomas Jacobi, wird von den Kriminalhauptkommissaren Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl, Mitte) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) über dessen zahlreiche Beziehungen aufgeklärt.
    Fotoquelle: BR / Claussen+Putz Filmproduktion
  • Auch mit der "polyamor" (in offenen Liebesbeziehungen) lebenden Psychologin Dr. Julia Stephan (Anna Schäfer) hat Thomas Jacobi (Martin Feifel) eine Affäre. Vergrößern
    Auch mit der "polyamor" (in offenen Liebesbeziehungen) lebenden Psychologin Dr. Julia Stephan (Anna Schäfer) hat Thomas Jacobi (Martin Feifel) eine Affäre.
    Fotoquelle: BR / Claussen+Putz Filmproduktion
  • Jacobi (Martin Feifel) macht reinen Tisch vor seiner Hausärztin und Geliebten Dr. Slowinski (Juliane Köhler), allerdings nur was die tote Verena Schneider betrifft. Vergrößern
    Jacobi (Martin Feifel) macht reinen Tisch vor seiner Hausärztin und Geliebten Dr. Slowinski (Juliane Köhler), allerdings nur was die tote Verena Schneider betrifft.
    Fotoquelle: BR / Claussen+Putz Filmproduktion
  • Das leidenschaftliche Verhältnis von Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Josie Cremer (Viola Wedekind) lässt Batic Kallis Umzug und seine Arbeit vergessen. Vergrößern
    Das leidenschaftliche Verhältnis von Kriminalhauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Josie Cremer (Viola Wedekind) lässt Batic Kallis Umzug und seine Arbeit vergessen.
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  • Der Architekt Thomas Jacobi (Martin Feifel) versucht erfolglos Nicole Büchner (Hanna Scheibe), die Freundin einer der Toten, zu vertrösten. Vergrößern
    Der Architekt Thomas Jacobi (Martin Feifel) versucht erfolglos Nicole Büchner (Hanna Scheibe), die Freundin einer der Toten, zu vertrösten.
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  • Hauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) betrachtet die 3D-Figur von Thomas Jacobi, die er seinen Freundinnen geschenkt hat. Vergrößern
    Hauptkommissar Ivo Batic (Miroslav Nemec) betrachtet die 3D-Figur von Thomas Jacobi, die er seinen Freundinnen geschenkt hat.
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  • Auch die Ärztin Dr. Slowinski (Juliane Köhler) wurde ermordet. Leitmayr (Udo Wachtveitl, links) und Dr. Steinbrecher (Robert Joseph Bartl) von der Spurensicherung ermitteln am Tatort. Vergrößern
    Auch die Ärztin Dr. Slowinski (Juliane Köhler) wurde ermordet. Leitmayr (Udo Wachtveitl, links) und Dr. Steinbrecher (Robert Joseph Bartl) von der Spurensicherung ermitteln am Tatort.
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  • Das Rollen-Ensemble von "Die Liebe, ein seltsames Spiel" (von links): Udo Wachtveitl (Franz Leitmayr), Genija Rykova (Jacobis Assistentin), Juliane Köhler (Dr. Andrea Slowinski), Martin Feifel (Thomas Jacobi), Hanna Scheibe (Nicole Büchner), Anastasia Papadopoulou (Heike Gonzor), Anna Schäfer (Julia Stephan) und Miroslav Nemec (Kommissar Batic). Vergrößern
    Das Rollen-Ensemble von "Die Liebe, ein seltsames Spiel" (von links): Udo Wachtveitl (Franz Leitmayr), Genija Rykova (Jacobis Assistentin), Juliane Köhler (Dr. Andrea Slowinski), Martin Feifel (Thomas Jacobi), Hanna Scheibe (Nicole Büchner), Anastasia Papadopoulou (Heike Gonzor), Anna Schäfer (Julia Stephan) und Miroslav Nemec (Kommissar Batic).
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Serie, Krimireihe
Der "Tatort" und die Polyamorie
Von Wilfried Geldner

Infos
Audiodeskription
Produktionsland
Deutschland
Produktionsdatum
2017
Altersfreigabe
12+
ARD
So., 21.04.
20:15 - 21:45
Die Liebe, ein seltsames Spiel


"Tatort" kuscht vor "Traumschiff": Am Ostersonntag gibt es eine Krimi-Wiederholung, weil das ZDF für eine Kreuzfahrt in See sticht. Wer die Münchener Klasse-Episode noch nicht gesehen hat, darf sich freuen: "Die Liebe, ein seltsames Spiel" machte im Mai 2017 die Polyamorie in Deutschland bekannt.

Müßig, darüber nachzudenken, was die erotisch-sexuelle Antriebsfeder des Münchner Erfolgsarchitekten Thomas Jacobi (Martin Feifel) ist. Allenfalls sieht er aus wie einer der 50 zweitschönsten Männer Münchens. Der Westentaschen-Casanova mit den gut organisierten Langzeit-Lieben ist im Beruf mindestens so erfolgreich wie bei den Frauen. Bei jeder seiner Geliebten – und von denen hat er viele – stellt er eine Glasplastik mit seinem Konterfei auf. Ein so deutliches wie geschmackloses Zeichen der Eitelkeit.

Zwei Tote unter den Damen des Architekten – da fällt in der "Tatort"-Wiederholung "Die Liebe, ein seltsames Spiel" leicht mal der Verdacht auf jenen Thomas Jacobi. All die "Schatzi"-Nachrichten auf dessen Handy weisen den Kommissaren Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) nur zu eindeutig den Weg. Frauenversteher Jacobi könnte der Täter gewesen sein, denn die Tote erwartete von ihm ein Kind.

Die ergrauten und doch immer wieder so frisch wirkenden Kommissare Batic und Leitmayr spielten in diesem Fall vom Mai 2017 mal wieder auf der Höhe ihres Schaffens, Auch sie durften ganz ohne Frage ihre Erfahrungen mit Frauen sammeln – und tun es auch in jener Folge: Leitmayr, der beim Umzug des Assistenten Kalli (Ferdinand Hofer) geholfen hat, wird von dessen Mutter angeschwärmt. Und Batic? Ist im wahrsten Sinne des Wortes "sichtlich" in eine verheiratete Frau verliebt. Für die kocht er scharfe Paprika und besorgt Rotwein für 40 Euro die Flasche (wobei er sich 20 von Leitmayr leiht).

Polyamoröser "Tatort" von 2017: Provokation, Komödie oder beides?

Schon bald nach der ersten Toten liegt eine weitere Frauenleiche herum. Es ist die Hausärztin des Architekten und zugleich die Dauergeliebte. Jene Dame (Juliane Köhler) gab Jacobi beim ersten Mord ein Alibi. "Mein Mann", sagt sie, wenn sie von Jacobi spricht und erklärt den darob verdutzten Kommissaren: "Wir wohnen nicht zusammen." Langsam erahnen die Ermittler, dass die Sache mit Jacobi und den Frauen den üblichen Umfang amouröser Verstrickungen überschreitet. Das subtil ungemein witzige Drehbuch von Katrin Bühlig (schrieb 2018 auch den bitterernsten Bremer Pflege-"Tatort: Im toten Winkel") brachte mit der Erst-Ausstrahlung im Mai 2017 den Begriff Polyamorie auf die Landkarte des deutschen Mainstream-Wissens: Polyamoröse Menschen unterhalten einvernehmliche Liebesbeziehungen mit mehreren Partnern.

Dass es so etwas gibt, reizt selbstredend den Beziehungsspießer im Kommissar und Zuschauer. Frauenbefragungen im "Tatort" werden darüber hinaus zum Kriminalisten-Flirt. Jegliche Form der freien Liebe dekliniert dieser "Tatort" durch – bis hin zu jenem Gipfel, den die Psychotherapeutin im Damenflor erklimmt: Ihre Beziehung zu Jacobi sei offen – alle Beteiligten wüssten davon. "Ich bin polyamor", lässt sie wissen, und drückt Batic quasi als Begründung ein Messband in die Hand, an dem er sich den statistischen Rest seines (Liebes)lebens abschneiden kann. Da bleibt nicht mehr viel, wie Batic später Leitmayr unzweideutig demonstriert – außer einem außergewöhnlich guten Sonntagabendkrimi voll ambivalenter Gefühle zwischen Tragik, Komik und fast französisch leichter Philosophie. Die Pointen sitzen, die Handlung ist bis ins Detail fein ausbalanciert, alle Rollen stimmen wie selten bis in die letzte Bank hinein. Da lassen sich selbst ein paar Münchner Postkartenbilder (Regie: Rainer Kaufmann) gut verschmerzen.

Weil im ZDF das "Traumschiff" in See sticht, gibt es im Ersten am Ostersonntag nur eine "Tatort"-Wiederholung. Dafür feiert 24 Stunden später das altgediente Bremer Ermittler-Duo (Sabine Postel, Ingo Mommsen) mit "Wo ist nur mein Schatz geblieben" seinen Abschied nach 18 gemeinsamen Dienstjahren.


Quelle: teleschau – der Mediendienst

Mehr zum "Tatort" und anderen Verbrechen in unserem Blog "Mord & Totschlag"

Weitere Infos, Sendetermine und Neuigkeiten zu "Tatort" finden Sie hier

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