Fünf eng miteinander verbundene junge Menschen lassen sich durch eine Großstadt treiben. Doch ihre selbst gewählte Ersatzfamilie bekommt Risse.

Tubbie (Franz Rogowski, "Transit") ist Chef einer Clique junger Menschen, die sich scheinbar im Zustand des ewigen Nichtstuns befindet. Neben Tubbies Freundin Marie (Maresi Riegner) gehören zur Gruppe Tim (Jonas Dassler), Jojo (Emanuel Schiller) und Birdie (Jordan Elliot Dwyer). Gemeinsam bricht man mit allen Konventionen: Man stiehlt sich in leere Häuser, um im Swimmingpool zu baden, lebt von der Hand in den Mund und muss doch feststellen: Das freie Leben ist, auch zwischenmenschlich, knallhart. Der kindliche Traum von ewigen Ferien und dem sofortigen Erfüllen aller Wünsche, er mag die Gruppe antreiben. Trotzdem ist die Atmosphäre im nun als Free-TV-Premieren präsentierten Kinodebüt von Henri Steinmetz eher bedrohlich und beklemmend. Zwischen den lockeren Sprüchen und Spielen der "Freidenker" lauert – die Gewalt.

Franz Rogowski, der gerade für "In den Gängen" den Deutschen Filmpreis als bester Schauspieler 2018 erhielt, spielt den Anführer Tubbie. Eine verstörende Figur zwischen den zum Scheitern verurteilten Idealisten aus Bernado Bertulussics "Die Träumer" und dem bösen Alex aus "Clockwork Orange".

Henri Steinmetz' Film, dem man ansieht, dass sein Regisseur bei Michael Heneke Regie studierte, wurde für seine freie und filmisch durchaus experimentelle Herangehensweise an das Thema "Jugend auf der Suche" vom Feuilleton gelobt. Wer einen klassischen "Coming of Age"-Film mit erwartbaren Jugendgeräuschen erwartet, wird jedoch enttäuscht sein. "Uns geht es gut" erinnert mehr an eine ambitionierte Theateraufführung, die mit langen, bisweilen verstörenden Einstellungen auf den Prozess des Erwachsenwerdens blickt.


Quelle: teleschau – der Mediendienst