Unser Land in den 60ern - Der Duft der großen weiten Welt
01.11.2026 • 13:00 - 13:45 Uhr
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Originaltitel
Unser Land in den 60ern
Produktionsland
D
Produktionsdatum
2021
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Unser Land in den 60ern - Der Duft der großen weiten Welt

1960 - der Aufbruch in ein neues Jahrzehnt, in dem Nordrhein-Westfalen nur eine Richtung kannte: Volle Kraft voraus! Das Wirtschaftswunder machte es möglich. "Wir sind wieder wer!" das wollten wir auch zeigen. Immer mehr Menschen konnten sich nun ein Auto leisten. Mit dem Straßenbaufinanzierungsgesetz fiel 1960 der Startschuss für den groß angelegten Ausbau der Autobahnen und Bundesstraßen. Jetzt konnte man richtig "Strecke machen". Eines der Fahrzeuge damals: das Motocoupé "Isetta". Das Modell von Jutta Beyer-Vollprecht ist Baujahr 1961. Die 150 D-Mark, die die Bonnerin seinerzeit für das Gefährt bezahlte, haben sich gelohnt, denn bis heute ist sie mit dem Motocoupé unterwegs. Knapp 500.000 Kilometer hat ihre Isetta inzwischen auf dem Blechbuckel, mit Reisen quer durch ganz Europa - vom Nordkap bis nach Griechenland. Auch für die "Tina Scarlett" sollte es über den Rhein in die große, weite Welt gehen. Doch bei der Überfahrt von Köln Richtung Nordsee kollidierte die Hochseefähre vor Emmerich mit einem Tanklaster. Es kam zu einer Explosion. Insgesamt elf Schiffe gerieten in Brand. Der Rhein stand tagelang in Flammen. Der ehemalige Feuerwehrmann Michael Thissen, selbst Jahrgang 1960, hat das Ereignis aufgearbeitet. Mit zwei Feuerwehrleuten, die damals gegen die Flammen gekämpft haben, berichtet er über die Katastrophe. In Düsseldorf ging Anfang der 60er Jahre ein musikalischer Stern auf, den heute jeder kennt. Eigentlich war Heinz Georg Kramm Bäcker, doch nach Feierabend packte er hinter der Backstube regelmäßig sein Akkordeon aus. Als schließlich eine Düsseldorfer Kapelle anfragte, ob er für einen erkrankten Musiker einspringen könnte, war das der Wendepunkt. Bei einem fulminanten Auftritt wurde "Heino" als Solo-Sänger gefeiert. Groß machte ihn ein paar Jahre später ausgerechnet der Mann, der 1961 selbst einen der größten Hits des Jahres lieferte: Ralf Bendix. Im selben Jahr blickte man mit Sorge nach Berlin, wo plötzlich die Mauer die Stadt teilte. Kein Bundesland nahm damals mehr DDR-Flüchtlinge auf als NRW - und die meisten der Menschen kamen in die Aufnahmestelle nach Unna-Massen. Auch Familie Deterling. Harry Deterling war Lokführer in der DDR, und er wollte mit seiner Familie in den Westen. Am Nikolausabend 1961 durchbrach er mit einer Lokomotive die Absperrung der letzten bestehenden Gleisverbindung zwischen der DDR und West-Berlin. An Bord des Zuges: seine Frau, seine vier Söhne und weitere Familienmitglieder. Die Flucht gelang, aber die DDR wollte "ihren" Mann zurück und schickte einen Agenten, der einen der Söhne entführen sollte, um die Familie zur Rückkehr zu zwingen. Aber der Versuch scheiterte. Ingrid Deterling und ihr Sohn Manfred berichten von ihrer spektakulären Flucht und der aufreibenden Zeit danach. Es war auch eine Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs: Mit Elisabeth Schwarzhaupt nahm 1961 die erste Frau den Platz an der Spitze eines Bundesministeriums ein - gegen den Willen von Bundeskanzler Konrad Adenauer. Deutschland wurde weltoffener und begrüßte die ersten "Gastarbeiter" aus Spanien, Griechenland und der Türkei. Die Wirtschaft brummte, und von den Zuwanderern aus Italien übernahmen wir die kulinarischen Spezialitäten. Beim Städtebau orientierte man sich an den Vereinigten Staaten. Es entstanden Hochhäuser nach dem Vorbild amerikanischer Wolkenkratzer. Allen voran: das Dreischeibenhaus, das das Gesicht der Landeshauptstadt bis heute prägt. Aber auch musikalisch gaben die USA den Ton an. Der Clou: Viele internationale Hits wurden einfach "eingedeutscht". Und so stürmten "Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu Strand-Bikini" und der "Babysitter-Boogie" hierzulande nicht nur im englischen Original, sondern auch in der deutschen Version die Charts. In der neuen vierteiligen Reihe geht es im WDR auf eine Zeitreise - in ein Jahrzehnt, das unser Land geprägt hat wie kaum ein zweites."

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