Toni, männlich, Hebamme - Sündenbock
17.04.2020 • 20:45 - 22:15 Uhr
Fernsehfilm, Komödie
Lesermeinung
Toni (Leo Reisinger) braucht die Hilfe seiner Exfrau Hanna (Kathrin von Steinburg).
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Der Münchner Entbindungspfleger Toni (Leo Reisinger), frisch geschieden, bekommt es nicht nur mit beruflichen Herausforderungen zu tun, sondern dessen Gefühlsleben wird vor allem von seiner Kollegin Luise (Wolke Hegenbarth) ordentlich durcheinandergebracht.
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Balu (Eisi Gulp) besucht heimlich sein Enkelkind.
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Toni (Leo Reisinger) gerät in Schwierigkeiten.
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Originaltitel
Toni, männlich, Hebamme
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2020
Fernsehfilm, Komödie

Geburtshelfer unter Verdacht

Von Hans Czerny

Fortsetzung für die "männliche Hebamme" Leo Reisinger und Wolke Hegenbarth als Frauenärztin und Partnerin in der gemeinsamen Praxis. Zwei neue Fälle versuchen, Comedy und Praxisalltag launig zu verbinden.

Viel Lob gab's im Februar 2019, als sich der Münchner Schauspieler Leo Reisinger erstmals als Geburtshelfer mit Herz ins Zeug warf. Dass es männliche Hebammen gibt, mag man zwar kaum glauben. Doch es soll sie geben, sechs in Deutschland an der Zahl. Die ARD-Freitagsreihe "Toni, männlich, Hebamme" setzt also viel auf Alltagsrealität, weniger auf einen Comedy-Ulk à la Jerry Lewis. Der Geburtshelfer ist also nur im Geschlechtsverdreher-Titel – "Toni, männlich, Hebamme" – einfach nur komisch. Ansonsten nehmen Hochschwangere die Dienste des Kundigen gerne wie selbstverständlich an.

Für komische Momente ist dennoch gesorgt. So will in der neuen Folge "Sündenbock" die von Wolke Hegenbarth gespielte Gynäkologin und Praxiskollegin Luise – "Ich bin 38!" – unbedingt ganz schnell ein Kind. Und am besten – von wem wohl? – natürlich vom Geburtshelfer Toni himself. Großäugig und schier hollywoodreif fragt sie ihn daher, es ins historische Perfekt schiebend: "Ich wollte dich fragen, ob du Samenspender meines Kinds werden willst!" – "Nochmal ...?", antwortet der Toni verlegen und erinnert damit an seinen früheren Seitensprung mit Luise beim Hebammen-Karneval. Hat man sich nicht inzwischen längst beruflich-freundschaftlich zusammengelebt? Geschenkt, dass die Frau Doktor mit ihrer Fangfrage vorgeblich eine Besamung im Reagenzglas meint und der Franzl (Frederic Linkemann), Tonis Spezi, die entsprechenden "Pornoheftl" bereits dazu hätte.

Gemeinsam im Kreißsaal

Es wird dann auch ganz anders kommen. Aber bis es so weit ist, muss der Geburtshelfer Toni erstmal richtig ran. Das Baby einer Hochschwangeren liegt in gefährlicher Beckenlage, die Kreißsäle von Dachau bis Rosenheim sind überfüllt. Da heißt es, mit aller Vorsicht atmen und hecheln lassen, aber keinesfalls zu pressen. Tonis Handanlegen, gemeinsam mit dem Kindsvater übrigens, führt letztlich zum Erfolg. Welch eine herzzerreißende, ohrenbetäubende Szene (Regie: Sibylle Tafel). Für Toni kommt dann das dicke Ende doch noch nach. Weil das oder besser: der Kleine plötzlich nicht mehr richtig atmen will, wird der Toni verdächtigt, ihm zwei Rippen gebrochen zu haben. Kein Geringerer als Eisi Gulp löst diese Tragödie irgendwann als Ganghofer-Großvater auf.

Ha – zuviel gewollt! Beim Mixen von Liebesgeschichten, Vererbungskrimi und mancherlei recht humoristischen Sketchen – einsam komisch: Juliane Köhler, Tonis Ex-Chefin, wird von Wolke Hegenbarth ein Aphrodisiakum fürs Klimakterium empfohlen – senkt sich die Waagschale dann doch auf die Seite des Konventionellen. Da hilft auch kein drolliger Waschbär als Zugabe mehr, von dem die Frau Doktor in szenisch großartigster Tierzüchterei irgendwann heimgesucht wird. Liebhaber von Herzkino- und Endlich-Freitag-Filmen finden sich irgendwann jedenfalls in wohlig gewohnter Umgebung wieder.

Bereits in einer Woche, am Freitag, 24. April, zeigt Das Erste eine weitere Folge: "Eine runde Sache".

Toni, männlich, Hebamme – Sündenbock – Fr. 17.04. – ARD: 20.45 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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